GOlympia To Russia!

von Wolfgang Fänderl

tl_files/Themen-Blog/GOlympia To Russia.jpgtl_files/Themen-Blog/13-07-13 CSD Muenchen - 255.jpg

Mit dem russischen Anti-Propaganda-Gesetz wird es der Queer Community unmöglich, sich gegen Diskriminierung öffentlich zur Wehr zu setzen. Nun fragt sich, wie wir von Deutschland aus Solidarität zeigen können, vor, während und nach den Olympischen Spielen in Sotchi (7. bis 23.02.2014)?

Mit dem Boykott einiger Staatsoberhäupter (Gauck, Merkel, Orland, Obama...) wurden bereits Signale gesetzt. Doch was bewirkt dieses Signal wirklich... bei den Polit-Funktionären_innen in Russland, der russischen und der eigenen Bevölkerung gegenüber, gegenüber den Sportlern_innen und ihrem Engagement für die Olympische Idee?

Der LSVD in Deutschland empfiehlt seit Jahresbeginn sämtlichen Mitgliedern der Deutschen Olympia-Delegation in Interviews als Alliierte aufzutreten und Solidarität zu zeigen: "Als ein freier Mensch sage ich: In einem Land, das Lesben und Schwule unterdrückt, bin auch ich ein Schwuler, bin auch ich eine Lesbe. Denn ich stehe ein für das Recht aller Menschen auf Meinungsfreiheit, auf Gleichbehandlung und auf Respekt für ihre Liebe"

Wir selbst haben im September 2013 einen Kiss-In vor der Russischen Botschaft dokumentiert und auf YouTube hochgeladen... mit russischen Untertiteln: For Russia With Love From Munich!

Was ist noch denkbar, machbar, empfehlenswert... und was davon durchführbar?

Brainstorming und Analyse der Ideen

Jetzt sind bestehende und eigene Vorschläge und Ideen gefragt, die dann diskutiert und auf Wirkung und Machbarkeit analysiert werden können.

Intro & Moderation Themenblog

Wolfgang Fänderl, Initiator & Chefredaktion queerelations.net aus München

info@queerelations.net

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Kommentar von Redaktion |

tl_files/Themen-Blog/sotschi_fb_profilbild.pngHier die Möglichkeit den Sotschi Freiheitsappell des LSVD zu unterstützen:

http://www.lsvd-blog.de/?p=6603

Das ist unser Vorschlag zum Sotschi-Freiheitsappell:

„Als ein freier Mensch sage ich: In einem Land, das Lesben und Schwule unterdrückt, bin auch ich ein Schwuler, bin auch ich eine Lesbe. Denn ich stehe ein für das Recht aller Menschen auf Meinungsfreiheit, auf Gleichbehandlung und auf Respekt für ihre Liebe. Unterdrückung und Gewalt gegen eine Minderheit dagegen machen uns alle unfrei. Die Zensur– und Unterdrückungsgesetze müssen weg.
Jede Gesellschaft gewinnt, wenn unsere lesbischen Schwestern und unsere schwulen Brüder ebenfalls frei, gleichberechtigt und respektiert leben können.“

- See more at: http://www.lsvd-blog.de/?p=6603#sthash.11iiBccc.dpuf
„Als ein freier Mensch sage ich: In einem Land, das Lesben und Schwule unterdrückt, bin auch ich ein Schwuler, bin auch ich eine Lesbe. Denn ich stehe ein für das Recht aller Menschen auf Meinungsfreiheit, auf Gleichbehandlung und auf Respekt für ihre Liebe. Unterdrückung und Gewalt gegen eine Minderheit dagegen machen uns alle unfrei. Die Zensur– und Unterdrückungsgesetze müssen weg. Jede Gesellschaft gewinnt, wenn unsere lesbischen Schwestern und unsere schwulen Brüder ebenfalls frei, gleichberechtigt und respektiert leben können.“ - See more at: http://www.lsvd-blog.de/?p=6603#sthash.11iiBccc.dpuf

„Als ein freier Mensch sage ich: In einem Land, das Lesben und Schwule unterdrückt, bin auch ich ein Schwuler, bin auch ich eine Lesbe. Denn ich stehe ein für das Recht aller Menschen auf Meinungsfreiheit, auf Gleichbehandlung und auf Respekt für ihre Liebe. Unterdrückung und Gewalt gegen eine Minderheit dagegen machen uns alle unfrei. Die Zensur– und Unterdrückungsgesetze müssen weg.

Jede Gesellschaft gewinnt, wenn unsere lesbischen Schwestern und unsere schwulen Brüder ebenfalls frei, gleichberechtigt und respektiert leben können.“

Wir von der queerelations-Redaktion werden diesen Appell auch unterstützen!

Kommentar von Wolfgang |

Ich finde ja bei diesem Appell besonders interessant, wer dabei unterschreibt und warum?
a) sind denn auch Queers eingeladen zu unterschreiben oder nur alliierte Heteros?
b) Wo und in welchem Zusammenhang sollen denn diese Sätze ausgesprochen werden?
c) Wie werden die Sportler_innen diesbezüglich gebrieft?
d) Wie wird garantiert, dass sie es wirklich aus eigenem Antrieb sagen und nicht aus Gruppenzwang?
e) Welche öffentlichkeitswirksamen Aktionen sind darüber hinaus geplant?

Evtl. hilft das 4-Seiten-Kommunikationsmodell von Schulz von Thun Missverständnisse bzw. Fehlinterpretationen dieser Aussage zu verhindern (Text und Bild vgl. Wikipedia):

  1. tl_files/Themen-Blog/Vier-Seiten-Modell_de.svg.pngAuf die Sache bezogener Aspekt: die beschriebene Sache („Sachinhalt“, „Worüber ich informiere“): "Ich sehe, dass in Russland Menschen durch das Anti-Propaganda-Gesetz diskriminiert bzw. Freiwild für Diskriminierung werden. Dies ist für eine Demokratie mit Meinungs- und Demonstrationsfreiheit nicht akzeptabel."
  2. Auf Sender_in bezogener Aspekt: dasjenige, was anhand der Nachricht über den Sprecher / die Sprecherin deutlich wird („Selbstoffenbarung“, „Was ich von mir selbst kundgebe“): "Ich bin (nicht) homosexuell, und (aber) in Bezug auf dieses Gesetz identifiziere ich mich mit Schwulen, Lesben und anderen Minderheiten in diesem Land. Die fehlende Sicherheit seine Identität, Liebe und Beziehungen frei und offen zu leben macht mich ärgerlich und ich muss mich dazu auch hier in Russland unmissverständlich äußern."
  3. Auf die Beziehung bezogener Aspekt: was an der Art der Nachricht über die Beziehung offenbar wird („Beziehung“, „Was ich von dir halte oder wie wir zueinander stehen“): "Ich bin als Sportler_in (Sportfunktionär_in, Politiker-in, Besucher_in...) hier zur Olympiade eingeladen und möchte den Anlass nutzen, die völkerverständigende Olympische Idee auch in diesem Zusammenhang zu sehen und darüber zu sprechen. Diese Möglichkeit wurde mir von der Russischen Regierung zugesichert."
  4. Auf die beabsichtigte Wirkung bezogener Aspekt: dasjenige, zu dem der Empfänger / die Empfängerin veranlasst werden soll („Appell“, „Wozu ich dich veranlassen möchte“): "Ich sehe Russland als eine Demokratie, die Bürger- und Menschenrechte selbstverständlich einhält. Auch wissenschaftliche Erkenntnisse sollten in einem säkularen Staat religiösen Demagogisierungen entgegen gestellt werden. Pädophilie hat nichts mit der sexuellen Orientierung als Schwuler oder Lesbe zu tun. Homosexualität ist keine Krankheit oder ansteckend. Von Schwulen und Lesben geht deshalb nicht mehr oder weniger Gefahr aus, als von heterosexuellen Menschen. Deshalb müssen diese kürzlich vorgenommenen Gesetzesänderungen und entsprechende menschenverachtende Propaganda dringend wieder zurückgenommen werden. Dazu fordere ich insbesondere die russische Regierung auf!"

Kommentar von Redaktion |

Mit Sponsering von Sport-Teams zum Protest nach Russland

Australische Wintersportler wollen in Russland öffentlich zeigen, dass sie mit dem Gesetz gegen Homo-"Propaganda" nicht einverstanden sind. Das australische Bob-Team hat am Montag bekannt gegeben, dass die LGBT-Gruppe "Principle 6" der offizielle Sponsor für den Rest der Wintersportsaison sein wird. Alle australischen Bobfahrerinnen und Bobfahrer werden etwa bei Weltcuprennen das Logo der Organisation tragen, die sich gegen homofeindliche Gesetze in Russland einsetzt. Mehr dazu in einem Artikel vom 7.1. bei queer.de

Kommentar von Redaktion |

Kritik von Felix Neureuther gegen IOC

Ski-Star Felix Neureuther äußert in einem Spiegel-Interview Bedenken: Die Debatte um die Menschenrechte in Russland berühre ihn. Zudem müsse das IOC seine Vergabepolitik überdenken. Mehr dazu in einem Artikel vom 5.1. bei spiegel-online.

Kommentar von Fritz Letsch |

Auch bei uns ist die Auseinandersetzung noch auf vielen Ebenen zu leisten, aktuell in Baden-Württemberg gibt es homophobe Petitionen im Kampf um Inhalte von Bildungsplänen, dagegen wehrt sich eine Gegenpetition (vgl. www.openpetition.de)

Kommentar von Redaktion |

Hast Recht Fritz. Das Thema haben wir im Themenblog "Umgang mit Queerphobie?!" aufgegriffen. Fällt Dir / fallen Euch noch sinnvolle Aktionen ein für die Zeit der Olympischen Spiele? "GOlympia To Russia!" ist hier die Devise.

Kommentar von Redaktion |

Das Zeit Interview von Giovanni di Lorenzo (Zeit) mit Ex-Kanzler Helmut Schmidt vom 11.1. enthält interessante Positionen bzgl. der diplomatischen Reaktion von deutschen Politikern_innen auf die Entwicklungen in Russland. Hier ein paar Ausschnitte aus dem Interview:

Schmidt: [...] ich halte eine "wertegebundene Außenpolitik" grundsätzlich für abwegig. Dann könnten wir unsere Beziehung zum Beispiel mit den Russen ganz auf Eis legen. [...] Ich würde für die Menschenrechte in meinem eigenen Staat notfalls auf die Barrikaden gehen, aber ich habe nicht das Recht, anderen Leuten öffentlich Ratschläge zu geben, wie sie die Menschenrechte verwirklichen.

di Lorenzo: Was macht für Sie stattdessen eine gute Außenpolitik aus?

Schmidt: Sie soll nicht wertegebunden sein, sondern sie soll am Frieden orientiert sein.

di Lorenzo: Ist es nicht wesentlich für den Erhalt des Friedens, dass die Menschen gut behandelt werden?

Schmidt: Aufstände und Revolutionen gab es schon lange vor Christi Geburt. Schon vor Konfuzius. Davor seit den alten Persern und den alten Ägyptern. Es hat sie immer gegeben, und es wird sie auch in Zukunft geben. Deswegen ist die Orientierung am Frieden viel wichtiger als die Orientierung am Recht, das sich ständig verändert. Die Menschenrechte etwa kommen zum kleinen Teil in der Bibel vor und zum Teil überhaupt nicht.

di Lorenzo: Die Menschenrechte waren eine der Folgen der Aufklärung und traten dann ihren Siegeszug in der ganzen Welt an.

Schmidt: Ja, aber sie waren damals nicht international. Die Menschenrechte sind eine westliche Erfindung, im Wesentlichen zuerst formuliert Ende des 18. Jahrhunderts in der amerikanischen Verfassung. [...]

di Lorenzo: Kann es denn allen Ernstes eine vernünftige Außenpolitik geben, in der die Menschenrechte überhaupt keine Rolle spielen?

Schmidt: Nein, kann es nicht geben. Aber ich bin dagegen, dass Außenpolitik darin besteht, die Besuche von Ministern aus einem anderen Land dafür zu benutzen, eine menschenrechtsgeneigte Rede zu halten, die in Wirklichkeit an das eigene Publikum gerichtet ist. Wenn ich das Thema mit einem Politiker eines anderen Landes erörtern wollte, dann täte ich das jedenfalls nicht öffentlich. [...]

di Lorenzo: Diese Beispiele [A.d.R.: u.a. Kritik am Anti-Propagandagesetz in Russland] zeigen doch den Einfluss einer Weltöffentlichkeit, die auf den Menschenrechten beharrt.

Schmidt: Sie ist nicht für die Menschenrechte eingetreten, sondern gegen den Giftgaseinsatz und gegen das Homosexuellengesetz.

di Lorenzo: Wo ist der Unterschied?

Schmidt: Die Leute, die dagegen aufbegehren, haben nicht als Erstes von Menschenrechten geredet. Es werden auch Leute dagegen sein, die sonst von der Menschenrechtspropaganda nicht viel halten.

di Lorenzo: Was muss in Ihren Augen geschehen, damit ein Politiker auch Menschenrechtsfragen in einem anderen Land ansprechen darf?

Schmidt: Ich gebe zu, dass es einen Punkt gibt, an dem ich meinen Standpunkt wahrscheinlich nicht mehr aufrechterhalten könnte: wenn jemand anfängt, die Angehörigen des Nachbarvolks oder seines eigenen Volks umzubringen, und wenn dabei ein gewisses Maß überschritten wird.

di Lorenzo: Wenn ein Völkermord begangen wird, ist das Vorgehen anderer Länder gerechtfertigt?

Schmidt: Ja – aber der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen muss zugestimmt haben! [...]

di Lorenzo: Sie trennen da immer wieder.

Schmidt: Ja, das propagandistische Beharren auf der Theorie der Menschenrechte und zugleich in der Praxis oft das Gegenteil tun, das verurteile ich.

WAS IST EURE POSITION?

Kommentar von Hilmar Sturm |

Die Frage ist, ob meine Position relevant ist... Schmidt hat Erfahrung. Ich fürchte, ganz pragmatisch gesehen hat er ziemlich weitgehend recht.

Früher hat man es mit "Wandel durch Annäherung" versucht, und das hat auch ganz gut geklappt (gegenüber den Parteidiktaturen des Warschauer Pakts). Letztlich denke ich, dass man sich im Einzelfall, auf der Grundlage von Kenntnis des jeweiligen Landes, seiner Bevölkerung und seiner Regierung, einzeln überlegen, was am meisten Erfolg verspricht. Viele Länder reagieren vielleicht eher abwehrend, wenn man ihnen zu direkt kommt.

Der Freiheitsappell bleibt uns und den Sportlern unbenommen! Schmidt spricht ja nicht von Demonstrationen und von Appellen, sondern von der staatlichen Außenpolitik.

Kommentar von Redaktion |

tl_files/Themen-Blog/queere maskottchen fuer sotchi.jpgLogos, Signets und Maskottchen sind ja immer auch ein Image und Werbeträger für diverse Veranstaltungen. Ein Amurleopard, ein Feldhase und ein Eisbär sind die offiziellen Maskottchen der olympischen Winterspiele im russischen Sotschi. Mit dem Hinweis "Wir würden sie lieber so sehen!" veröffentlichte die Initiative "Enough is enough" am Dienstag eine Variation des niedlichen Trios. Mehr dazu in einem Bericht auf queer.de vom 14.01.

Kommentar von Redaktion |

Kurz vor Beginn der Winterspiele werden Menschenrechtsaktivisten_innen in Sotchi gezielt bedrängt, eingeschüchtert und verhaftet, wie ein Artikel in der Huffington Post vom 15.1. beschreibt. Damit wird auch das Problem der Proteste während der Olympischen Spiele klar: die Zeche müssen die LGBTI-Aktivisten_innen vor Ort bezahlen und das wird ihnen gerade schonungslos klar gemacht! Was tun, damit auch die Auswirkung der Solidaritätsbeweise nicht die Falschen trifft?

Kommentar von Redaktion |

Markus Ulrich vom LSVD-Bundesverband in Berlin schreibt:

"ich wollte dir/euch kurz mitteilen, dass wir im Zuge von Olympia noch bei verschiedenen Veranstaltungen präsent sind bzw. diese organisieren:

Aktion vor der russischen Botschaft
http://www.lsvd-blog.de/?p=6699

Diskussion in Hannover
http://www.slu-boell.de/calendar/VA-viewevt.aspx?evtid=13391

Veranstaltung in Saarbrücken
http://saar.lsvd.de/meldung/artikel/jenseits-von-sotschi-von-der-ausgrenzung-homosexueller-menschen-in-russland-und-georgien/

Demonstration in Hamburg
http://hamburg.lsvd.de/

Veranstaltung in Magdeburg (10.02)
http://sachsen-anhalt.lsvd.de/

Inzwischen haben auch weitere Prominente den Sotschi-Freiheitsappell unterschrieben:
http://www.lsvd-blog.de/?p=6603

Beste Grüße nach München und frohes Schaffen

Markus

Kommentar von Markus |

Hallo Wolfgang,

vielleicht auch noch interessant für diesen Themenblog - ein schon etwas älterer Artikel, in dem wir erklären, warum wir nicht zum Boykott von Sotschi aufrufen: http://www.lsvd-blog.de/?p=6132, ähnliche Argumente heute auch bei "The European": http://www.theeuropean.de/tobias-sauer/7865-homosexualitaet-und-die-olympischen-winterspiele

Beste Grüße nach München

Markus
LSVD-Bundesverband

Kommentar von Redaktion |

Dass die Amerikanische Regierung mehrere homosexuelle Vertreter_innen nach Sotchi entsendet zeitigt Wirkung. Sportfunktionär Mario Pescante: "Es ist absurd, dass ein Land wie die USA vier offene Lesben nach Russland schickt, nur um zu demonstrieren, dass in ihrem Land Homosexuelle Rechte haben" (vgl. Artikel vom 16.1. auf queer.de)

Kommentar von Redaktion |

Bei "beckmann" im Ersten ging es am 16.1. um 23:15 Uhr um das Thema "Putins Spiele zwischen Terrorgefahr und Homophobie". Gäste: Volker Beck, Gernot Erler, Peter Schlickenrieder, Julius Brink, Thomas Kistner und Ina Ruck. (Link auf Bericht in der ARD-Mediathek)

Kommentar von Redaktion |

Der Autor von "Russen Disko" plädiert für "GOlympia To Russia": „Russland braucht einen Tritt in den HinternBericht in der FAZ am 18.01.2014:

Die Russen könnten mehr Weltläufigkeit vertragen. Von daher täte Russland ein möglichst großer internationaler Austausch gut. Sotschi würde zwar Putin stärken: „Aber es stärkt auch die Opposition, weil sich das Land der Welt öffnet.“

Kommentar von Redaktion |

Was tun, wenn sich der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes Michael Vesper gegen Proteste deutscher Sportler in den olympischen Arenen ausspricht? Mut gehört ja so oder so dazu Signale zu setzen. Signale im Stadion zu setzen, wo auch die Medien und die Öffentlichkeit nicht mehr vorbeischauen können... noch viel mehr! (Bericht bei focus vom 18.1.)

Kommentar von Redaktion |

Die heute show vom 31.1. im ZDF mit dem ultimativen Satire-Test bei der Einkleidung der Olympia-Sportler :-)

Kommentar von Redaktion |

Was für eine Aktion zu den Olympischen Spielen: 2000 Personen trafen sich im Stockholmer Olympic Stadium um die LGBT-Community in Russland zu unterstützen. Gemeinsam sangen sie die russische Nationalhymne und wünschen sich, dass dieses Lied bei den Spielen häufig gesungen wird: "LIVE AND LET LOVE - Russian National Anthem" (Als Anthem wird üblicher Weise eine englische Chorkomposition mit geistlichem Text bezeichnet)

Kommentar von Redaktion |

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Der ultimative Kommentar der amerikanischen Presse (sportgrid 28.1.) zu dem Outfit der deutschen Olympioniken_innen: "Sie lehnen zwar offiziell den Verdacht ab, damit gegen Russlands Anti-Propagandagesetz zu sein, aber Deutschland wird Putin mit diesem Outfit den 'gestreckten Mittelfinger' zeigen."

Dadurch, dass die Presse bei der Eröffnungsfeier den Einlauf der Mannschaften mitfilmt, kann auch das Russische Fernsehen nicht dran vorbei! Ein klasse Statement!

Kommentar von Redaktion |

Und hier nochmal der totale Überblick zu allem, was man zur Winterolympiade 2014 in Sotchi wissen muss: http://de.wikipedia.org/wiki/Olympische_Winterspiele_2014

Kommentar von Redaktion |

Wegen Anti-Homosexuellen-Gesetz wächst auch der Druck auf die Olympia-Sponsoren. Sechs Tage vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele fordern in einem gemeinsamen offenen Brief rund 40 Menschenrechtsorganisationen die Geldgeber auf, sich entschieden für eine Verbesserung der Situation einzusetzen. Bericht auf spox.com 2.2.

Kommentar von Redaktion |

Amerikanische Selbstkritik

Die olympischen Winterspiele in Sotchi sind zum Fokus der Ausseinandersetzung um die Stellung Homosexueller in der Gesellschaft geworden. Eine Kolumne in der Washington Post kritisiert jetzt die Heuchelei, oder besser das Nicht-Hinsehen, wenn es um die eigenen Versäumnisse geht. So sind in vielen US-Bundesstaaten immer noch Gesetze in Kraft, die denen der homophoben Gesetzgebung in Russland in nichts Nachstehen.

Zugleich weisen Menschenrechtsaktivisten darauf hin, dass bei aller Kritik an Russland vergessen wird, dass die Lage für Homosexuelle in anderen Teilen der Erde weitaus bedrohlicher ist. Eine Kritik an diesen Ländern ist aber oft weder von Regierungen und oft auch nicht aus der Gay Community zu hören. Im englischen Guardian wurde gerade auf die entsetzliche Situation in Nigeria aufmerksam gemacht. Doch an dem Öl-Reichen Land wurde bislang nur verhaltene Kritik geübt.

Erst Recht gibt es so gut wie keine Kritik, wenn es um Staaten geht, die mit den USA oder Deutschland verbündet sind, wie Saudi Arabien, Kuweit oder Pakistan. Die Bundesregierung will sogar Militärhilfe für Saudi-Arbien leisten, ein Land das mit Millionen einen fundamentaltistische Islam in aller Welt propagiert, der zum Hass gegen homosexuelle Menschen aufruft.

Hier der englischsprachige Bericht vom 1.2.: "The U.S. hypocrisy over Russia’s anti-gay laws"

Kommentar von Redaktion |

Der schwule norwegische Gesundheitsminister Bent Hoie hat seine Reise zu den Paralympics in Sotschi (7. bis 16. März) angekündigt. Bericht von ran.de vom 4.2.

Kommentar von Redaktion |

tl_files/Themen-Blog/anders_und_gleich.jpg.jpgIn NRW startet gerade eine Bilder und Slogan-Aktion: "Olympia 2014 – anders und gleich(gültig)?! – Eure Fotos für Vielfalt und Respekt!". Mit der Aktion soll gesellschaftliche Vielfalt auf persönliche Weise sichtbar gemacht und dadurch Solidarität gezeigt werden. Deshalb sollen die eingesandten Fotos Antworten liefern auf die Frage: „Wie lebt Ihr eure Andersartigkeit, eure Gleichheit, eure Vielfalt?“ (Info auf Schwulissimo 5.2.)

Bild: von Schwulissimo

 

Kommentar von Redaktion |

Live-Blog zu den homophoben Olympischen Spielen in Sotchi von queer.de: http://www.queer.de/detail.php?article_id=20982

Kommentar von Redaktion |

Die weltweiten Proteste nachhaltich sichtbar zu machen, hat sich die "Sotchi 2014 Protest Map" vorgenommen: https://mapsengine.google.com/map/edit?mid=zw0cQZ6BLM4c.kAOFUlqkIZ_c

Kommentar von Redaktion |

tl_files/Themen-Blog/rainbow-flags + national flags.jpgWas wäre wenn...
jedes Land seine Version von Regenbogenflagge in seinen Botschaften in Moskau während der Olympischen Spiele hissen würde? ... könnt ihr Euch das vorstellen? (Vorschlag auf facebook von Have A Gay Day 8.2.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar von Redaktion |

Olympia-Demos sind vorbei, aber die Situation der Russischen Community noch lange nicht. Der Kurzfilm "Jagd auf Homosexuelle in Russland" fasst die Situation nochmal zusammen und wir müssen einsehen, dass Queerphobie in Russland nach wie vor stark an der Tagesordnung ist. Der Kurzfilm auf thinkoutsideourbox.net vom 23.2. zeigt die nach wie vor verherende Situation russischer Homosexueller in Russland und dass nach wie vor Unterstützung aus dem Ausland gebraucht wird. Wie ein Umgang mit Queerphobie aussehen kann behandelt ein anderer Themenblog auf unserer Seite.

Kommentar von Redaktion |

Die Olympiade ist lange vorbei und die Effekte der Demonstrationen bei Olympia sind hinlänglich bekannt. Putin wurde damit in seiner Selbstherrlichkeit durchaus in Frage gestellt. Langfristig hat dies aber sicher nicht dazu geführt, dass es den Minderheiten im Land besser ging. Ganz im Gegenteil. Es wurden die Homosexuellen für die Misserfolge im eigenen Land auch noch verantwortlich gemacht.

Dennoch wurde auch in Russland das Thema bewusster wahrgenommen und diskutiert. Ein Thema, das bis dahin eher hinter vorgehaltener Hand besprochen oder als Abartigkeit gesehen wurde. Diskussion und Enttabuisierung sind immer die ersten Schritte hin zur echten Akzeptanz und Toleranz.

Bis hin zu den Erfolgen von Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest 2014 wurde nicht deutlich, dass es auch eine größer werdende Gruppe im Land gibt, die andere Identitäten und Lebensweisen anonym unterstützen wollen.

Falls also Boykotte etwas bewirken wollen, müssen sie lanfristig angelegt sein, sonst werden sie einfach ausgesessen, selbst wenn es kränkt.

Der Themenblog ist damit vorerst abgeschlossen.

Kommentar von Redaktion |

Noch eine gute Nachricht zum Schluss: IOC VERPFLICHTET GASTGEBER: KEINE DISKRIMINIERUNG!

Das IOC hat künftige Olympia-Gastgeber ausdrücklich dazu verpflichtet, auf jegliche Art von Diskriminierung im Rahmen der Spiele zu verzichten. Diese Forderung wurde als neuer Bestandteil in den Gastgebervertrag mit dem jeweiligen Ausrichter der Spiele aufgenommen.

Dies bestätigte das Internationale Olympische Komitee (IOC) der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage. Punkt L der Präambel des sogenannten Host-City-Vertrages wird um diese Verpflichtung erweitert.

Im Vorfeld der Sotschi-Spiele war es wegen des umstrittenen Anti-Homosexuellen-Gesetzes in Russland zu Diskussionen um die Einhaltung der olympischen Charta gekommen, in der es heißt: "Jede Form von Diskriminierung eines Landes oder einer Person aufgrund von Rasse, Religion, Politik, Geschlecht oder aus anderen Gründen ist mit der Zugehörigkeit zur Olympischen Bewegung unvereinbar."

(Sport.de vom 24.09.2014)

Kommentar von Redaktion |

Endlich, gegen Ende des Jahres 2014 verabschiedet der IOC eine verbesserte Carta. Der Ausrichter der Olympischen Spiele erweitert darin den Diskriminierungsschutz um das Merkmal "sexuelle Orientierung" (queer.de 08.12.)