Eröffnung NS-Denkmal 27.6.17

An der Ecke Oberanger/Dultstraße stand einst das Schwulenlokal "Schwarzfischer". Am 20. Oktober 1934 fand hier die erste großangelegte Razzia der Nazis unter Münchner Schwulen statt. Hier begann, wenn man so will, die systematische Verfolgung Homosexueller durch Polizei, Gestapo und Justiz in München.

Und genau hier, an der Ecke Oberanger/Dultstraße, soll an den in der NS-Zeit verfolgten Lesben und Schwulen gedacht werden. Dass auch in München ein Denkmal für diese Opfergruppe entstanden ist, ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist das Ergebnis eines jahrzehntelangen Kampfes für dieses sichtbare Gedenken.

Es sprachen OB Dieter Reiter, Thomas Niederbühl, ehrenamtlicher Stadtrat und Dr. Hans-Georg Küppers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München. Die Künstlerin Ulla von Brandenburg war anwesend und die musikalische Umrahmung übernahm der Regenbogenchor München. "Die Eröffnung des Denkmals ist eine Gelegenheit, als Oberbürgermeister und als Stadtgesellschaft Verantwortung zu zeigen", sagt Reiter.

Thomas Niederbühl, der Initiator, sagt, das Denkmal solle ein "Gedenk- und Erinnerungsort sein an die Verfolgten und die zerstörte Infrastruktur". Und, das ist Niederbühl wichtig, auch ein "Mahnmal für die Zukunft".

Bei der anschließenden Feier im jüdischen Gemeindezentrum gegenüber sprach auch Albert Knoll vom Forum Homosexualität und Geschichte, der sich über viele Jahre für diese Erinnerung eingesetzt hatte.

Bilder: queerelations 2017 / Wolfgang Fänderl