queer relations today?!

von Wolfgang Fänderl

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Dieser Themenblog funktioniert nach dem Frage-Antwort-Prinzip. Themen sind die inhaltlichen Grundlagen und die Ausrichtung des Münchner Mediennetzwerks mit seinem Slogan "anders lieben in unserer Zeit".

Erste Fragen und Antworten:

Was bedeutet "queer"?

Das englische Wort "queer" (quer, verrückt) stellt sich dem "straight" (gerade, normal) in den Weg. Es hinterfragt die gesellschaftlich vorgegebenen Normen und Werte, die nicht nur unsere sexuelle Identität und Orientierung, sondern auch Lebensstile und Beziehungsformen beeinflussen. Queer sucht dabei jenseits der HeteroNORM, schließt aber Heterosexuelles mit ein.

Welche Art von "relation" ist gemeint?

Wenn wir in "relations" (Beziehungen) mit anderen leben, gibt es bestimmte Vorstellungen, wie darin Rollen auszusehen haben: Freund_in, Partner_in, Pate_in, Betreuer_in, Eltern... Diese Beziehungen können unser Leben bereichern, aber auch unnötig belasten. An was orientieren wir uns dabei? Welche sexuellen Empfindungen, Gefühle, Beziehungsformen und Perspektiven machen uns glücklich?

Worin besteht der Zeitgeist "today"?

Was der Norm entspricht, was davon abweicht und was davon überhaupt zugelassen werden darf, bestimmt jede Gruppe, Nation, Tradition und Generation unterschiedlich. Wir befinden uns bei diesen Fragen im permanenten Wandel und beziehen uns dabei auf die eigene Vergangenheit, andere Kulturen der Gegenwart oder Visionen der Zukunft.

Download des Grundlagenpapiers "Das ist es!" (PDF 85KB, Stand 07.07.2013)

Fragen, Antworten

Herzliche Einladung, auch eigene Fragen zu stellen, Hinweise und Anregungen zu geben! Beim Online-Stellen von Info- und Bildmaterial sind wir gerne behilflich.

Intro & Moderation Themenblog

Wolfgang Fänderl, Initiator & Chefredaktion queerelations.net aus München 

info@queerelations.net

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Kommentar von Redaktion |

Aktuell wird in einem Artikel der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (kommentiert von queer.de) vom ehemaligen Arbeitsminister Norbert Blüm ("die Renten sind sicher") das Karlsruher Bundesverfassungsgericht kritisiert. Es würde mit der homosexuellen Gleichstellung die Familie als Elementareinheit der Gesellschaft unterbewerten. Der CDU-Altpolitiker räumt zwar ein, dass es tatsächlich Benachteiligungen homosexueller Paare gebe, die beseitigt werden müssten (ohne dabei konkret zu werden). Doch "der Spielraum dieser Veränderung", so Blüm, "liegt unterhalb des Normzwecks der Ehe und Familie. Ausgerechnet dieser ist offenbar aus dem Blickfeld der höchsten Richter verschwunden. Nicht jede Form von Zweisamkeit ist schon wertvoll, weil sie zustande kommt". Ehe und Familie, die das Grundgesetz schützen solle, "sind jedenfalls einmalig und ein kostbares Kulturprodukt, das unserer Natur entspricht".

Will queerelations jenseits der Heteronorm denken und argumentieren könnte man_frau ja mal bei dieser Aussage anfangen.

Kommentar von Wolfgang |

"Jenseits der Heteronorm" ist tatsächlich ein Slogan, den wir bei queerelations mit Inhalt füllen wollen. Heteronorm ist genau das was Blüm ziemlich unreflektiert als "Elementareinheit unserer Gesellschaft" bezeichnet. Dabei ist in unserer heutigen Gesellschaft nicht nur durch die Scheidungszahlen und vielfältige Beziehungsformen jenseits der Kleinfamilien-Idylle hinreichend belegt, dass diese Norm schon lange nicht mehr trägt. Die Bevorzugung heterosexueller Partnerschaften mit Aussicht auf Nachwuchs, der die Renten zahlt, diskreditiert die Ehe als Legebatterie für zukünftige Steuer- und Sozialversicherungszahler bzw. als "Notnagel" für staatliche Krisenzeiten.

Auch wir (Queers) kommen zum Großteil aus Hetero-Beziehungen, die mehr oder weniger Vorbild unserer eigenen Beziehungssuche waren und sind. Unsere Sehnsucht nach dem einen Liebes-, Sex- und Lebenspartner ist hingegen keine einfache und durchaus (über-)fordernde Vorstellung. Die Homoehe- und Adoptionsbestrebungen mögen in eine ähnliche Richtung gehen und sind zunächst mal richtig, da es um die potenzielle Gleichberechtigung von Partnerschaften geht. Ob es allerdings die Unsicherheiten unserer Zukunftsperspektiven löst bleibt fraglich.

Das persönliche Glück und die Erfüllung eigener Bedürfnisse ist sicher nur eine Dimenson menschenwürdigen Lebens. Ob das Gemeinwohl und die gesellschaftlichen Zukunftspersepektiven am Modell der Heteronormativität kleben sollten ist mehr als fraglich. Der Community-Gedanke, die Idee von Selbstverwirklichung, Solidarität und Fürsorge, könnte hier evtl. mehr Perspektiven für eine tolerante, vielfältige Wertegemeinschaft geben. Eigensinn und Gemeinsinn sind voneinander abhängig und sich näher als deren Extreme Egoismus und Altruismus.

Zu abstrakt? Wir suchen deshalb bei queerelations nach lebendigen Beispielen, Bildern, Geschichten ... die es anschaulich machen!

Kommentar von Redaktion |

tl_files/Themen-Blog/familienpass1.jpgOffener Brief an die Stadt (z.Hd. Oberbürgermeister Christian.Ude@Muenchen.de) mit Bezug auf die konservative bis rechtsextreme Kritik am Plakatmotiv "Münchner Familienpass" (bereits diskutiert unter "Umgang mit Queerphobie?!"):

Sehr geehrte Politiker_innen und Verantwortliche der Verwaltung der Landeshauptstadt München! Sehr geehrter Christan Ude!
 
Eigentlich war das Plakat lange überfällig, um deutlich zu machen, dass Familien, die nicht dem klassischen Schema Vater-Mutter-Kind entsprechen, also Regenbogen-, Adoptions-, Pflege-, Ein-Kind- und Ein-Elternteil-Familien von der Landeshauptstadt ebenfalls gefördert werden. Dass dieses Signal jetzt von diversen rechtsextremen und konservativen Gruppierungen und Bürgern genutzt wird, um die Stadtpolitik anzuschwärzen, ist sicher kein unbekanntes Vorgehen.
 
Um so mehr möchten wir dafür danken, dass sowohl die Verantwortlichen im Jugendamt als auch der Stadtrat und Sie als Oberbürgermeister vor diesen unhaltbaren Anschuldigungen nicht einknicken und weiterhin hinter der Kampagne stehen. München ist eine selbstbewusste Stadt und auch in Sachen Antidiskriminierung Vorreiter. In einem ansonsten sehr konservativ geprägten Bayern ein gutes Signal an die Welt, dass auch wir vom Münchner Mediennetzwerk queerelations gerne nach außen tragen.
 
In einem zunehmenden Klima der Offenheit und Toleranz, wie die aktuelle Diskussion um Thomas Hitzlsperger (einem mutigen Bayern) zeigt, hat München in den letzten Jahren ganz entscheidend beigetragen. Die queere Community weiß das zu schätzen und nimmt wahr, wer sich für eine offene und tolerante Gesellschaft einsetzt. Nicht zuletzt ist das für viele ein wichtiger Prüfstein auch bei der anstehenden Kommunalwahl.

Mit aufrichtigem Dank für Ihren Einsatz!

Wolfgang Fänderl
im Namen des queerelations Mediennetzwerks München

Kommentar von Redaktion |

"Die Bürgerliche Kleinfamilie als historischer Sonderfall" so titelt die Berliner Zeitung am 10.1.2014 nach dem Outing von Bundesliga-Star Hitzlsperger und diversen konservativen Bemerkungen von Norbert Blüm. Ein spannender Artikel zu unserer Ausrichtung als Mediennetzwerk "jenseits der Heteronorm"! Vielen Dank dafür an Nikolaus Bernau, den Verfasser:

"Begriffe Ehe und Familie (sind) historisch gewachsen und verändern sich ständig. [...]

Der Schwulenhass in den Religionen

Schwulenhass ist eine der grundlegenden Tatsachen aller mosaisch-monotheistischen Religionen. Im fundamentalistischen Judentum, Christentum und Islam – im Gegensatz etwa zu vielen antiken und Naturreligionen oder zum Buddhismus – gehört die Verdammung von männlicher Homosexualität zum Kern der Lehren. Sie wird als das Andere, Feindliche, Heidnische, Unsaubere begriffen. Im Vergleich dazu ist sogar die Katholische Kirche liberal, die predigt, dass nur die homosexuelle Handlung, nicht aber die Homosexualität oder die homosexuelle Liebe sündig sei. Statt dessen einen Apfel essen, ist ihre Parole. [...]

Blüm hingegen fährt, selbstverständlich gutbürgerlich toniert, im Kiel der Fundamentalisten, wenn er behauptet, der grundgesetzliche Schutz von Ehe und Familie entspräche „der Natur“. Der Schritt hin zur Behauptung von religiösen Fundamentalisten, dass Homosexualität widernatürlich sei, ist minimal. Genau sie aber legitimierte über Jahrhunderte Diskriminierung und Verfolgung, Folter und Ermordung von sexuellen Minderheiten. Bis 1968 zerstörte der Paragraph 175 in der Bundesrespublik mit dieser Begründung die Leben Zehntausender schwuler Männer – deren Entschädigung der Bundestag bis heute verweigert.

Verfolgung und Tod

Lesben übrigens werden kaum von solcher religiösen Verachtung getroffen. Nicht etwa, weil ihr Leben freundlicher betrachtet wird. Ganz im Gegenteil. In allen drei mosaischen Religionsschriften wird Frauen ein selbstbestimmtes sexuelles Leben weitgehend abgesprochen. Das umfasst auch Lesben. Wie tief diese Ignoranz unsere Gesellschaften prägt, zeigt indirekt, dass Sportlerinnen sich weit eher als homosexuell outen können als Sportler. Es wird weithin entweder angenommen, Frauen, die Leistungsport betreiben, seien eh kerlig-lesbisch. Die Vorstellung von Lesben im Bett befriedigt viele Lustbilder. Vor allem aber wird ihr Outing als gesellschaftlich irrelevant betrachtet. Kinder kriegen können sie ja doch, heißt es oft.

Und genau darum geht es auch Blüm vor allem: „Die Familie ist die Elementareinheit der Gesellschaft, die auf ihr Weiterleben angelegt ist. Diese Funktion vermögen gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht einzulösen. Kinder, ihr Kommen und Gedeihen, spielen offenbar beim Hohen Verfassungsgericht eine niedere Rolle.“

Die biologischen Funktionen

Selbst wenn man dieser nur auf die biologische Fortpflanzung verengte Definition von Familie einmal folgt und damit deren soziale, kulturelle, wirtschaftliche und vor allem emotionale Bedeutung ignoriert: Blüm irrt sich sogar, wenn er denjenigen, die sich nicht selbst fortpflanzen wollen oder können, keine Rolle bei der Reproduktion zubilligt. Ganz im Gegenteil: Schon das Überleben von Frauen weit über ihr fortpflanzungsfähiges Alter hinaus, aber eben auch die schiere Existenz von Homosexuellen in allen bekannten Gesellschaftsformen und Epochen zeigen, dass sie eine wichtige biologische Funktion haben.

Es gibt inzwischen unzählbar viele Untersuchungen, die zeigen: Es überleben mehr Kinder und sie leben auch besser, wenn der Mutter Menschen zur Seite stehen, die nur für die Kinder da sind, aber nicht eigene produzieren. Anders gesagt: Eltern können sich über ihre homosexuellen Brüder und Schwestern freuen, sie dienen mit dem Fortbestand des familiären Genoms. Großmütter, Onkels, Tanten, die vielen Adoptiveltern haben einen evolutionären Sinn. [...]

1949 war die Vorstellung, zwei Frauen oder zwei Männer könnten einander heiraten wollen, ihre Beziehung als Familie betrachten, undenkbar. Nur heterosexuelle, nicht-behinderte, nicht-geisteskranke, nicht-straffällige, nicht geschwisterlich einander verbundene, nicht-Cousins – um einige weitere Ehebeschränkungen der Zeit aufzuzählen, konnten 1949 heiraten. Ein Mann wie der hochliberale Theodor Heuss focht Zeit seines Lebens für den Paragraphen 175. Und doch können wir hoffen, dass er auf das schwule Selbstbewusstsein seines Nachfolgers Guido Westerwelle stolz gewesen wäre.

Was ist eine Familie?

Und was eigentlich ist eine Familie? Blüms Vorstellung ist die der Kleinfamilie. Ein heterosexuelles Paar mit einer Anzahl selbst gezeugter Kinder. Diese Konstellation hat sich jedoch erst im 19. Jahrhundert als bürgerlich-urbaner Standard etabliert. Und bis weit in das 20. Jahrhundert hinein boten eher Großfamilien, der Clan, die Sippe Schutz, Unterkommen und Nahrung. Hier hatten auch die vielen unehelichen „Bastarde“ ihre Rolle, die bis zu höchsten Weihen aufsteigen konnten – der englische König William I. der Eroberer etwa. Das bürgerliche, auf Kleinfamilien ausgerichtete Recht des 19. Jahrhunderts hingegen sprach nicht-ehelichen Kindern bis vor Kurzem noch die Vollgültigkeit ab. Es wird oft vergessen: In den 1970ern war der Ruch, unehelich zu sein, in weiten Kreisen fast so schlimm wie der, schwul zu sein.

So manche Generation kannte nur eine weibliche Gesellschaft: Die Männer, zumal die jungen im Vatersalter, waren im Krieg, gefallen, im Hospital oder in Kriegsgefangenschaft. Alte Männer und Frauen dominierten das Gesellschaftsleben. Bis weit in die 1960er-Jahre hinein zogen auch in Deutschland Großmütter und Mütter mit Schwestern und Tanten die Kinder auf. Waren das keine Familien? Waren diese gleichgeschlechtlichen Partnerschaften unfähig, „wertvoll“ (Blüm) zu lieben, zu erziehen, zu leiten und zu formen? Gab es in Folge dieser Familienbeziehungen eine Welle der Homosexualisierung Deutschlands? Nicht dass wir wüssten.

Neue wirtschaftliche und kulturelle Bedingungen

Die bürgerliche Kleinfamilie, wie sie Norbert Blüm als Ideal an die Wand malt, ist also ein historischer Sonderfall, gebaut auf dem Nahrungsüberfluss der industriellen Revolution, guter Medizin, einem extremen Bevölkerungswachstum und einer Wirtschaft, die schnell abrufbare kleine Familien forderte. Die heutige Teil-Auflösung dieser Kleinfamilien ist hingegen nicht das Resultat moralischer Verrottung, sondern neuer wirtschaftlicher und kultureller Bedingungen.

„Du Schwuler“ ist das meistgebrauchte Schimpfwort in Deutschlands Kindergärten. Woher haben die lieben Kleinen wohl die Vorstellung, dass sich mit diesem Wort etwas ganz Übles verbindet? Praktisch alle Homo-, Bi-, Trans- oder sonstig Sexuellen haben eine heterosexuelle Sozialisation. Nichts beweist besser als diese Erkenntnis, wie wenig Einfluss die Erziehung auf die sexuelle Orientierung eines Menschen hat, wie unsinnig das russische Gesetz gegen homosexuelle „Propaganda“ ist. Es sind heterosexuelle Männer wie Norbert Blüm, die über die Sexualität bestimmen wollen, wer in der Gesellschaft herrscht. Sie legen immer neu die Grundlage für Homophobie und Minderheitenverachtung mit der Behauptung, dass ihre Vorstellung vom Leben „der Natur“ oder „der Kultur“ entspräche. Sie haben Angst davor, dass ihr eigenes, über eineinhalb Jahrhunderte entstandenes Männlichkeits- und Gesellschaftsbild ins Wanken kommt.

Sie sagen, wir achten Homosexelle, unsere besten Freunde sind welche – verweigern ihnen aber die gleichen Rechte wie allen Bürger. Es sind Männer wie Norbert Blüm, die es mit sich bringen, dass das Outing von Männern wie Thomas Hitzlspergers als „mutig“ bezeichnet werden muss."

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tl_files/Themen-Blog/top-or-bottom-470-.jpgOben oder unten? Die Ideologie von "Top" und "Bottom" heißt die Kolumne von Kevin Junk auf queer.de. Er zeigt darin, wie wir uns durch Rollenbilder in unserer Sexualität beeinflussen lassen und unsere Identität entsprechend fixieren.

"Als ich meine Sexualität entdeckte und erforschte, war ich auf der Suche nach Deutungsangeboten. Ich war konfrontiert mit den Kategorien "aktiv" und "passiv" und kam nicht auf die Idee, sie zu hinterfragen oder gar aufzubrechen. Ich hatte das Gefühl ich müsse mich festlegen und entschied mich dazu "passiv" zu sein. Diese Entscheidung prägte meine Selbstwahrnehmung, prägte die Wahrnehmung anderer von mir und schrieb mir ein bestimmtes Verhalten ein. [...]

Als der Jüngere, der Kleinere, der mit weniger Kaufkraft, derjenige, der beschützt werden wollte, war mir einfach klar, dass ich beim Sex empfangen musste. Im Umkehrschluss hatte ich das Gefühl, nichts geben, nichts anbieten zu können. Ein ganzer Machtapparat ging in der Spannung zwischen meiner Vorder- und Hinterseite vor. [...]

Im Laufe der Jahre löste ich mich von diesen festen Zuweisungen, begann zu verstehen, dass sie nichts über mich als Person aussagen müssen, aber können. Schüchternheit ließ sich leichter ablegen, wenn ich mich spielerisch in die Position des Aktiven begab. Und das ist genau der Punkt: Wir sollten diese Rollen nicht zu ernst nehmen, denn es sind nichts weiter als ebendas – Rollen. Temporäre Ränkespiele, die wir immer wieder aushandeln, die aber nichts über uns als Person aussagen sollten. Es ist nicht männlich, jemanden zu ficken, es ist nicht männlich, gefickt zu werden – es ist im besten Falle Spaß und sexuell befriedigend.

Eigentlich sind wir doch alle Legosteine, wir passen von beiden Seiten aufeinander. Der Rest ist nichts weiter als ein Spiel.
"

(Bildnachweis: http://www.queer.de/detail.php?article_id=20793)

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"Was nicht männlich ist, ist schwul", lautet eine simple Definition so mancher Normal-Bürger_in. Dabei wird völlig verkannt, dass die sogenannte "Männlichkeit" lediglich eine gesellschaftliche Definition ist und Homosexualität eine natürliche Anlage, ein Bedürfnis. Interessant dazu auch der Artikel in der SZ vom 10.1. "Ist das jetzt schon schwul?"

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Ein neuer Begriff erobert die Beziehungsdefinition: Mingles!

"Ist es Angst vor Nähe? Eine Folge der Bindungsprägung in der Kindheit? Oder zuviel Auswahl? Es gibt viele Gründe, weshalb sich zunehmend Menschen schwer tun, eine Beziehung einzugehen.

Die Folge: die Phasen, in denen zwei Menschen nicht als Paar, aber auch nicht nur als Freunde zusammen Zeit und Bett teilen, werden länger. Es gibt sogar einen neuen Kunstbegriff dafür „Mingles". („To mingle" = „sich unter Leute mischen"). "Mingles" wird dem Hamburger Trendforscher Peter Wippermann zugeschrieben: eine Wortschöpfung aus "mixed" und "Single". Irgendwas zwischen „Ich kann mich nicht entscheiden", „Freund mit Vorzügen" und „Vielleicht findet sich wer Besseres".

[... Eric Hegmanns Fazit:]

Mingles scheitern also nicht an Auswahl oder Möglichkeit: sie schaffen es nur nicht, sich zu entscheiden und für diese Entscheidung einzustehen. Da hilft auch kein Begriff, der modisch verklärt, was einfach unreif ist."

Wie seht ihr das?

Mehr dazu von Eric Hegmann auf Huffington News vom 15.1.

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Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bedauern

Was bereuen wir, wenn unser Leben zu Ende geht? Eine Palliativpflegerin, die viele Menschen am Sterbebett bis zum Tod begleitete, hat darüber ein Buch geschrieben. Für uns ist dieser Rückblick von Sterbenden eine Anregung für's Leben:

1. "Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben"
2. "Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet"
3. "Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken"
4. "Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten"
5. "Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein"

Mehr in einem Artikel auf Die Welt online vom 5.2.2012

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tl_files/Themen-Blog/13-02-15 Uwes wird 50 - 005.jpgKennt ihr das Wort "Affluenca"? Der vor allem im englischen Sprachraum verbreitete Begriff „Affluenza“ – ein Kunstwort aus affluence (Wohlstand, Überfluss) und influenza (Grippe) – bezeichnet eine „schmerzhafte, ansteckende, über soziale Beziehungen weitergegebene Krankheit, deren Symptome in einem Überangebot aus Konsumgütern, Schulden, Angstzuständen und einer Unmenge Abfall bestehen. Diese Symptome resultieren aus dem konzentrierten Streben nach mehr und immer mehr“.

Im Folgenden werden im Artikel der Huffington Post am 16.1. sieben Fakten über die psychologischen Auswirkungen von Geld und Wohlstand vorgestellt. Zu Beginn die zwei, welche besonders in Bezug zu unseren Beziehungen stehen:

1. Mehr Geld = weniger Mitgefühl?

Verschiedene Studien ergaben, dass Reichtum im Widerspruch zu Mitgefühl und Einfühlungsvermögen steht. In einem Artikel in der Zeitschrift Psychological Science wurde zudem beschrieben, dass wirtschaftlich schlechter gestellte Menschen besser den Gesichtsausdruck anderer Menschen interpretieren konnten – ein wichtiges Zeichen für Mitgefühl – als wohlhabendere Menschen.

„Viele unserer Beobachtungen deuten grundsätzlich darauf hin, dass die unteren Gesellschaftsschichten tendenziell viel Mitgefühl zeigen und die oberen Schichten tendenziell weniger“, erläutert Michael Kraus, einer der Autoren der Studie, in einem Gespräch mit TIME. „Das Umfeld der unteren Bevölkerungsschichten unterscheidet sich stark von dem der Oberklasse. Mitglieder der unteren Gesellschaftsschicht sind angreifbarer und müssen permanent auf soziale Bedrohungen reagieren. Da sie sich darauf verlassen müssen, dass ihnen andere Menschen von drohenden Gefahren oder sich bietenden Chancen berichten, nehmen sie die Gefühle ihrer Mitmenschen stärker wahr.“

Während mangelnde Ressourcen somit die emotionale Intelligenz fördern, kann ein Übermaß an Ressourcen schlechtes Verhalten auslösen. Wissenschaftlern der Universität Berkeley zufolge kann selbst Spielgeld dazu führen, dass Menschen weniger Rücksicht auf andere nehmen. Sie beobachteten zwei Studenten beim Monopoly spielen, wobei ein Teilnehmer erheblich mehr Geld erhielt als der andere. Obwohl dies dem reicheren Spieler anfänglich unangenehm war, agierte er im Laufe des Spiels nicht nur aggressiver, nahm mehr Straßen ein und bewegte seine Spielfiguren lauter, sondern machte sich auch über den Spieler mit weniger Geld lustig.

2. Reichtum kann das moralische Urteilsvermögen beeinträchtigen

Spätestens seit der Finanzkrise 2008 wissen wir alle, dass Reichtum zu einem Gefühl moralischer Überlegenheit führen kann. In einer Studie der Universität Berkeley stellte sich heraus, dass Fahrer von Luxusfahrzeugen in San Francisco vier Mal seltener an Zebrastreifen anhielten und Fußgängern den Vortritt ließen als Fahrer von weniger teuren Autos, obwohl sie gesetzlich dazu verpflichtet sind. Zudem neigen sie eher dazu, anderen Fahrern die Vorfahrt zu nehmen.
In einer anderen Studie kamen Wissenschaftler zu dem Schluss, dass selbst der Gedanke an Geld ein unmoralisches Verhalten auslösen kann. Wissenschaftler der Harvard-Universität und der Universität von Utah fanden heraus, dass Studienteilnehmer eher logen oder sich unmoralisch verhielten, nachdem sie geldbezogenen Wörtern ausgesetzt worden waren.

„Auch wenn wir die besten Absichten haben und wissen, was richtig und was falsch ist, gibt es Faktoren, die unsere Entscheidungen und Verhaltensweisen unbewusst beeinflussen“, erläutert Kristin Smith-Crowe, eine der Mitautorinnen der Studie.

3. Reichtum steht in Zusammenhang mit Suchtverhalten

4. Geld als Suchtfaktor

5. Reiche Kinder haben mehr Probleme

6. Wir sehen Reiche gerne als „böse“ an

7. Mit Geld kann man kein Glück (und auch keine Liebe) kaufen

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Immer weniger Menschen definieren Erfolg im Leben allein mit Geld und Status. Eine 2013 durchgeführte LifeTwist-Studie ergab, dass nur noch ein Viertel aller Amerikaner der Meinung sind, dass Erfolg durch Reichtum bestimmt wird.

Kommentar von Redaktion |

Bei zeit online erschien am 17.1. ein Artikel zum Thema: "Gleichgeschlechtliche Liebe war in Ordnung, Sex verboten" In der Antike gehörte Homosexualität zum Alltag, im Mittelalter wurden Schwule verbrannt. Die Geschichte zeigt: Es war selten ungefährlich, dasselbe Geschlecht zu lieben.

Kommentar von Redaktion |

Wow! Die Huffington Post veröffentlicht am 28.1. einen geschichtlichen Überblick zum Eheversprechen queer durch die Jahrhunderte: "Warum das Argument der „traditionellen Ehe" völliger Mist ist". Die folgenden Kapitelüberschriften zeigen die Veränderungen:

  • Im alten Griechenland: Ehe dient der Fortpflanzung.
  • Indigene Völker: Das Leben ist schwer genug, also heirate, wen du brauchst.
  • Im alten China: Warum sollen nur die Lebenden heiraten?
  • Im alten Ägypten: Heiraten für den perfekten Stammbaum
  • Im alten Rom: Frauen als politische Währung
  • Frühes Christentum: Sex in der Ehe ist ein notwendiges Übel.
  • Mittelalter: Das Leben ist schwer, und Ehen sind wirtschaftlich sinnvoll.
  • 16. Jahrhundert: Die Ehe wird zum Sakrament.
  • Aufklärung: In einer Ehe spielt auch Liebe eine Rolle.
  • Viktorianisches Zeitalter: Eine gute Ehefrau ist rein.
  • Beginn des 20. Jahrhunderts: Ehepaare sollten guten Sex haben.
  • 50er-Jahre: Kleinfamilien sind die besten Familien
  • Ende des 20. Jahrhunderts: Ehe ist ein Menschenrecht.

2001 erlaubten die Niederlande als erster von inzwischen vielen Staaten die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern.

Kommentar von Redaktion |

Es gibt 7 Gründe, warum die meisten Angst vor der Liebe haben, so ein Artikel der Huffington Post am 29.01.: "Schutzmechanismen geben die Illusion von Sicherheit, verhindern jedoch gleichzeitig die ersehnte Nähe zu einem anderen Menschen. Was also steckt hinter unserer Angst vor Intimität? Was hält uns davon ab, Liebe zu finden und zu erhalten?

  1. Wahre Liebe macht uns verletzlich
  2. Neue Liebe bricht alte Wunden auf
  3. Liebe erschüttert unser Selbstbild
  4. Tiefe Freude ist mit tiefem Schmerz verbunden
  5. Liebe ist oft ungleich
  6. Beziehungen können zum Bruch mit der Familie führen
  7. Liebe weckt Existenzängste

Die meisten Beziehungen sind mit einer Unmenge von Herausforderungen verbunden. Ein wichtiger Schritt in Richtung einer erfüllenden, langfristigen Beziehung besteht darin, seine Ängste vor Intimität zu kennen und zu wissen, wie sie das eigene Verhalten beeinflussen. Diese Ängste treten meist in Form verschiedener Rechtfertigungen auf, warum es mit dem anderen Menschen nicht klappt. Es ist wirklich erstaunlich, auf welch unterschiedliche Weise wir uns selbst sabotieren, wenn wir einem anderen Menschen nahe kommen. Erst wenn wir uns selbst genau kennen, geben wir uns die Chance auf wahre Liebe und eine langfristige Beziehung."

Kommentar von Redaktion |

Der neue Ton der Katholischen Kirche (Bischof Ackermann in einem Beitrag auf queer.de 6.2.) betont immer noch die Heteronorm, versucht aber diverse Exzesse der Lehre abzumildern:

Als Reaktion auf Ergebnisse einer Umfrage unter Katholiken hat Bischof Stephan Ackermann in einem Interview mit der "Allgemeinen Zeitung" aus Mainz erklärt, dass die Kirche ihre Sexualethik behutsam ändern müsse. Zuvor hatte die Deutsche Bischofskonferenz Teilergebnisse einer vom Vatikan beauftragten Online-Befragung der Gläubigen zu Sex-Themen veröffentlicht, in der diese insbesondere Kritik an den Lehren über vorehelichen Sex und die Haltung zu Homosexuellen übten.

Zum Thema Homosexualität erklärte Ackermann: "Das christliche Menschenbild geht von der Polarität der Geschlechter aus, aber wir dürfen nicht einfach sagen, Homosexualität sei widernatürlich". Der 50-Jährige schränkte aber ein, dass Homosexualität nicht in Promiskuität und Triebbefriedigung ausgelebt werden dürfe. Sollte aber in einer eingetragenen Partnerschaft Treue und Verantwortung gelebt werden, "dann können wir dieses Verantwortungsbewusstsein nicht ignorieren". Ackermann dämpfte aber gleich die Aussichten auf weitreichende Reformen in dieser Frage: So sei eine Segnung von schwulen oder lesbischen Paaren wie in Teilen der evangelischen Kirche "nicht unsere Lösung".

...Mehr Zugeständnisse machte Ackermann bei anderen Themen: So erklärte er im Interview, dass der Zölibat "kein Dogma" sei. Außerdem sei die Einstufung einer erneuten Eheschließung nach einer Scheidung als Todsünde "nicht mehr zeitgemäß". Der Vatikan könne auch nicht mehr jede Art von vorehelichem Sex als schwere Sünde bewerten. Daher müsse die Kirche etwas tun, um das "Vorurteil der Leibfeindlichkeit" abzubauen.

Stephan Ackermann, der erst 2009 von Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Trier ernannt wurde, gilt als vergleichsweise liberal.

Kommentar von Redaktion |

Es tut sich was bei der bundesdeutschen Filmzensur der FSK. queerMDB berichtet am 9.2.:

Die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Kinos / Filmwirtschaft) hat den DVD-Release von The Happy Sad ab 12 Jahren freigegeben, 16 Jahre waren beantragt. In der Begründung heißt es: "Der Film behandelt Themen wie Treue, Ehrlichkeit und die Suche nach sexueller Orientierung und Erfüllung. Dabei ist er stark dialogorientiert und enthält weder auf der Bild- noch auf der Sprachebene Momente, die auf Kinder ab 12 Jahren verstörend wirken könnten. Kinder dieses Alters werden manche der Konflikte und Identitätskrisen womöglich nicht vollständig nachvollziehen können, eine sozialethisch desorientierende Wirkung kann jedoch auf Grund der in jeder Hinsicht toleranten Haltung der Erzählung ausgeschlossen werden." (fsk.de)

Rückblick: Der vom ZDF und dem Nachwuchsfördertopf der Filmstiftung NRW geförderte Film Romeos (2011) wurde entgegen dem Antrag auf FSK 12 erst ab 16 Jahren freigegeben. Der Spielfilm, der die Geschichte des jugendlichen Transgenders Lukas, der als Mädchen geboren wurde, und seinen "Weg zum Erwachsenwerden" erzählt, könne laut FSK bei jungen Menschen zur "Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung" führen; es handle sich um ein „schwieriges Thema, welches für die Jüngsten der beantragten Altersgruppe, die sich in diesem Alter in ihrer sexuellen Orientierungsphase befinden, sehr belastbar sein könnte“.

Der LSVD machte darauf aufmerksam, dass dementsprechend aber auch die „wiederholte Darstellung von vermeintlich normaler Heterosexualität für heranwachsende homo- oder bisexuelle Menschen“ eine Belastung darstelle, und kritisierte insbesondere die homophobe „Umpolungsrhetorik“, die „man sonst nur aus Kreisen fundamentalistischer Homosexuellenhasser“ kenne. Die FSK argumentierte, die als homophob kritisierte Stellungnahme sei "nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen". Nach erneuter Überprüfung wurde der Film dann doch für die Altersgruppe ab 12 Jahren freigegeben. (wikipedia.de)

Kommentar von Julian |

Zum Thema „Mingles“:

Mit diesem Fazit zu einem vermeintlichen Trend setzt Eric Hegmann lediglich einen altbekannten Trend fort – nämlich ein klassisches (oder sollte ich sagen konservatives?) Beziehungsgefüge zu propagieren.

In meinen Augen ist es vielmehr die wenig geistreiche Bemerkung, bei Mingles handele es sich um entscheidungsschwache Persönlichkeiten, die von geistiger Unreife zeugt – oder zumindest von mangelnder kognitiver Rechercheleistung. Gänzlich unüberlegt bleibt dabei die Option, dass es sich beim „Mingledasein“ um eine bewusste, rational kalkulierte Entscheidung handelt – die nicht zwangsläufig dem Motto „Vielleicht findet sich wer Besseres“ entspringt. Gott sei Dank leben wir in einer Zeit, in der der oder die Einzelne den Erfolg seiner Lebensleistung nicht (mehr) davon abhängig machen muss, ob er oder sie in einer festen Partnerschaft lebt oder nicht.

Die bewusste Entscheidung gegen eine feste Beziehung zeugt zuvörderst von einem Freiheitsbestreben, das sich nicht durch tradierte gesellschaftliche Rollenbilder und Verhaltensmuster leiten lässt! Welches Naturgesetz besagt, dass sich der Mensch für eine Person entscheiden soll und damit seine Krallen in das Fleisch des Partners zu schlagen hat, wie es sonst nur ein wildes Raubtier mit seiner Beute zu tun pflegt? Anders, salopp formuliert könnte man auch fragen: Warum sollte man sich eine ganze Kuh zulegen, wenn man nur einen Schluck Milch möchte?

Vielleicht ist es eben diese berechtigte Überlegung, die einen vermeintlich neuen Trend schafft und unserem Faziteur (wie ich – wenn wir schon über Wortneuschöpfungen sprechen – unseren Fazit-Zieher nenne) gänzlich entgangen ist. Ist dem nicht der Fall, so kann getrost von einem Sachverhalt gesprochen werden, der mit einem einzigen Wort beschreibbar ist: Ignoranz.

Kommentar von Redaktion |

Jetzt haben wir es amtlich: die sexuelle Orientierung kommt zu 30 bis 40 % aus den Genen, die anderen Prozent von den Hormonen... Chicago hat die ersten belastbaren Beweise herausgefunden: buzzwok 15.2. (engl.)

Und hier fast zeitgleich die Gegenargumente des ugandischen Präsidenten, der sich auf seine sog. wissenschaftlichen Untersuchungen beruft, um zu begründen, dass es Anti-Propaganda-Gesetze und strenge Strafen in seinem Land braucht: gaystarnews 15.2. (engl.)

Hier die passende TV-Doku bei N24 am 11.4.2011! "Woher kommt Homosexualität?"

Kommentar von Redaktion |

"Nicht geliebt – doch schweigend geduldet" entführt in die homoerotische Geschichte Indiens. Neben den Geschichten aus 1001 Nacht vertieft ein Artikel in der Neuen Züricher Zeitung vom 18.2. die aktuelle juristische Entwicklung in Indien und deren Hintergründe. Der indische Psychologe und Autor Sudhir Kakar erläutert mit dem Blick in die Vergangenheit die Innenansichten und Gefühle. Toller Tipp von Hilmar!

Kommentar von Redaktion |

"Wie entsteht Homosexualität?" ein Audio-Beitrag im Rahmen der Sendung "Frag den Paal" des SWR vom 19.2. (ab 3. Minute) Versuch den wissenschaftlichen Stand zu referieren.

Kommentar von Redaktion |

Journalist und Filmemacher Jobst Knigge meint in einem Huffingpost-Artikel vom 19.2. "Normalität gibt es nicht. Ich bin schwul! Ich bin nicht normal und will es auch gar nicht sein. Denn was ist normal?"

Kommentar von Redaktion |

tl_files/Themen-Blog/Seepferdchen-Liebe - HAGD 22.2.2014.jpgTolle Alternative aus dem Tierreich so das Bild von Have A Gay Day:

In der Welt der Seepferdchen, sind die Weibchen mit einem Penis als Eileiter ausgestattet und dringen damit in die Gebärmutter der männlichen Seepferdchen ein. Dort werden die Eier der Männchen befruchtet die letztlich schwanger werden. Die Vermutung der Biologen geht dahin, dass das Männchen das Austragen der Eier übernimmt, damit das Weibchen genügend Energie hat, um weitere Eier zu produzieren. Dadurch sind nach der Geburt der jungen Seepferdchen die Eltern bereit, erneut schwanger zu werden. Auch wenn die Seepferdchen keine lebenslange Partnerschaft eingehen, so sind sie während der Schwangerschaft sehr treu, liebevoll und zärtlich zueinander. Während das Männchen die Eier austrägt, besucht ihn das Weibchen jeden Tag, um ihn sanft zu berühren und einfach Zeit mit ihm zu verbringen.

Kommentar von Redaktion |

Bleiben wir doch gleich bei den Aha-Momenten im Tierreich und werfen wir einen überraschenden Blick in die Beziehungs- und Erziehungswelt der Flamingos:

"Homosexuelle Adoptionsspezialisten: Da es schwer war, unter hunderttausend Paaren den Überblick zu behalten, nahm man an, es handele sich um monogame Paare. Was bei genauerem Hinsehen zwar für die Mehrzahl stimmte, doch es fanden sich auch eine Menge Alternativen. Flamingos legen nur ein Ei. In manchen Nestern lagen aber zwei Eier, die dann auch von zwei Weibchen und einem Männchen bebrütet wurden. Oder zwei Männchen und ein Weibchen pflegten ein Nest mit Küken. Es gab aber auch auffällig große beziehungsweise kleine Nester, manchmal ganz ohne Ei. Das waren gleichgeschlechtliche Paare männlichen wie weiblichen Geschlechts, die merkwürdigerweise später manchmal ein Küken versorgten.

... Die Natur ist in diesem Fall polymorph, ohne dabei, wie Freud meinte, 'polymorph pervers' zu sein. Pervers ist nur der Glaube, die Natur folge einem normativen Konzept, was sie schon deshalb nicht tut, weil sie keine Straßenverkehrsordnung kennt." (mehr davon im Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 4.3.)

Kommentar von Redaktion |

Mein Mann ist schwul - Coming-Out eines Familienvaters (ARD-Doku 29' in der Mediathek vom 2.3.2014) Jörg und Manuela haben zwei gemeinsame Töchter im Teenager-Alter. Seit 22 Jahren sind sie verheiratet, eine Ehe mit Höhen und Tiefen, aber ohne je ernsthaft in Frage gestellt zu sein. Bis Manuela durch Zufall herausfindet, dass Jörg eine Affäre mit einem Mann hat. Eine Welt bricht zusammen, Manuela versteht die Welt nicht mehr - sich selbst nicht und ihren Mann schon gar nicht. Auch Jörg ist tief verunsichert, kämpft mit sich um seine Rolle als Vater und Ehemann auf der einen und seiner neu entdeckten Neigung auf der anderen Seite.

Kommentar von Redaktion |

Eigentlich ist es ein so großes Thema, dass wir dafür einen eigenen Themenblog, wenn nicht mehrere einrichten müssten: Pädophilie, Missbrauch, Körperfeindlichkeit. Ein Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 8.1.2013 berichtet von der Situation in Dänemark und den Maßnahmen, welche jede Form körperlichen Kontakts mit Erziehungspersonen unter Verdacht stellen. "Glaswände in Krippen, keine Umarmungen, Toiletten müssen stets offen bleiben: In dänischen Kindergärten gelten für Pädagogen strenge Regeln im Umgang mit ihren Zöglingen. Die Schreckkampagne mache Kindergärtnern die Ausübung ihres Berufs fast unmöglich, beklagen Gewerkschaften." In einem Facebook-Blog von David Berger vom 8.3.2014 wird dazu intensiv diskutiert.

Wie sieht für Euch die ideale Kindererziehung aus, welche eine offene, von Vertrauen und Akzeptanz geprägte Entwicklung von Kindern ermöglicht? Wollen wir dazu einen eigenen Blog einrichten?

Kommentar von Redaktion |

"Schwulenquote" beim Zwergkakadu bei 40%, schreibt Axel Hacke in der Süddeutschein Zeitung vom 21.3. Homosexualität sei unnatürlich, heißt es immer wieder. Beim Blick ins Tierreich ergibt sich ein anderes Bild, was zu der Frage führt, ob der katholische Priester wohl etwas von Delfinen und nubischen Steinböcken lernen kann.

Kommentar von Redaktion |

Um zu erkennen, wie gut es uns heute in Deutschland geht, ein historischer Überblick zum Umgang mit Queers quer durch die verschiedene Jahrhunderte in unserem eigenen Kulturkreis. Die Chronik des Centrums Schwule Geschichte in Köln hat auf seiner Webseite entsprechende Fundstücke bereitgestellt.

Kommentar von Redaktion |

tl_files/Sonstige Bildelemente/Russland heute - Nazis damals.jpgDas Familien-Idyll als Staatsdoktrin, verteidigt mit den Klauen des Doppeladlers. Sinnbild der Heteronormativität in Reinkultur?

Echt verblüffend, wie sich die Bilder gleichen, die die Russische Regierung in der Moskauer U-Bahn heutzutage aushängt und welche damals im NS-Regiem von der Regierung verbreitet wurden. (Olena Iashchenko 27.3. auf facebook)

 

 

Kommentar von Redaktion |

Eine absolut lesenswerte Artikelserie erschien am 27.03.2104 bei Zeit Online. Wunderbare Essays und Geschichten zum Mann von heute: 33 gute und 3 schlechte Nachrichten.

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Aus dem Tintenfisch wird ein Tuntenfisch

Absolut faszinierend... der männliche Sepia apama verändert sein Aussehen hin zum Weibchen (Farbe verändern, Fangarme einziehen), um an gut bewachte Weibchen heranzukommen. Dieses Versteckspiel schafft aber einen ganz schönen Durcheinander. (freenet.de/wissenschaft 7.11.2002) Die menschliche Tunte bzw. der Travestie-Künstler lösen ja auch bei unserer Spezies diverse Irritationen aus. Was steckt dahinter?

Kommentar von Redaktion |

Das neue schwache Geschlecht

Drei Männer habe ich in letzter Zeit kennengelernt. Alle drei Geschichten endeten, bevor sie richtig begonnen hatten. Was ist nur los mit den Männern von heute? Bindungsagst bei Männern ein Zeichen der männlichen Emanzipation? Ein Leserartikel von Steffi Arendsee vom 17.04.2014 auf Zeit online.

Kommentar von Wolfgang |

In den letzten Monaten mutiert die Frage pro und contra Toleranz gegenüber Queers zum Kulturkampf. Eine gefährliche Entwicklung, bei der vor allem die les-bi-schwul-transgender "Sündenböcke" der Nation leiden müssen. Hier nur drei Berichte der letzten Zeit über die Anti-EU-Haltung, die das Thema Homosexualität als Aufhänger haben:

"Streit über Menschenrechte: Chef der iranischen Justiz wirft Europäern Sex-Propaganda vor" Das EU-Parlament hat Irans Umgang mit den Menschenrechten kritisiert. Teheran ist empört und teilt seinerseits aus. Der Chef der iranischen Justiz wirft den Europäern nun vor, sie würden in Iran Homosexualität und Promiskuität verbreiten. (Spiegel online 10.04.2014)

"Simbabwes Präsident Robert Mugabe: 'Soll doch Europa seinen homosexuellen Unsinn behalten!'" Was unnatürlich ist, wird natürlich gemacht: Simbabwes Staatschef Robert Mugabe hat wieder einmal gegen den zunehmend liberaleren Umgang mit Schwulen und Lesben in Europa gewettert. Dort gebe es "überhaupt keine Prinzipien mehr". (18.04.2014 Spiegel online)

David Signer geht in seinem Artikel "Homosexualität in Afrika - Der homophobe Kontinent" (der Neuen Züricher Zeitung vom 20.04.2014) auf die tieferliegenden Hintergründe dieser Argumentationen ein. "Es ist weniger die Homosexualität, die von den Weissen nach Afrika gebracht wurde, sondern die radikale Homophobie. Auch in Afrika wurden zwar je nach kulturellen und historischen Gegebenheiten sexuelle Abweichungen stigmatisiert. Aber im allgemeinen herrschte im Vergleich zu Europa ein eher liberales Klima. Weil Fruchtbarkeit so hoch geachtet wurde, kam es kaum zur Abwertung des Sexuellen per se wie in christlichen Ländern. Zwar wurden Praktiken, die nicht zu Nachwuchs führten, tendenziell abgewertet, aber man begegnete ihnen weniger mit Hass als mit Bedauern oder Kopfschütteln.

Die Ethnologen Murray und Roscoe zeigen in ihrem Buch «Boy Wives And Female Husbands: Studies of African Homosexualities», dass es ein koloniales Vorurteil war, den Afrikanern besondere Nähe zur Natur zuzuschreiben; infolgedessen sollte bei ihnen auch so etwas «Unnatürliches» wie gleichgeschlechtliche Liebe nicht existieren. Diese koloniale Argumentation wird heute von Politikern wie Museveni verwendet. Auch Forscherinnen wie die Uganderin Tamale oder die Nigerianerin Amadiume zeigen in ihren Werken, dass Homosexualität in Afrika auch vor der Ankunft der Weissen existierte."

Mehr Hintergründe zur Queerphobie weltweit auf unserem Themenblog "Umgang mit Queerphobie" mit Definition, Thesen und Ideen.

Kommentar von Redaktion |

Liebe ist Liebe: Kinder homosexueller Eltern sprechen über ihre Familien. Erwachsene können viel von Kindern lernen - das zeigt auch dieses Video (YouTube 3'47''). Kinder gleichgeschlechtlicher Eltern erzählen von ihren Träumen, weihen uns in ihre Geheimnisse ein und sprechen über ihre Familien. Dabei machen sie eins klar: Liebe ist Liebe und Familie ist Familie!

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tl_files/Themen-Blog/Express you gender - gays.com.pngGenial! Ein Schieberegler Button, um in kürzester Zeit darzustellen, welche Identität man_frau hat!

a) biologisches Geschlecht als Mann (intersexuell) Frau
b) Gender-Identität als männlich (es-bi-pan-transgender) weiblich
c) Sexuelle Anziehung durch Mann (a-bi-pansexuell) Frau
d) Externer Ausdruck maskulin (androgyn) feminin

"Drücke Dich so aus, wie du bist und lass uns am 17.5. feiern, dem internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie, einem Fest für sexuelle und Gender-Vielfalt!"

Danke für das Bild an gays.com!

Kommentar von Wolfgang |

Seit Conchita Wurst müssen wir wohl selbst die Icons neu gestalten :-) Viel Spaß bei weiteren Vorschlägen!

Kommentar von Wolfgang |

"Homosexuell nach Schlaganfall - Plötzlich schwul" titelt die SZ am 7.6. und beschreibt den Fall eines folgenreichen Unfalls, der auch die Diskussion - warum sind wir queer - neu befeuert. Der Fall scheint Gen- und Sozial-Einflüsse auszuschließen. Hetero oder Queer also nur eine Sache des Gehirns?

Netzwerkkollege Ranma meint: "Sowohl Sexuelle Orientierung als auch Geschlechtliche indendität sind im Kleinhirn verankert. Im Experiment mit Mäusen wurde zweifelsfrei festgestellt das es 53 Gene sind die alle einzeln entweder Mann oder Frau durch Hormone und Signalstoffe geschalten werden. Diese formen das Kleinhirn sowohl zur Sexuellen Orientierung als auch zur Geschlechtlichen Indendität. Nur in sehr seltenen Fällen von Unfall oder Hormontherapie kann sich die sexuelle Ausrichtung andern."

Kommentar von Wolfgang |

Der wissenschaftliche Vortrag des Soziologen Benjamin Lipp zum "Pädophilen Begehren und der Unordentlichkeit des A-/Normalen" fand am 13.06.2014 im Rahmen einer Vortragsreihe des QueerReferats der LMU statt. Hier mein Kurzbericht und eine Einschätzung:

Der soziologische Blick von Benjamin Lipp war recht gut! Zum einen stellte er die Perspektive und die Techniken von Therapeuten_innen des Projekts "Kein Täter werden!" vor und antwortete auf Nachfragen zur Psychologie und zu Rahmenbedingungen des Projekts. Zum anderen nannte er deren Begründungszusammenhang "unordentlich", da die Herleitung therapeutischer Maßnahmen sich auf die jeweiligen Wertkontexte der freiwillg teilnehmenden Klienten bezog.

Es geht also auch bei der Bewertung von Pädophilie als Persönlichkeitsmerkmal, Krankheit oder Rechtsbruch letztlich um den gesellschaftlich normierten Konsens (auch wenn er im Therapiegespräch vermieden wird zu thematisieren) und, für die Therapie, um eine subjektive Einschätzung des_der Pädophilen, die durch Einbeziehung der Opferperspektive dazu führt, eigenen Trieben keinen freien Lauf zu lassen, sondern intrinsisch motiviert eigenes 'Leiden' aus Liebe zu Kindern auszuhalten.

Der Dreiklang "Sprechen machen, Mitfühlen machen, Leiden machen!" als therapeutischer Ansatz klingt auch aus Sicht des Opferschutzes vernünftig, soweit auch die gesellschaftliche Sexualnorm und ihr Erklärungszusammenhang (Pädophilie ist Persönlichkeitsstörung) auch auf Seiten des_der Pädophilen als gegeben akzeptiert wird. Dazu müsste aber auch die gesellschaftliche Ausrichtung 'ordentlicher' sein und prinzipiell Modetrends in der Kinderkleidungsindustrie (Sexualisierende Mode) und den Tendenzen zur Verkindlichung der Sexualität (Intimrasur, Designer Vagina) entgegentreten werden.

Sobald Pädophile jedoch die rigide gesellschaftliche Norm für ihre Leiden und mögliche Strafen verantwortlich machen, den Kindern Mitverantwortung zuschreiben oder sexuelle Handlungen an ihnen und durch sie verharmlosen, sowie durch geschichtliche Vergleiche die aktuelle Rechts- und Moralnorm kritisieren, hat der Psychologe wohl auch ein Problem. Denn die Geschichte zeigt, dass auch gesellschaftliche Normen das persönliche Empfinden und vor allem die Bereitschaft zu leiden und sich für andere zu 'opfern' entscheidend mitprägen. Wer würde sonst für "sein Vaterland" in den Krieg ziehen? Ein Ansatz, der wie die gesamte Pädophilie-Debatte auf tönernen Füßen steht.

Die wissenschaftliche Arbeit von Benjamin Lipp steht übrigens auf Academia.edu vollständig zur Verfügung. Und hier ein Artikel auf 19 Seiten in Z Sexualforsch 2014ebenfalls als Download auf Academia.edu

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Eine Ausstellung in der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst in Berlin Kreuzberg stellt die Frage, was genau eigentlich queer ist - und wie wandlungsfähig der Begriff ist: "Heute queer, morgen queer?" (Artikel auf queer.de vom 23.6.) Ein zehnköpfiges Kuratoren_innen-Team stellt bis 10.08.2014 Malereien, Zeichnungen, Installationen, Videos und Performances von Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt vor.

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/michel-foucault-graffiti-.jpgFoucault - schillernder Vordenker einer queeren Politik

Eine Erinnerung an den französischen Philosophen Michel Foucault, dessen Interesse an sadomasochistischen Sex sein Werk beeinflusste. Sexualität hat in seinem Werk eine große Bedeutung. Sein Buch "Über Hermaphrodismus" handelt von der Macht der Medizin, Geschlechter zu klassifizieren. Kurz vor seinem Tod erschien das dreibändige Werk "Sexualität und Wahrheit" – eine Widerlegung der Repressionshypothese zur Sexualität, wie sie in der Studentenbewegung in Anlehnung an Wilhelm Reich gepflegt wurde.

Foucault beschreibt, wie der Homosexuelle durch gesellschaftliche Machtverhältnisse erschaffen wurde, zu einer "Spezies" wurde. Dies war Foucaults neuer Blick. Die Macht konstituiert das Subjekt. Dieser Ansatz ist der Springquell für die Queer-Theorie.

Als die feministische Philosophin Judith Butler von einer Schülerin gefragt wurde, welches Werk man unbedingt von ihr gelesen haben sollte, antwortete sie: "Lies Foucault!" (Artikel von queer.de vom 25.06.2014, 30 Jahre nachdem er an Aids starb)

ARTE würdigte mit der Doku Foucault gegen Foucault am 25.6. sein Lebenswerk. (YouTube 20.6.)

Bild: Foucault-Graffiti im Museum Demeure du Chaos thierry ehrmann / flickr / cc by 2.0

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Die britische Independent greift mal wieder die Frage auf, ob Homosexualität eine Wahl oder eine Bestimmung ist: "Is sexual orientation a choice?" lässt die lesbische Aktivistin Julie Bindel mit ihrem neuen Buch ‘Straight Expectations’ zu Wort kommen, mit dem sie behauptet, dass die sexuelle Orientierung nicht angeboren ist. Der schwule Schriftsteller Patrick Strudwick hält dagegen. (Artikel auf Englisch vom 3.7.2014)

Kommentar von Wolfgang |

"Was ist Homosexualität?" So einfach können Fragen sein... doch es braucht 27 Autoren_innen und 576 Seiten dazu um die Frage aktuell zu beantworten. Rezension von queerPride vom 18.07.2014:

Was ist Homosexualität? Forschungsgeschichte, gesellschaftliche Entwicklungen und Perspektiven”,
1. Auflage 2014, 576 Seiten, 44 Euro.
ISBN der Print-Ausgabe: 978-3-86300-163-6 bzw. ISBN der Ebook-Ausgabe: 978-3-86300-175-9.
Männerschwarm Verlag in Hamburg, www.maennerschwarm.de

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So liebe Eltern, jetzt könnt ihr die 'Schuld' an der Homosexualität Eurer Kinder besser zuordnen: "Wenn ein Junge das epigenetische Programm seiner Mutter oder ein Mädchen das des Vaters erbt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer bi- oder homosexuellen Veranlagung." So beschreibt das zumindest der Artikel von queerPRIDE am 22.07.2014 "Ist Schwulsein normal? Studie sagt: Ja!" 1500 Tierarten können nicht irren :-)

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tl_files/Themen-Blog/Break Free - Ruby Rose.jpgDer neue Trend in der Transsexualität?

Lange hat das australische Model Ruby Rose mit ihrer eigenen Identität gekämpft. Eine Zeit lang bandagierte sie sich ihre Brüste, um männlicher auszusehen und dachte über eine Geschlechtsumwandlung nach.

Heute kämpft sie dafür, dass Menschen nicht in Rollen gezwungen werden. "Man darf sich transsexuell nennen, ohne eine OP zu wollen", schreibt sie auf ihrer Facebook-Seite. "Man darf unbestimmten Geschlechts sein. Wisst ihr was? Ihr dürft genauso sein, wie ihr seid und euch genauso mögen. WIR sollten die Liebe und Akzeptanz verbreiten, von der wir sagen, dass wir sie nicht bekommen."

Artikel mit Video vom 22.07.2014 in der HuffPost

Kommentar von Redaktion |

"Regenbogengeblubber: Wenn Homosexuelle sich selbst genügen" lautet die bissige Kritik der deutschen Queer Community am 22.07.2014 von Holger Dötsch auf queerPride: "Die diskriminierten, geschundenen und angsterfüllten Homo- und Transsexuellen in Russland, Afrika und anderswo bedürfen unserer wahrhaftigen Solidarität und unserer tatkräftigen Unterstützung. Wir aber umhüllen uns mit einer elitären Dekadenz, leiden am laufenden Bande auf hohem Niveau und versündigen uns so an diesen Freundinnen und Freunden in Russland, Afrika und anderswo, die kein Sommerloch kennen und sicher arg verwundert wären, wenn sie mitbekämen, dass wir uns um Regenbogenflaggen vor Ämtern und Behörden kümmern. Wir müssen also umdenken. Sofort!"

Kommentar von Wolfgang |

Alice Schwarzer - Urgestein der deutschen Frauenrechtsbewegung - hat in der Beantwortung eines Leserinnenbriefes zum Umgang mit einem Mädchen mit Wunsch nach Transsexualität relativ unsensibel reagiert (vgl. Artikel im Frauenportal Emma vom 30.07.2014). Sie rät von einer Geschlechtsumwandlung ab, da der Wunsch in eine Männerrolle zu schlüpfen nur gesellschaftlich bedingt sei und auch in der Vergangenheit die Verkleidung als "Garcones" reichte, um diesem Wunsch gerecht zu werden.

Seither wurden diverse Diskussionen losgetreten, inwieweit der Zusammenhang von Körper, Geist und gesellschaftlicher Zuordnung neu geregelt werden soll. David Berger u.a. unterstellt ihr "Körperphobie" und meint: "Alice Schwarzer geht in der neuen Emma unwissenschaftlichen, ideologischen Thesen auf den Leim und vertritt dadurch latent transphobe und homophobe Aussagen." (Artikel der Huffpost vom 4.8.2014)

Es spielt auch die Frage der Patologisierung eine Rolle. Inwieweit hat das Individuum ein Recht darauf, jenseits von Krankheits-Zuschreibungen die eigene Identität zu bestimmen und zu leben? Dabei ist die Frage, ob es ebenso wie bei der Homosexualität bei der Transsexualität keine Krankheit ist, sondern eine individuelle Veranlagung, die nicht (ab-)gewertet werden darf.

Aus meiner Sicht ist dieses Diskussion - jenseits der Kostenreduktion öffentlicher Krankenkassen - eine wesentliche. Denn was treibt mich tief im Inneren dazu, eine bestimmte Identität und Verhaltensweise annehmen zu wollen. Der vielschichtige Entwicklungs-Prozess eines Menschen, beeinflusst durch genetische, hormonelle, instinktive, familiäre, gesellschaftliche, Moden unterliegende, philosophische und/oder spirituelle Einflüsse ist bislang nur ansatzweise fundiert erforscht und aufgeklärt. Letztlich kann er auch nur von jenem Individuum entschieden werden, das diesen Einflüssen tagtäglich ausgeliefert ist.

Mit welchem Ansatz so ein Entwicklungsprozess begleitet werden kann... das ist hier die Frage!

Kommentar von Wolfgang |

"Offen hetero" - Eine neue Identitäts-Definition?

In dem Roman "Offen hetero" des US-amerikanischen Autors Bill Konigsberg treibt sein schwuler Protagonist Rafe das Nicht-Kategorisierenwollen auf die Spitze, in dem er sein Schwulsein verleugnet – obwohl er von der Familie unterstützt wird und in der Schule auf keine Probleme stößt. Er will nicht nackter sein als die anderen. Doch genau das ist die Krux bei Rafe: Er glaubt ständig, nur als Schwuler wahrgenommen zu werden und dass wirklich jede Geste auf seine Homosexualität reduziert wird. Konigsberg schaut aber auch auf die Scheinheiligkeit von Anti-Diskriminierungs-Kursen und verweist auf deren Kurzsichtigkeit.

Ein fulminantes, hintersinniges und humorvolles Romandebüt, das zeigt, dass ein Mensch nicht nur aus seiner sexuellen Orientierung besteht – man diese aber auch nicht verleugnen sollte. Ein Jugendroman, der unbedingt in die Schulen gehört!

Eine lesenswerte Literaturkritik von Angelo Algieri in queer.de am 7.8.2014

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Verbotene Liebe: Der Ethikrat empfiehlt, den Inzest-Paragrafen zu liberalisieren.

"Im Grunde existiert nur noch ein einziges Tabu: der Sex zwischen unmittelbaren Verwandten. Dass Eltern und Kinder, Brüder und Schwestern sich geschlechtlich vereinen, verbietet der Staat bis heute. Bis zu drei Jahre Gefängnis sieht der Paragraf 173 für diejenigen vor, die gegen das Inzestverbot verstoßen. Dieser Paragraf soll weg, fordert jetzt der Deutsche Ethikrat. Sobald sie über 18 Jahre alt sind, sollen auch Brüder und Schwestern Sex miteinander haben dürfen. Wenn sie nicht zusammenleben, soll die Erlaubnis sogar ab 14 Jahren gelten. Der Artikel in der Zeit vom 25.09. zeigt die Situation anhand eines Beispiels, bei dem die Selbstbestimmung des Paares gestärkt werden sollte.

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Homing - Auf der Suche nach der heilen Welt auch unter Queers?

"War früher der Single das coole Lebensmodell, so ist es heute wieder die Partnerschaft. Vor etwa 30 Jahren begann der Rückzug: Mit dem Begriff des Cocooning beschrieben Soziologen damals das Phänomen der freiwilligen Isolation von der Umwelt. Die Welt wurde immer unübersichtlicher und unverständlicher. Der logische Weg aus diesem Zustand der Ungewissheit war und ist bis heute die Hinwendung zum Privaten und Vertrauten. Allerdings verbinden wir jetzt die Einigelung mit einem anderen Trend, dem Clanning. War früher der Single das coole Lebensmodell, so ist es heute wieder die Partnerschaft. Denn es hat sich erwiesen, dass das Leben zu zweit insgesamt leichter und angenehmer ist. Dann bildet man Gruppen von gleichgesinnten Paaren – und fertig ist der Clan, dessen Bindemittel nicht mehr der familiäre Bezug, sondern die jeweilige Interessenlage ist. Die Spielwiese für die gemeinsamen Aktivitäten ist dabei das traute Heim und nicht mehr so sehr die Treffs in der Öffentlichkeit. Manche Wirte können davon ein Lied singen."

Artikel bei schwulissimo vom 26.09.2014

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The Problem of Polygamy

Eine Untersuchung warnt vor den Auswirkungen der unter pakistanischen Moslems üblichen Heirat mit mehreren Frauen. Der Artikel im saudiarabischen Magazin The National berichtet über die Untersuchung und betont die psychologisch negativen Folgen bei Kindern und Frauen dieser Mehrfachheiraten. Ist damit Polygamy und Polyamorie für immer diskreditiert? Weiteres auf Englisch bei dawn.com vom 01.10.2014

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Kennt ihr "Bromance"?

Die neue Kombination von zwei Heterojungs (bro = brothers), die romantische Stunden miteinander genießen können (romance). Der Begriff wurde am 14.10. im Männer-Artikel verwendet, zum Thema "Warum kuscheln Heterosjungs gern miteinander?".

Kommentar von Wolfgang |

Woher kommt der Begriff "Queer"? Was bedeutet er für Queers heute? Warum ist er nötig? Ein amerikanisches Info-Video von Ainara Tiefenthäle erklärt in 5 Minuten, was man_frau dazu wissen muss: "Exploring Queer" (auf slate.com am 16.10.2014)

Kommentar von Wolfgang |

Wer mal eine anschauliche Erläuterung möchte, worum es sich bei "Asexualität" eigentlich dreht, der kann sich das amerikanische Comic ansehen: "Asexuality, Explained in One Simple Comic" (19.10. auf everydayfeminism.com)

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Eine neue Spezies unter den Queers wird diffamiert ;-)  "Mingles scheitern also nicht an Auswahl oder Möglichkeit: sie schaffen es nur nicht, sich zu entscheiden und für diese Entscheidung einzustehen. Da hilft auch kein Begriff, der modisch verklärt, was einfach unreif ist." (HuffPost 17.03.2014)

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Ist damit das Thema Pädophilie vom Tisch? Die Grünen haben sich selbst und ihre Vergangenheit analysieren lassen, entschuldigen sich... doch was ist jetzt zum Thema Pädophilie wirklich relevant zu wissen? Der Göttinger Politikwissenschaftler Franz Walter hat in seinem Bericht eine Entwicklungsgeschichte des Themas in Deutschland dargestellt und festgestellt, dass es die damalige Emanzipations-Euphorie Vorbehalte beim Sex von und mit Kindern auf breiter Front übersah. (Bericht in der FAZ vom 12.11. und die Zusammenfassung des Berichts direkt)

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Homosexuelles Verhalten ist nach einer Untersuchung der Universität Portsmouth für stabile soziale Bindungen in unserer Gesellschaft notwendig. Der Mensch braucht seine sozialen Bindungen, um zu überleben. "Homosexuelles Verhalten bot in der Evolutionsgeschichte des Menschen sehr wahrscheinlich die Möglichkeit, solche Bindungen überhaupt erst stabil ausbilden zu können", sagt die Psychologin Dr. Diana Fleischman von der University of Portsmouth in England. Das Hormon Progesteron half dabei (Bericht auf queer.de vom 23.11.).

Kommentar von Wolfgang |

Missing Link zwischen Freundschaft und fester Beziehung gefunden: Gelegentlicher Sex!... oder? Der Artikel in der Zeit vom 26.11. lehnt sich an die Diskussion zu "Mingles" an: "Casual Sex ist nichts für Anfänger ... Noch treffender ist der Begriff Friends with benefits, also Freundschaft mit Vorzügen. ... Moralische Skrupel gibt es zwar noch, aber sie sind seltener. Sie wurden von eher ästhetischen Skrupeln abgelöst: "Wie konnte ich mich nur auf den oder auf die einlassen!" ...

Casual Sex funktioniert oft nur theoretisch, weil man die Rechnung ohne Verliebtheit macht, ohne Eifersucht, ohne Bindungswünsche, ohne Heimatbedürfnis. Gelegenheitssex ist eine Teillösung. Er kann während einer bestimmten Lebensphase wichtig sein, in der man vielleicht keinen Partner hat oder auf dem Absprung ist. Ich halte es nicht für das Zukunftsmodell, zu dem sich die menschliche Beziehung entwickelt, sondern eher für etwas, das vorübergehend und schadensarm praktiziert wird. ...

Sicher, es gibt im Sexuellen ein Wuchern von allem Möglichen, aber auf der anderen Seite auch viel Qualitätsbewusstsein. Slow Sex beispielsweise, bei dem nicht so viel Theater um Orgasmus und Erektion gemacht wird, sondern bei dem es auf Intimität ankommt."

Kommentar von Wolfgang |

"Was ist schon wieder los in Berlin? Zickenkrieg oder Zeitenwende?" wird Dirk Ludigs von der Berliner Siegessäule gefragt. Seine Antwort ist grundsätzlich und historisch: "Ich weiß, wo ich steh!". Unbedingt lesen, um die politisch-gesellschaftskritische Dimension hinter der Diskussion des Anzeigenstopps der Deutschen Aidshilfe in David Bergers Männer-Magazin besser zu verstehen. Artikel in der Siegessäule 1.12.

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tl_files/Themen-Blog/Vater-Mutter-Kind_klassisch um 1900.jpgDragqueen, Dragking & Baby

Schon im alten Rom und wahrscheinlich noch früher kleideten sich Männer in Frauenkleidern. So auch bei Erfindung des Photoapparats Ende des 19. Jahrhunderts. "Der Begriff Dragqueen entstand wahrscheinlich um 1900 aus dem britischen Slang und beschrieb effeminierte Homosexuelle in weiblicher Kleidung. Etwas später gesellte sich der Begriff Dragking als Bezeichnung für meist lesbische Frauen in typisch männlicher Kleidung hinzu.

Früher war mancherorts Frauen das Auftreten auf Bühnen noch verboten; Schauspieler verkleideten sich bei Bedarf als Frauen. Laut einer Legende schrieb William Shakespeare an den Rand seiner Bühnenanweisungen Drag, wenn ein Mann als Frau verkleidet auftreten sollte. Deshalb wird der Begriff „Drag“ oft noch als „dressed as a girl“ (etwa: „als Mädchen gekleidet“) interpretiert (und analog bei „Dragking“ als „dressed as a guy“ (als Mann gekleidet)).

Als wahrscheinlicher gilt die Definition des englischen Wortes „drag“ als „schleppen“ wegen der Schleppe an langen Kleidern. – Im Englischen hat sich (anspielend auf die oft sehr aufwändigen, pompösen Kostüme und das auffällige Makeup) der Begriff „doing drag“ als Bezeichnung für jemanden eingebürgert, der mit der Kleidung seine Geschlechterrolle wechselt." (wikipedia)

Bild: www.queerty.de

Kommentar von Wolfgang |

Schon mal von "Diskordanten Partnerschaften" gehört? Es geht um das Leben mit einem HIV-positiven Partner, das ganz ohne Risiko für den gesunden Partner verlaufen kann. SCHWULISSIMO am 01.12. im Interview mit Jeff, der einen HIV-positiven Partner hat.

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Die Entscheidung des Supreme Court of India vom April 2014 zum Dritten Geschlecht ist nach Einschätzung von Prof. Dr. Konstanze Plett bahnbrechend für die Rechte von Trans* und kann als „großer Erfolg der globalen LGBTI-Bewegung“ gelten. Diese Entscheidung öffnet das Recht für die Definition eines dritten Geschlechts, das neu definiert werden muss und damit auch das koloniale Strafrecht kritisiert, das "Sodomie" unter Strafe stellte. (Artikel auf dem LSVD-Blog respekt.de vom 13.10.14)

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Ungewohnte historische Wahrheiten über männliche Prostitution quer durch die Geschichte veröffentlicht queerty am 10.09.2014 unter "Ein Job ist ein Job" (englisch) aus dem Buch Male Sex Work and Society.

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Dank der App "UnderCovers" eines Kölner Start-Ups können Paare nun ihr Sexleben aufpolieren. Die Partner wählen jeweils sexuelle Praktiken aus, die sie gerne einmal ausprobieren möchten. Die App vergleicht dann die ausgewählten Interessen der Partner. Angezeigt werden am Ende nur die sexuellen Fantasien, für die sich beide interessieren. Insgesamt gibt es 99 verschiedene Fantasien, aus denen man wählen kann. Die reichen zum Beispiel von "exotischen" Orten wie Sex auf der Waschmaschine bis hin zu klassischen Fantasien wie dem flotten Dreier. Huffington Post 30.12.2014

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Aus dem "Sodomiten", der ab und an von verbotenen Früchten nascht, weil er den (sündigen!) Kick sucht, wird eine biologische Spezies mit Anspruch auf Normalität, Gleichberechtigung und Dauerzustand. So jedenfalls steht es auf dem Cover von Robert Beachys englischsprachigen Buch "Gay Berlin: Birthplace of a Modern Identity". Und so führt es der Autor dann auf über 300 Seiten eloquent aus. Die Deutschen haben das Wort "Homosexualität" erfunden und als erste auch tatsächlich gelebt – was Beachy u.a. am Beispiel von W.H. Auden und Christopher Isherwood illustriert. (Buchbesprechung von queer.de 10.01.2015)

Kommentar von Redaktion |

Das Vangardist-Magazin thematisiert am 15.01.2015 nochmal das Thema "Mingles": "Liebe ohne dreckige Unterhosen":

"Warum sich den Zwängen einer Beziehung aussetzen, wenn es anders auch geht? Mingles genießen die Schokoladenseiten des Zusammenseins, bleiben aber offiziell Single." Aber ist es immer nur 'Genuss'?

Kommentar von Wolfgang |

Liebe unter Zwillingen – Ist Twincest ekelhaft oder legitim? Das MONO-Magazing thematisiert am 4.1.2015 den Inzest als Geschwisterliebe unter homosexuellen Zwillingen: "Es gibt 'Inzest' und es gibt 'Twincest'. Während beim Inzest der Geschlechtsverkehr zwischen eng verwandten Menschen beschrieben wird, geht es beim 'Twincest' um den Sex zwischen Zwillingen. Doch was ist, wenn beide des gleichen Geschlechts und homosexuell sind? Ist der 'Inzenst' in diesem Fall legitim, weil sich zwei Männer oder Frauen nicht mit einander fortpflanzen können?"

"Rechtlich gesehen, sind diese Handlungen in Deutschland keine Straftat. Es gibt eine Art Empfehlung des Ethikrats, welches von sexuellen Handlungen innerhalb Verwandter abrät, doch freiwilliger Sexualkontakt zwischen Eltern und Kindern oder Jugendlichen werden von der Empfehlung gar nicht erfasst. ... Da es somit kein Rechtsgut gibt, welches verletzt werden kann, spricht man oftmals von einem opferlosen Delikt. Der Geschlechtsverkehr zwischen homosexuellen Twins ist also keine Straftat."

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/Kinsey-Scala.jpg1948 machten Alfred Kinsey mit seinen Kollegen Wardell Pomeroy and Clyde Martin einen Test zur sexuellen Orientierung und fand heraus, dass Homo- und Heterosexualität auch in unserem Alltag nur zwei Pole einer durchgängigen Skala sind, auf der sich jeder Mensch einordnen kann. Für damalige Zeit extrem ungewohnt: Homo- und Bi-Sexualität konnten so zum ersten Mal wissenschaftlich untermauert werden. Wer möchte kann hier diesen Test mal für sich machen: What is Your Actual Sexual Orientation? (auf playbuzz.com vom 5.2.2015). Weitere Infos vom Kinsey-Institute.

Kommentar von Wolfgang |

I Don’t: Six Kinds Of Relationships To Try Before, Or Instead Of, Marriage. Ein amerikanischer Artikel zeigt sechs Alternativen auf, wie man Beziehungen heute noch leben kann / könnte jenseits des Ehegelübtes: 1. Alltags Monogamie, 2. Alltags Polygamie, 3. Offene Beziehung, 4. Dreierbeziehung, wo jeder seinen Platz kennt, 5. Gleichberechtigter Dreier, 6. Bester Freund des Mannes (queerty 01.08.2015)

Kommentar von Redaktion |

tl_files/Sonstige Bildelemente/In eigener Sache.jpgLiebe Leut, was erlebt ihr denn so in Euren Beziehungen? queerelations ist ja angetreten, um zu zeigen, was jenseits der Heteronormativität gelebt wird und gelebt werden möchte? Wir wollen in Zukunft auf unserer Webseite auch Geschichten in schriftlicher und bildlicher Form dazu erzählen... evtl. auch Kurzfilme drehen.

Wer möchte von seiner Beziehung bzw. einer ungewöhnlichen Beziehung von Freunden erzählen? Das kann sowohl anonym sein, als auch offen, mit und ohne Bildern, glücklich oder auch unglücklich... wir wollen hinter die Fassade schauen dürfen und daraus lernen!

Schreibt uns: info@queerelations.net

Kommentar von Wolfgang |

Die Homo-Ehe ist auf dem Vormarsch. Gegen die Idee der Polyamorie hingegen scheint der Widerstand gross. Ist diese Debatte ein Lehrstück über selektive Toleranz? (Artikel Neue Züricher Zeitung 4.8.15)

Kommentar von Wolfgang |

Hetero-like & Straight-acting "Aber, was ist eigentlich die 'Norm'? Und seit wann möchte der Homosexuelle an sich, also sowohl Mann als auch Frau, sich so sehr dieser Norm anpassen? Was treibt eine ganze Generation junger Menschen an, sich einem selbstauferlegten Diktat belangloser Mittelmäßigkeit zu unterwerfen? ... Die 'Norm' das ist heterosexuell. Jedenfalls in den Augen vieler junger homosexueller Menschen. Die 'Norm' das ist Diskriminierung von Menschen, die irgendeiner Meinung nach, nicht dazu gehören." (Bericht auf Vangardist 16.10.2015)