Umgang mit Queerphobie?!

von Wolfgang Fänderl

tl_files/Themen-Blog/schwulenfeindlichkeitrussland102~_v-videowebl.jpg tl_files/galerie/Rainbowvillage Muenchen 06.02.2014/14-02-06 Rainbowvillage Muenchen - 46.jpg

Schwule Männer werden erniedrigt und in Online-Videos vorgeführt; und Rechtsextreme in Russland brüsten sich solcher Taten (vgl. Stern-Artikel 8.11.2013, Spiegel-Artikel 12.11.2013). Wie kommen Menschen dazu, andere zu verhöhnen, zu demütigen, zu schlagen, auszugrenzen und ihnen noch Schlimmeres anzutun, nur wegen ihrer sexuellen Identität oder Orientierung? Queerphobie fängt bei dem abwertend dahingeworfenen „Schwuchtel“ in der Schule an und hört bei der Todesstrafe für gleichgeschlechtliche Handlungen in Uganda auf. Wie lässt sich die Ursache dieser Aversion und Ablehnung gegenüber Homo-, Trans- und Intersexuellen besser verstehen? Wie kann man_frau ihr begegnen?

Diese uralten Fragen sowie die aktuellen berührenden Bilder haben Ausschlag für diesen Themenblog gegeben. Ich möchte dazu einladen, die Möglichkeiten beim Umgang mit Queerphobie zu diskutieren und die Erkenntnisse weiterzutragen. Wir wollen dabei drei Fragen mit ersten Definitionen, Thesen und Ideen voranstellen, auf die in der späteren Diskussion allgemein oder auch einzeln eingegangen werden kann.

ÜBERBLICK

Frage I: Was ist mit „Queerphobie“ gemeint?
Queerphobie = die ‚Angst‘ der Heteronormativen vor Abweichungen

Frage II: Die ‚Angst‘ vor Queers – woher kommt sie?
These 1: Queerphobie ist gesellschaftlich bedingt
These 2: Queerphobie entsteht aus unreflektierter Wiederholung von Traditionen
These 3: Queerphobie hilft dabei, bestehende Privilegien zu verteidigen
These 4: Queerphobie besteht trotz kulturell akzeptierter Ausnahmen
These 5: Queerphobie braucht positive lebendige Beispiele
These 6: Queerphobie haben vor allem jene, die selbst versteckt queer sind
These 7: Queerphobie ist Energievergeudung
These 8: Queerphobie hat mit der Angst vor Rollenwechseln zu tun

Frage III: Queerphobie – was kann man_frau dagegen tun?
Idee 1: Die eigenen Vorbehalte als Wegweiser zur persönlichen Entwicklung nehmen
Idee 2: Um Verständnis werben und Gesetzesgrundlagen einfordern
Idee 3: Gutes Timing von Aufstand gegen und Kooperation mit der Mehrheitsgesellschaft
Idee 4: Queerphobie kann nur rational UND emotional begegnet werden
Idee 5: Positive Beispiele jenseits der Heteronorm veröffentlichen
Idee 6: Community-übergreifend berichten
Idee 7: Den Promifaktor von Queers und Alliierten nutzen
Idee 8: Queerphobie so früh wie möglich begegnen
Idee 9: Kulturübergreifend dazulernen und nicht von sich auf andere schließen

Die Fragestellungen im Detail (PDF 234KB, Stand 01.01.2014)

Weitere Thesen und Ideen?

Dieser Blog soll nun dazu dienen, die Definition (I), die Thesen (II.1 bis II.8) sowie die Ideen (III.1. bis III.9) kritisch zu hinterfragen, aber auch eigene Überlegungen beizusteuern. Insbesondere Fallbeispiele aus verschiedenen Kontexten können helfen, Queerphobie besser zu verstehen und Strategien dagegen zu entwickeln. Nach einiger Zeit wird entsprechend der Rückmeldungen der Einstiegsartikel angepasst werden.

HINWEIS: Der Einstiegsartikel wurde in bearbeiteter Form auch in 9 Gastbeiträgen zwischen 26.02. und 30.03.2014 zum Thema "Umgang mit Queerphobie" im Online-Magazin Huffington Post veröffentlicht:

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1. Die kulturelle Angst vor sexueller Freiheit
2. Fehlender Mut anders zu sein
3. Fehlende akzeptierte Vorbilder
4. Psychische Ursachen
5. Mangel an Alltagserfahrungen
6. Was wir dagegen tun können
7. Politisches Handeln
8. Überwindung von Vorurteilen
9. Weitere Ideen und Ausblick

Die Aktualisierungen und jeweiligen Ein- und Überleitungen kamen von Wolfgang Fänderl. Die zahlreichen Verbesserungshinweise wurden von Dr. Hilmar Sturm, Christian Merten, Elisabeth Raschke, Drew Mazyck, Nicholas Catasso und Dr. Julian Klotz beigesteuert.

Intro & Moderation Themenblog

Wolfgang Fänderl, Pädagoge M. A., Gendertrainer, Vernetzungsberater, Initiator queerelations.net aus München 

www.vernetzungsberatung.de

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Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/13-10-15 out there frey.jpgEiner der aktuellsten Berichte über die weltweite Situation der Queerphobie kommt vom Schauspieler und Regisseur Stephen Frey. Er bereiste im Auftrag der BBC zweieinhalb Jahre lang die Welt, um über Ausschreitungen, Erklärungsmodelle, Gegenreaktionen und Erfolgsstories von Queers in England, Iran, Hollywood, Russland, Brasilien und Indien zu berichten. Eine außerordentliche englischsprachige Dokumentation in zwei Teilen die seit 15.10.2013 auf YouTube steht.
1. Teil:
http://www.youtube.com/watch?v=HCp_5-CsYuM
2. Teil:
http://www.youtube.com/watch?v=lPxV_V0TzBA

Kommentar von Wolfgang |

Ein sehr bewegender und authentischer Bericht eines Deutschen aus Brasilien, der nach dem tötlichen Anschlag auf einen Freund meinte: "Um die Mörder vom Hass zu befreien, müssten sie meiner Meinung nach in den Arm genommen werden. Sie müssen selbst Liebe erfahren, damit sie ihren Selbsthass erkennen und sich vor ihm fürchten. Konkret gestaltet sich die Sache allerdings schwieriger: Wer will schon einen Mörder in den Arm nehmen? Wer macht das schon? Das Vorbild muss Erich Fromms Kunst der Liebe sein. Das Ziel muss sein, zu versuchen unseren Feind zu lieben. Wer das schafft ist ganz groß." (: "Wie kann man nur hassen, dass Menschen sich lieben?" 28.12.2013)

Kommentar von Ranma |

Queerphobie ist meiner Meinung nach die Angst der Auflösung einer Männer dominierten Vorherrschaft über die Frauen.

Deshalb ist auch in der gesellschaftlichen Vorstellung Homo und Trans das gleiche. Es wird von der Hetero Cisgender (A.d.R.: biologisch) normierten Gesellschaft angenommen, dass in einer Homobeziehung ein Teil "der Mann" und einer "die Frau" ist. Diese Vorstellung dient auch bei vielen Comedians als Vorlage.

Ein weitreichendes Verständnis für fliessende Übergänge und Komplexität würden die "Gründe der männlichen Überlegenheit" demontieren und eine menschliche Gleichheit aller herstellen. Diese Gleichheit wird deshalb auch von Feministinnen vorrangetrieben.

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/Wladimir Putin, Schwule, Homophobie, Russland 3.jpgMinderwertigkeitskomplexe als Ursache? Eine Satire-Seite mokiert sich über Putin: http://satirischundschwul.blogspot.de/2013/12/wladimir-putins-grausige-albtraume-5.html

 

 

 

 

 

 

Kommentar von Julian Klotz |

Zu dem definitorischen Aspekt von "Queerphobie": Die von Wolfgang aufgeführte Definition gefällt mir sehr gut - sie impliziert in all ihrer Kürze nämlich auch das Gefahrenpotential der Queerphobie (wie die Geschichte zeigt, hat die Angst einer Majorität vor fremdartig anmutenden Minoritäten oder Verhaltensweisen schon manche abscheulichen - und wir würden sie heute als menschenrechtsverletzend beschreiben - Konsequenzen nach sich gezogen).

Ich möchte sogar noch einen Schritt weiter gehen: Nach Sabine Hark (Soziologien an der TU Berlin) entspricht der "Queer"-Begriff, etymologisch betrachtet, der englischen Bezeichnung für etwas Verrücktes, Absonderliches, etwas Ge- oder Verfälschtes und stellt damit zweifelsfrei eine Diskriminierungssemantik nicht nur Homosexuellen gegenüber dar, sondern gleichsam eine Herabwürdigung all derer, die es wagen anders zu sein als die vermeintliche "Normal"bevölkerung.

Die Frage, die ich mir in diesem Kontext nun stelle (und hier zur Diskussion offerieren möchte): Resultiert die (beschriebene) feindselige Haltung gegenüber dem Fremden (wie der Homosexualität) der menschlichen Urangst vor dem Unbekannten - oder ist sie eine Folge des menschlichen Bestrebens, sich ein (vermeintlich oder real) schwächeres "Opfer" zu suchen um dieses zur Selbsterhöhung zu erniedrigen - süffisant formuliert: um nicht selbst das schwächste Glied in der gesellschaftlichen Nahrungskette darzustellen?

Kommentar von Wolfgang |

Nun, da dem Unbekannten auch in Urzeiten nicht nur mit Angst sondern immer auch mit Neugier begegnet wurde, könnte sich die Frage anschließen, warum haben wir in bestimmten Gesellschaften verlernt "neugierig" zu sein? Wie könnten wir es wieder lernen... ohne unbegründete Ängste auszustehen?

Falls es an der Lust der Selbsterhöhung liegt, lässt sich auch da fragen, warum es diesen Mechanismus der Selbsterhöhung in manchen Gesellschaften braucht? Bestimmte Naturvölker haben sehr gut gelernt in Einklang mit der Natur... auf Augenhöhe ... zu leben. Ist es der vermeintlich christliche Auftrag "Mach dir die Erde Untertan", der in unserer Kultur tief verwurzelt ist und uns hier antreibt... bis hin zur Abwertung anderer (u.a. als Sünder, Heiden, Ketzer)?

Kommentar von Julian Klotz |

Die beiden Aspekte finde ich spannend. Sie scheinen durch einen Roten Faden verbunden. Einer indianischen Weisheit zufolge, "hört eine Gemeinschaft auf eine solche zu sein, wenn die Zahl ihrer Mitglieder eine bestimmte Größenordnung erreicht hat". Vielleicht ist es eben die Vergesellschaftung, die uns Menschen weniger "gierig auf Neues" als vielmehr nur noch gierig sein lässt.

Mit der Gier hängt unweigerlich der Neid und die Missgunst zusammen. Diese beiden sind nach Thomas Hobbes dem Menschen als "Leidenschaften" immanent und bestimmen sein Dasein. Diese Leidenschaften erzeugen Fronten zwischen den Menschen, an denen sich die Mächtigeren durchsetzen. Daraus lässt sich schließen, dass es erstrebenswert ist, mächtiger als sein Konkurrent (sprich ner nächste x-beliebige Mensch) zu sein.

Aus psychologischer Sicht ist es viel schwieriger die eigene Macht zu steigern, als die Macht des Anderen zu schwächen (ganz nach dem Motto: "Destruktion ist leichter als Konstruktion"). Zu diesem Zwecke sucht man sich als rational denkender Mensch freilich nicht die stärksten Gegner (z.B. Angehörige einer Mehrheitsgruppe, also der sogenannten "Normalgruppe") aus, sondern vielmehr schwächere Einzelpersonen oder schwächere Gruppen. Und da bietet sich alles was "queer" ist natürlich hervorragend als Zielscheibe an.

Kommentar von Wolfgang |

Und das heißt... auch als Randgruppe stark erscheinen, sich den Diskriminierungen stellen, sich mit anderen solidarisieren?! Was noch?

Kommentar von Wolfgang |

... Dokus ansehen!

Habe gestern den Film "Hitler - Aufstieg des Bösen" gesehen, der versucht hinter die Fasaden der Macht zu schauen und Entwicklungen von damals (u.a. Queerphobie) aufzuzeigen. Der Schlussatz: "Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun." Edmund Burke (1729-97)

Vor einiger Zeit gab es eine preisgekrönte ZDF-Doku: "Des Kaisers schmutzige Wäsche", in der der Einsatz von homophoben Anschuldigungen gegen Berater des Kaisers Wilhelm II ein wesentlicher Auslöser für den 1. Weltkrieg wurde. Unbedingt ansehen! Hier wird die deutsche Queerphobie und die fatalen Folgen aufgezeigt.

Habt ihr weitere Film-Tipps?

Kommentar von Julian Klotz |

Zu Wolfgangs Kommentar "Was noch?":

In meinen Augen sollte der Bildungsarbeit (v.a. in Schule und Kiga) eine gewichtige Rolle zugestanden werden. Zugegeben, hierbei ist weniger der Einzelne gefragt, als mehr der (staatliche) Bildungsapparat. Laut Gesetz hat die Schule u.a. die Aufgabe Werte und Normen zu vermitteln. Gerade bei einem so multiperspektivisch betrachtbarem Thema wie der Queerfrage, können die verschiedensten Schulfächer einen wertvollen (Aufklärungs-) Beitrag zur Entdiskriminierung liefern. Ob Biologie-, Geschichts-, Ethik-, Religions- oder Sozialkundeunterricht; jedes dieser Fächer greift die menschliche Existenz auf und hätte (zumindest theoretisch) die Möglichkeit in diesem Zusammenhang zu agieren.

Dass das Thema Homosexualität (und weiter gefasst auch die Queerfrage) wenn überhaupt nur am Rande gestriffen wird, dokumentiert, welch geringe Relevanz man diesem/diesen Phänomen/en verleiht. Doch selbst wenn sich die Kultusministerien dazu entschließen sollten, das Thema gewichtiger einzustufen, stellt sich die Frage wie es gegenüber den Schülern transportiert werden sollte/könnte? Vielleicht finden sich Ideen, wie man SchülerInnen für die Entdiskriminierung hinsichtlich queeren Existenzen sensibilisieren und befähigen kann?

Kommentar von Nicholas |

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Es ist sehr schwierig, so einen komplexen Begriff in wenigen Worten zu bezeichnen. Letztes Jahr hat Morgan Freemans Post auf Twitter die Welt erobert: „I hate the word homophobia. It’s not a phobia. You are not scared. You are an asshole”. Naja, klingt ein bisschen demagogisch (muss man heutzutage in den westlichen Demokratien Homosexuelle, Lesben und Transsexuelle offen unterstützen, um „cool“ zu sein?) und vielleicht sogar banal. Aber wahr ist, dass Queerphobie keine Phobie ist.

Soziologen und Psychologen definieren den Begriff der „Queerphobie“ als die Angst, Queers in seiner Umgebung zu haben – oder als Selbstekel bei Schwulen, die sich nicht akzeptieren (das gibt’s leider auch!). Aber warum glauben wir noch, dass es sich dabei um eine ANGST handelt? Angst vor was? Was machen Queers so Schreckliches oder Gefährliches? Und: In so einer primitiven und machistischen Perspektive bzw. Lebenseinstellung sollten ECHTE KERLE keine Angst haben vor Schwulen, oder? Schwule Männer sind für sie minderwertige, schwächere Menschen, oder? Und wenn man schwach ist, ist man auch nicht gefährlich. Wie kann man dann von „Angst“ sprechen?

Ich weiß, das klingt vielleicht spießig oder snobistisch, aber ich finde, Queerphobie hängt stark (wenn nicht ausschließlich) vom Niveau ab. Ungebildete Leute – oder Leute, die immer in ihrem kleinen Dorf gelebt haben, ohne was von der Welt gesehen zu haben – neigen dazu, ihre eigene „soziale“ (im weitesten Sinne!) Gruppe für höherwertiger zu halten als andere und sich selbst und der eigenen Gruppe daher mehr Rechte zuzubilligen. Homophobe Leute sind in der Regel auch xenophob, chauvinistisch, sexistisch, sehen Frauen als sexuelle Objekte und Zielscheiben für geschmacklose Witze und haben im Allgemeinen keinen Respekt vor anderen Menschen. Es geht nicht um eine isolierte Einstellung.

Queerphobie ist eine „kulturelle“ Inszenierung! Diese Phobie existiert nicht in der menschlichen Seele. Ich habe Angst vor Mördern, weil sie böse sind. Ich habe Angst vor Giftschlangen, weil sie mich beißen könnten. Aus selbstverständlichen Gründen habe ich Angst vor schweren Krankheiten, vorm Tod… Aber was heißt denn „Kultur“? Interessant ist, dass Historiker und Philosophen in der Vergangenheit „Natur“ eben als „die Abwesenheit von Kultur“ definiert haben, doch Erniedrigung (s. Bild oben!), Rechtsextremismus und Todesstrafe für Schwule sind natürlich KEINE Natur. In der freien Natur werden schwule Tiere nicht erniedrigt, umgebracht, gefoltert.

Fazit: Ich glaube, Queerphobie ist nur eine oberflächliche Erscheinung von etwas viel Tieferem und Größerem – aber keine Angst. „Queer-Feindlichkeit“ wäre meiner Meinung nach eine präzisere Bezeichnung (obwohl… naja… das Wort klingt auch kacke!)…

Kommentar von Wolfgang |

Hy Nikolas, danke für Deine Gedanken! Ich finde die Idee spannend, dass Queerphobie eine "kulturelle Inszenierung" ist. Durch Kultur wird ja letztlich die menschliche Natur definiert und reflektiert, eine der wesentlichen Eigenschaften, die den Menschen vom Tier unterscheidet.

Die Sprache als Teil der Kultur definiert auch 'natürlich' und 'widernatürlich'. Die Dichotomie unseres westlichen Denkens, das Entweder-Oder hat viel mit Sprache zu tun. Du als Linguist, kannst evtl. mehr dazu sagen, woher die Differenzierung von DER, DIE und DAS, von männlich, weiblich und sächlich (bzw. neutral für Kind) kommt? und wie es sich in unterschiedlichen Sprachräumen auswirkt. Polarisierende Unterscheidungen fühlen sich dadurch so selbstverständlich an, dass wir kaum darüber nachdenken und schon wird es als "natürlich" betrachtet.

Hier noch ein Blick ins etymologische Wörterbuch zum deutschen Begriff "die Quere" und warum man sich wohl davor 'fürchtet':

mitteldeutsch queer, mittelhochdeutsch twer(e), althochdeutsch twer(h)ī; Bedeutungsbeispiele: jemandem in die Quere kommen (umgangssprachlich: 1. sich für jemanden als Hindernis, Behinderung auswirken: immer wieder kam ihr die Erinnerung in die Quere. 2. jemandem zufällig begegnen: im Flur kam ihr der Wirt in die Quere. 3. jemandem in den Weg, vor das Fahrzeug kommen.)

Kommentar von Nicholas |

Das ist noch eine sehr interessante Frage. Wenn das Wort „Quer“/ „Queer“ so eine unangenehme Bedeutung hat (und es ist wirklich so!), warum wollen sich Leute so nennen bzw. nennen lassen? „Gay“ ist auch ziemlich krass, aber das Wort hat zumindest eine positive (naja, oberflächlich positive) Konnotation. Ich habe das nie eingesehen.

Was Genus betrifft: Die Einstufung von Nomina als maskulin, feminin und neutrum im Deutschen und in den Sprachen der Welt ist eigentlich sehr arbiträr (A.d.R.: willkürlich) und zu vielen Variablen unterworfen. Es gibt empirisch motivierte Kategorisierungskriterien (z.B. ist das Nomen „Frau“ feminin, weil Frauen weiblichen Geschlechts sind, „Mann“ maskulin, weil Männer männlichen Geschlechts, usw. – und das ist in den meisten sprachlichen Systemen der Welt so). Neutrum entspricht in vielen Sprachen noch dem Begriff des (biologisch oder sprachlich) „Unbestimmbaren“. Z.B. ist das Wort „Kind“ neutrum, weil es bei Kindern im Prinzip irrelevant ist, was für Geschlechtsmerkmale sie haben (denn sie werden normalerweise als „geschlechtslos“ gesehen)…

Dann gibt’s kulturspezifische „Kriterien“ (wenn man die so nennen will), z.B. ist der Mond maskulin im Deutschen und feminin im Italienischen, während die Sonne feminin im Deutschen und maskulin im Italienischen ist wegen des Geschlechts der germanischen bzw. römischen Götter und Göttinen des Monds und der Sonne.

Das Genus anderer Wörter ist grammatisch bestimmt. Z.B. alle abstrakten Wörter des Deutschen, die –heit oder –keit als Endung haben, sind feminin, weil „-heit“ in älteren Phasen der Deutschen Sprache ein selbstständiges Wort mit der Bedeutung „Würde“, „Art und Weise“ usw. je nach germanischem Dialekt war. Tatsächlich sagt man im Deutschen „DIE Weiblichkeit“ (= DIE Art des Weiblichseins) und „DIE Männlichkeit“ (= DIE Art des Männlichseins)

Andere Wörter sind maskulin, feminin oder neutrum, weil sie Entlehnungen sind, die das Genus der ursprünglichen Sprache beibehalten haben… Und so weiter und so fort…

Was man sich fragen sollte, ist, was die beiden Begriffe der „Männlichkeit“ und der „Weiblichkeit“ heutzutage bedeuten (Was heißt „Mann“? Was heißt „Frau“? Kann man beides sein? Kann man „neutrum" sein [wollen]?). Sehr spannend!

Kommentar von Wolfgang |

Danke vielmals!

Vielleicht ein kleiner Schlenker zurück zur Frage des Blogs: "Wie kann die Sprache bzw. der Umgang damit helfen, Queerphobie zu entgegnen?"

Das von Dir Eingangs erwähnte Beispiel der Wendung eines ursprünglich negativen Begriffs (gay, schwul) in einen Begriff auf den man inzwischen - in manchen Teilen der Bevölkerung - sogar stolz sein kann, war eine historische Leistung. Die Erfolgsstory hing mit den Aufständen und Demonstrationen (u.a. in der Christopher Street in NY) zusammen, bei denen Schwule erstmals nicht mehr (vor Zuschreibungen) davon liefen, sondern selbstbewußt und kreativ mit Anfeindungen umgingen.

Der Etymologe (Wort-Geschichts-Wissenschaftler) mag da den Kopf schütteln, als Sozialwissenschaftler hingegen kann man aufzeigen, dass diese selbstironischen Umdefinitionen, Demonstrationen und 'Prides' dem Schwulen und der gay community Aufmerksamkeit und Respekt eingebracht haben. Nicht zu unterschätzen: der Selbstrespekt!

Kommentar von Wolfgang |

Eine spezielle Form homophoben Protests ist die Gewalt gegen sich selbst, um Ungleichbehandlung aufrecht zu erhalten. Trestin Meacham aus Utah (USA) ist seit Dezember in einen Hungerstreik getreten und will diesen erst beenden, wenn der Staat Utah die Öffnung der Ehe zurücknimmt. Was ist hier die passende Reaktion? Gelächter, Bedauern, Anteilnahme, Bewunderung?

Bericht vom 3.1.2014 KTVX ABC 4 Salt Lake City

Update: 7.1.2014: Nach kleinen Erfolgen Hungerstreik beendet: queer.de

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/bildungsplan-bawue-50000-470-.jpgDie Regierung in Baden-Württemberg würde gerne die Kinder im Ländle über die sexuelle Vielfalt aufklären. Dieses Vorhaben bekommt Gegenwind von einer Unterschriftenaktion und auch öffentliche Sender (HR & SWR) trauen sich nicht mehr eindeutig Stellung zu beziehen, da es schon über 50.000 Unterschriften und Kommentare besorgter Eltern dagegen gibt (Bericht auf queer.de, Bericht in der Zeit 8.1.). Ist das nun schon homophob oder ist es gegen das Grundgesetz, wenn ein Gesetzgeber Sexualunterricht für sexuelle Vielfalt einführen möchte?

Update: Eine neue Petition gegen Homohasser. Mehr dazu im Bericht von queer.de vom 9.1.

Update: Interview mit dem Landesschülersprecher Christian Stärk bei Spiegel online vom 11.1. Seine Aussage: "Niemand wird wegen des Bildungsplans schwul".

Update: Zehntausende unterstützen die Petition gegen die Petition im Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 12.1.

Update: Ministerpräsident Kretschmann hält an Reformplänen fest (Bericht in der Ruhrzeitung vom 14.1.)

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/Thomas Hitzlsperger.jpgGroßes Kino von Thomas Hitzelsperger, der erste geoutete Bundesligaspieler. Sein Video auf YouTube und seine Webseite in ihrer Schlichtheit gut gemacht! Klar, sympathisch, relaxed. Ein wirklich gutes Beispiel um Queerphobie zu begegnen, einem Thema, das unsere aktiven Fußballspieler in den Stadien immer noch belastet.

 

 

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/HR-Kommentar zu Hitzlsperger-Outing.jpgDer TV-Kommentar des Hessischen Rundfunks vom 9.1. macht deutlich, dass der Zeitpunkt dieser Outing-Diskussion um Hitzlsperger für Russland gerade rechtzeitig kam, auch in Bezug zur Fußball-Weltmeisterschaft in Katar... wo die Gesetzeslage für Schwule katastrophal ist. "Es sollte kein Mut mehr dazu gehören, sich selbst zu sein!"

 

Kommentar von Julian Klotz |

Hallo Nicholas,

die Queerphobie als kulturelle Inszenierung ist eine spannende Idee! Die von Dir beschriebene Schwierigkeit des Begriffes Queer“phobie“ ist aus psychologisch/psychiatrischer Sicht klar nachvollziehbar; beschreiben wir in der Psychologie mit „Phobie“ eine pathologische Angst (im Sinne einer Angststörung). Als Psychologe pflichte ich Dir bei, dass es sich bei einer Queerphobie nicht um eine Phobie im psychologisch-medizinisch-definitorischen Sinne handelt.

Als Soziologe muss ich dir in diesem Punkt allerdings widersprechen. Die Soziologie beschreibt mit „phoben“ Verhaltensweisen, Handlungen oder Einstellungen eine ablehnende bis feindliche Haltung unter Personen(-gruppen).
Da der Begriff „Queerphobie“ (wie Du finde ich sehr klug) als eine kulturelle Inszenierung und vornehmlich als ein Bezeichnung für ein sozialwissenschaftliches/gesellschaftliches Phänomen verwendet wird, ist der Begriff „Phobie“ in diesem Zusammenhang durchaus zulässig.

Daraus geht, wie ich finde, sehr schön hervor, dass ein und der selbe Begriff in verschiedenen Disziplinen (teils völlig) verschieden verwendet wird. Um so wichtiger, dass Wolfgang vorab gleich eine Arbeitsdefinition für seinen Begriff der Queerphobie erstellt hat!

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/Rote Karte fuer Homophobie.jpgIm Januar 2011 schlossen der Berliner Fußball-Verband (BFV) und der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) eine Kooperationsvereinbarung, um gemeinsam stärker gegen Homophobie im Fußball vorgehen zu können. Nun erschien der Leitfaden “Rote Karte für Homophobie” den Vereine kostenfrei erhalten können. Die 20-seitige Broschüre, welche für Berliner Fußballvereine entworfen wurde, soll Vereinsvertreterinnen und Vertreter für homophobe Verhaltensweisen sensibilisiert und in ihren Kompetenzen stärken. Der Leitfaden für Vereine ist auch online herunterzuladen, zusammen mit dem Leitfaden für Schiedsrichter.

Direkt mit dem Abschluss der Kooperationsvereinbarung hat der Berliner Fußball-Verband auch das „Anonyme Postfach“ eingerichtet, um verstärkt auch Beratung zum Thema sexuelle Identität und Coming-out zu leisten. Zum anonymen Postfach

Schaut doch mal rein... kann die Info und das Vorgehen auch für andere Bereiche gelten, die mit Queerphobie zu tun haben?

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/hen-Pronomen.jpgHier noch ein kleiner Nachtrag zur sprachlichen Differenzierung von Mann und Frau in einem facebook Beitrag: "Die Schweden rütteln ihre Sprache mit einem neuen geschlechtsneutralen Pronomen auf: "hen ", ermöglicht Rednern_innen und Autoren_innen auf eine Person zu verweisen, ohne ihr Geschlecht zu nennen. In diesem Monat machte das Pronomen einen großen Sprung in Richtung Mainstream, da es in die große nationale Enzyklopädie aufgenommen wurde."

Ob damit Queerphobie begegnet oder eher geschürt wird... was meint ihr?

Kommentar von Nicholas |

Auch wenn das Folgende vielleicht unpopulär klingen mag: Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass diese ganze Geschichte der geschlechtsneutralen grammatikalischen Formen der totale Schmarrn ist. Es ist ein bloßer Krampf, hilft gar nicht bei der Bekämpfung des Sexismus im Alltagsleben und ich würde sogar sagen, dass es die Sprache verhunzt und hässlich macht. Sprachsysteme sind in gewisser Weise wie Lebewesen und brauchen solche unnatürlichen Formen nicht.

Abgesehen davon: Ist es wirklich so wichtig, das Geschlecht einer Person (oder sein eigenes Geschlecht) hinter einem grammatikalischen Element – das übrigens nicht existiert – zu verstecken? Ist es nicht ein bisschen „diktatorisch“, Leute dazu zu zwingen, ein Pronomen zu verwenden, das sie sonst nicht verwenden würden? Was würde so eine sprachpolitische Maßnahme bringen? Und was ist so schlecht daran zu wissen, ob jemand, den man nicht kennt, ein Mann oder eine Frau ist?
Für wen wäre das beleidigend?

Wir sind alle entweder Mann oder Frau. Transsexuelle Menschen fühlen sich dem jeweils anderen Geschlecht zugehörig, oder? Das heißt, wenn Peter sich operieren lässt, um Frau zu werden, oder sich einfach als Frau fühlt, dann will sie wahrscheinlich „Petra“ genannt (= WEIBLICHER Vorname!) und als „sie“ bezeichnet werden – nicht als „es“.
Und ich auch nicht!

Wenn man ein geschlechtsneutrales Pronomen verwenden will, dann muss man auch die ganzen Deklinationen der Adjektive modifizieren, damit alles undifferenziert aussieht. Wenn wir sagen wollten, dass Petra eine schöne Frau ist, müssten wir das ungefähr so ausdrücken, um sprachpolitisch korrekt zu sein: Es (???) ist ein schönes (???)… ein schönes was? „Mensch“ ist maskulin, „Person“ ist feminin, was für eine sexistische Sprache!

Oder wollen wir auch Nomina neutralisieren?

Kommentar von Wolfgang |

Was haltet ihr davon, wenn wir die Frage der geschlechtsneutralen Worte in einem eigenen Blog behandeln? Ich würde dann Eure bisherigen Aussagen diesbezüglich dort einbringen und zur weiteren Diskussion einladen. Ich finde den Aspekt nämlich viel zu wichtig, um ihn einzig als "Maßnahme gegen Queerphobie" zu sehen. Es ist die kulturell gewachsene Sicht auf den Menschen und erfordert Zuordnungen... die eben nicht jeder treffen möchte bzw. müssen sollte (Stichwort Intersexualität, Bigender...).

Aber ich will nix abwürgen, was uns hilft Maßnahmen gegen Queerphobie mit Hilfe der Sprache zu entwickeln. Und da ist Deine Meinung Nicholas, dass Genderneutralität die Sprache häßlich macht und im Übergang so verkompliziert, dass es eher Gegner als Befürworter gibt und weniger bringt als vielmehr schadet. Stimmt's?

Kommentar von Wolfgang |

Eine spannende Aktion kommt von der Wissenschaft: 27 Nobelpreisträger greifen Putin wegen Anti-Propagandagesetz an. Der Bericht in der Huffington Post vom 14.1.2014 berichtet über einen offenen Brief in der britischen Zeitung "The Independent". Aus meiner Sicht ein wichtiges Signal, jenseits Politik, Entertainment und Sport, dass auch die Inteligenzia der Welt mit diesem Vorgehen nicht einverstanden ist! Eine gute Aktion!

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/galerie/To Russia With Love - Gasteig 18.12.2013/13-12-18 To Russia With Love - Gasteig - 31.jpgDafür ist ein "Danke an Präsident Putin", als Anlass für die Homophobie-Debatte", so wie es die Welt am 13.1. formuliert völlig deplaziert. Wenn wir Vladimir Putin Danke sagen, dass er auf das Problem Queerphobie als Reizfigur hingewiesen hat, könnten wir ja auch Hitler Danke sagen, dass er uns auf das Problem des Antisemitismus aufmerksam gemacht hat... oder? Ein etwas heftiger Vergleich, aber ein Dank gebührt ihm nicht, nicht mal indirekt!

 

Kommentar von Wolfgang |

Ganz besonders desolat und aussichtslos ist die Situation für Queers, wenn sich in einem Land die große Mehrheit der Bevölkerung hinter Gesetzesverschärfungen stellt. Dies ist nicht nur in Russland so, sondern z.B. auch im bevölkerungsreichsten Land Afrikas, in Nigeria. 92% sprechen sich da gegen härtere Gesetze gegen Homosexuelle aus... was tun? Situationsbeschreibung bei einem queer.de-Artikel "Nigeria verschärft Hexenjagd gegen Homosexuelle" vom 16.01. bzw. Bericht auf Tagesschau.de vom 16.1.

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/bildungsplan-bawue-50000-470-.jpgSo läuft das in Deutschland: STRAFANZEIGE GEGEN HOMOPHOBE PETITION

Die Online-Petition gegen den Bildungsplan der Landesregierung von Baden-Württemberg erregt weiter die Gemüter. Weil der Betreiber von „openPetition“ laut Meinung des LSVD volksverhetzende Kommentare nicht oder nur spät löscht, stellte Ex-Bundesstaatsanwalt Manfred Bruns jetzt Strafanzeige.

Das Schreiben an die Staatsanwaltschaft stellte der LSVD ins Netz:

„Im Zuge der dort (auf openpetition.de A.d.R.) veröffentlichten Petition „Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ erscheinen dort in regelmäßigen Abständen volksverhetzende Kommentare gegen Lesben und Schwule. Das hat auch der Betreiber inzwischen mitbekommen. Er wäre deshalb, so meinen wir, verpflichtet, die Webseite laufend zu überwachen und neue volksverhetzende Kommentare sofort zu entfernen.

Das tut der Betreiber nicht, sondern wartet ab, ob die Besucher der Webseite an den volksverhetzenden Kommentaren Anstoß nehmen und sie zur Löschung melden. Aber auch dann löscht der Betreiber die beanstandeten Kommentare meist nicht sofort, sondern erst nach mehrmaliger Mahnung.

Anbei finden Sie zwei Beispiele für solch volksverhetzende Kommentare, die erst nach mehrmaliger Aufforderung entfernt wurden.Die volksverhetzenden Kommentare stehen dann längere Zeit auf der Webseite. Das erfüllt nach unserer Rechtsauffassung den Tatbestand des § 130 Abs. 2 StGB.“

Artikel bei LEO auf facebook am 16.1.

Update 16.1.: Die drei Stuttgarter Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir (Grüne), Stefan Kaufmann (CDU) und Ute Vogt (SPD) haben einen parteiübergreifenden Aufruf von baden-württembergischen Parlamentariern gegen die umstrittene Online-Petition „Zukunft-Verantwortung-Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ organisiert. (Stuttgarter Zeitung 16.1.)

Kommentar von Wolfgang |

Die spannende Frage: Helfen Verbote gegen homophobe Sprüche in der Kabine?

tl_files/galerie/GGEW Wissenschaftskongress Berlin 28.-30.11.2013/13-11-28 GGEW Berlin - WF-2.jpgIn einem Artikel auf queer.de am 15.1. fordert der Geschäftsführer der Magnus-Hirschfeld-Stiftung und Mitgründer des Netzwerks "Fußball gegen Homophobie", dass Verbote her gehören: "Ich fordere den Sport auf, Vereins- und Verbandsstatuen so anzupassen, dass homosexuellenfeindliche Äußerungen in Wort, Bild und Ton – zum Beispiel schwulenfeindliche Kommentare in der Kabine oder auf Plakaten auf der Tribüne – verboten und solche Handlungen auch geahndet werden müssen".

Gegen das Verbot von Schwulenwitzen hat sich in der "Sport Bild" Thomas Neururer, der Trainer des Zweitligavereins VfL Bochum, ausgesprochen: "Ich würde niemals Schwulenwitze in der Kabine verbieten. Das wäre das total falsche Zeichen. Warum? Weil ich die sexuelle Ausrichtung zum Thema machen würde. Dabei spielt das überhaupt keine Rolle und ist jedem selbst überlassen".

Was meint ihr liebe Leser_innen?

Update 17.1.: In einem Blog auf facebook vom 15.1. wird der Vorschlag ziemlich kritisiert: "Manchmal nehmen wir Homos uns echt zu wichtig. Überall schreien wir nach Toleranz und jetzt grenzen wir selbst wie die Irren aus?! Mal die Kirche im Dorf lassen, Herr Jörg Litwinschuh!

Unser Kommentar daraufhin: Na ja... wenn man als erwachsener geouteter Schwuler den Witzchen seiner Sportskameraden zuhört, darf schon mal ein Schwulenwitz dabei sein... evtl. sogar selbst erzählt! Aber was ist u.a. mit den ungeouteten Penälern, die Angst haben müssen, dass wenn sie nicht mitlachen, sie sich indirekt outen und ausgegrenzt werden? Ein paar davon - so die Statistik - denken deshalb auch an Selbstmord und probieren's auch! Sind wir so überheblich zu behaupten, dass Schwulenwitze keine Auswirkung haben? Antidiskriminierung kann nicht früh genug anfangen und am besten natürlich "freiwillig". Verbote sind immer der letzte Weg. Aber die Diskussion darüber schafft "Unrechtsbewusstsein" und das ist gut so!

Kommentar von Redaktion |

Satire als Mittel des Kampfes? Wir haben bei facebook gerade auf eine Satire der BR-Sendung quer mit Christoph Süß verlinkt: "Ich hab' nix gegen Schwule, aber ..." ist die Aussage von Süß in Frauenrolle, die ganz sympathisch in vier Minuten ihre letztliche Gesinnung zur Schau trägt (Link zu YouTube). 

Kommentar von Wolfgang |

Androhung Hilfsgelder zu kürzen: Ugandas Präsident Yoweri Museveni glaubt zwar, dass Homosexuelle eine Gefahr für die Gesellschaft sind, will aber offenbar ausländische Hilfsgelder nicht gefährden. Über den Verfahrensweg wurde damit ein Gesetz gestoppt, das die Verfolgung von Homosexuellen verschärft hätte. So hätte nach dem Gesetz alleine der Besuch einer schwulen oder lesbischen Hochzeitsfeier – auch im Ausland – sieben Jahre Haft bedeutet, versuchter gleichgeschlechtlicher Sex wäre mit lebenslänglich geahndet worden. (Artikel auf queer.de vom 17.1.)

Kommentar von Wolfgang |

Und dann gibt es da noch die Staatsgewalt!

Maxim Martsinkewisch, Gründer der russischen "Occupy Pedophilia"-Bewegung (einer der Frontmänner, die russische Schwule verfolgt haben), könnte nun in Russland der Prozess gemacht werden. Der russische Neonazi Maxim Martsinkewisch, der seit Wochen auf der Flucht vor russischen Behörden war, ist am Freitag von der kubanischen Polizei in einem Hotel in Havanna festgenommen worden. Der 29-Jährige war per internationalem Haftbefehl gesucht worden. Bericht auf queer.de am 18.01.

Kommentar von Wolfgang |

Im Zusammenhang mit der Online-Petition gegen den Bildungsplan der Landesregierung von Baden-Württemberg kommt auch die Frage auf, ob in der Schule Religionsunterricht Weltbilder vertreten darf, die Diskriminierung fördern. Dies ist sicher auch eine Frage des Umgangs mit Queerphobie. Die Säkularisierung staatlicher Organe, also auch der Schulen, war deshalb auch eine der Hauptforderungen der Aufklärung und demokratischer Bewegungen. Dass daneben Koranschulen und christliche Bibelkreise gegründet werden können, ist ja unbenommen. Der Artikel der Huffington Post vom 18.1. greift dieses Thema auf: "Wann wir über eine Ende des Religionsunterrichts nachdenken müssen"

Kommentar von Wolfgang |

Coole Aktion einer Transaktivistin in einem amerikanischen Stadtrat, mit dem sie eine Antidiskriminierungs-Richtlinie im Stadtrat von Shreveport, Lousiana zu Fall brachte: Sie reichte den ersten Stein... (Bericht von queer.de vom 20.1.)

Kommentar von Wolfgang |

Queerphobie und Heterosexismus im Islam... wie's geht, fasst dieses Chart (Muslim Wheel of Domestic Violence) zusammen. Kann das jemand von Euch übersetzen? Dann können wir ja mal differenziert dran gehen, die Optionen zu erörtern, wie der "Umgang mit Queerphobie" aussehen kann.

tl_files/Themen-Blog/Gay_Lesbian_Bi_Trans Power and Control Wheel.jpg

von Sharifa Alkhateeb, angepasst vom Duluth Model www.PeacefulFamilies.org

Kommentar von Wolfgang |

David Berger, Chefredakteur des Schwulenmagazins Männer schreibt am 27.1.2014 in einem Artikel bei Cicero:

"Das hätte Hitzslperger nicht gewollt,

Thomas Hitzlsperger hat mit seinem Coming-Out etwas bewirkt, was er eigentlich nicht wollte: Immer mehr Homophobe melden sich zu Wort. ... Vor lauter Jubel über Hitzlsperger kaum in ihrer Gesamtheit wahrgenommen, konstituiert sich derzeit eine große Allianz der „Normalen“, die sich berufen fühlt, für den Erhalt des Heteronormativen zu kämpfen. ...

Zunächst werden Vorurteile als nicht hinterfragbare Fakten präsentiert: Hier der Mythos vom reichen, einflussreichen, besser aussehenden, sich in Geheimbünden verschwörenden und die Schlüsselstellen der Macht unterwandernden Schwulen. ... Auf der Basis dieser Stereotype werden Neid und Angst provoziert. Beides die vielleicht wirkmächtigsten Motive menschlichen Handelns. ...

[Dann der Spruch:] 'Mann kann sich nicht mehr sicher sein, angefasst zu werden.' Das Kalkulieren mit der Angst wird aber mit Hilfe der Selbst-Viktimisierung so weit getrieben, dass sie geeignet ist, in Aggression umzuschlagen: Wer sich so von den eigentlich minderwertigen Homosexuellen in die Enge getrieben, sexuell bedrängt, ja verfolgt sieht, der neigt natürlicherweise dazu, sich selbst zu verteidigen oder auch einmal zurückzuschlagen. Sehr überzeugend hat der Kultursoziologe Jonas Pfau im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus gezeigt, wie Selbst-Viktimisierung Gewalt provoziert.

Der Vergleich Boks von sich und den Seinen (A.d.R.: Queerphobie-Anhänger) mit den Opfern des Nationalsozialismus ist daher nicht nur geschmacklos und perfide, er zeigt auch, wie Angst, Neid und Umkehr der Opfer-Täter-Relation zwar nach Pfau typisch, aber eben geeignet sind, das Denken auszuhebeln. Die Klaviatur menschlicher Motive, die Bok und die anderen hier geschickt bedienen, kennt man nämlich in gleicher Weise aus dem Antisemitismus. ... „Man ersetze doch einmal in homophoben Aussagen das Wort Schwule durch Juden“ ...

Sie (A.d.R.: Queerphobie-Anhänger) fordern zurecht Meinungsfreiheit. Aber das, was Sie da machen, hat mit Meinung nichts zu tun. Mit Freiheit schon gar nicht. Es ist schlicht bösartige Diffamierung von Menschen, die nur gemäß der Natur leben wollen, die sie sich nicht ausgesucht haben. Eine Diffamierung, die sich vor einer Geschichte, in der ein eigener Paragraph (175) weit über den Nationalsozialismus hinaus eine Unzahl an Existenzen zerstört und Menschen zugrunde gerichtet hat, besonders unerträglich anhört. Sie vertreten Positionen, die mit psychologischen Mechanismen arbeiten, die Gewalt provozieren und Freiheit zerstören. Unsere offene Gesellschaft lebt davon, dass sie keine Toleranz gegenüber Intoleranz und Diffamierung duldet. Sie sind im Unrecht, wenn Sie Freiheit für sich einklagen!"

Und wie geht man damit um, David Berger? Aufklärung, Richtigstellung... was TUN?

Kommentar von Wolfgang |

Wer hätte es gedacht, dass schon der Antrag auf härtere Maßnahmen gegen Queerphobie in der EU die Betroffenen hochschreckt: "Hysterisch reagieren radikale Homo-Gegner auf einen Entwurf der Europaabgeordneten Ulrike Lunacek, der zum Ziel hat, Homophobie und Diskriminierung in Europa zu bekämpfen." (Bericht bei queer.de vom 29.1.)

Kommentar von Wolfgang |

Die heute-show vom 31.1. mit einem satirischen Beitrag zur Homophobie in Baden-Württemberg und Russland.

Kommentar von Wolfgang |

So machen sich die Amerikaner über die weltweite Homophobie lustig: Jon Stewart Slams Worldwide Homophobia With “The 2014 Homophobic Olympics” (22.1. queertv)

Kommentar von Wolfgang |

Wie quer ist das denn? Wenn aus Menschenrechtsaktivisten Dämonen gemacht werden... sind wir mal wieder im erz-konservativen Queerphobie-Fahrwasser gelandet. Spannender Beitrag, was den "Homos" unter dem Mäntelchen der Scheinheiligkeit so alles vorgeworfen wird. Merci David!

Gaystapo und Katholiban

David Berger 04.02.2014 auf heise.de

Kommentar von Wolfgang |

Ein echter politischer Durchbruch: "Kampf gegen Homophobie in Europa: EU-Parlamentarier lässt Shitstorm unbeeindruckt - Zustimmung für Lunacek-Bericht" titelt die Huffington Post am 4.2.

EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek habe doch nur einen Bericht vorgelegt, in dem sie strategische Ziele formulierte, wie das EU-Parlament sich stärker für die Rechte und gegen die Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Transgender, Transsexuellen und Intersexuellen einsetzen kann. „Solch einen Widerstand gegen einen Bericht, der von dem Recht der Menschen handelt, ohne Angst so zu leben und zu lieben wie sie wollen, ist etwas, das ich nicht erwartet hatte“, sagt sie. Auch ihre Website wurde gehackt. Ein Zufall? Daran glaubt Lunacek nicht.

Und dennoch hat sie sich mit ihrem umstrittenen Bericht, der auch von EU-Parlamentariern von CSU und CDU kritisiert worden war, überraschend deutlich durchgesetzt. 394 Parlamentarier stimmten an diesem Dienstag in Straßburg für den Lunacek-Bericht, 176 dagegen. Lesben- und Schwulenverbände in Europa feiern das Ergebnis.

Kommentar von Wolfgang |

Bericht von Human Right Watch mit Bildern, die wirklich wütend machen gegen die Nazi-Ideologie der Queerphoben Aktivisten. Dabei sind das wahrscheinlich nur die gemäßigten Aktionen: youtube.com 4.2.

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/Pati Bliss - IWWIT.jpgAuf den Punkt gebracht! Intelligente Rede der irischen Drag Queen Panti Bliss über Homophobie: YouTube 2.2.: http://www.youtube.com/watch?v=WXayhUzWnl0

Die vielen Situationen, in denen wir uns auch als Schwule und Lesben ertappen, wie homophob wir selbst sind... und uns dafür hassen.

Bild: Ich Weiss Was Ich Tu

 

 

 

 

 

 

Kommentar von Wolfgang |

Wenn sich die UN wegen Verletzungen der Kinderrechtskonvention (Strafverfolgung Pädophiler in der kath. Kirche, Äußerungen zu Homosexualität etc.) deutlich gegenüber dem Vatikan äußert... nennt der das Religionsfreiheit. Mal sehen ob sich die UN auch gegenüber islamischen und anderen Religionen so deutlich ausspricht... Zeit wird's!

5.2. Tagesschau.de

5.2. Huffington Post

Kommentar von Wolfgang |

"Homo-Song für Sotschi: Wie eine Pop-Band die russischen Anti-Propaganda-Gesetze unterwandert" lautet ein Artikel von David Berger in der Huffington Post vom 6.2. Darin wird die Berliner Initiative "Enough is Enough" vorgestellt, junge Aktivisten_innen, die während der Olympiade eine Mahnwache abhalten und mit einem Song in die Charts auf iTunes gelangt sind (Love ist not for Propaganda), der die Aktivisten in Russland unterstützen will und auch in Russland heruntergeladen werden kann.

Kommentar von Wolfgang |

Gibt es ein schlimmeres Versagen einer Regierung, als wenn die Bürger des eigenen Landes vor dessen Lebensumständen flüchten müssen und die Verletzung von Menschenrechten dies ermöglicht? Die bundesdeutsche wie europäische Asylpolitik hat auf die russische Gesetzgebung entsprechend reagiert. In einem Artikel auf queer.de vom 9.2. berichtet Quarteera, eine russische Organisation in Berlin und Hamburg, bereits von einer größeren Anzahl russischer Flüchtlinge die sie seit kurzem betreuen. Nicht nur Queers sondern auch andere Bürgerrechtler sind vom russischen Willkürsystem betroffen und werden sicher nach der Olympiade zu einer größeren Flüchtlingswelle führen. Dies wird wiederum die diplomatischen Beziehungen der Länder belasten.

Kommentar von Wolfgang |

"Diskutiere niemals mit einem Idioten.
Er wird versuchen dich auf sein Level herunter zu ziehen
und Dich mit Erfahrungen übertölpeln."
Mark Twain

Eine spannende Frage ist der Umgang der Medien mit Rechtspopulisten. In einem Artikel von queer.de am 8.2. wird bereits im Vorfeld einer Diskussion zum Thema "Droht die moralische Umerziehung?" die Einladung von zwei Hardlinern gegen die Homoehe und -Adoption heftig kritisiert. Der Artikel verweist auf den "Waldschlösschen-Appell", der es Journalisten empfiehlt Rechtspopulisten keinerlei Plattform zu bieten. Selbst bei guten, nachvollziehbaren Gegenargumenten würden solche live-Fernsehformate genutzt um die eigenen menschenverachtenden Parolen in die Welt zu setzen... und bei einem Teil der Zuschauer finden sie dann Gehör.

Der Kommentar von Wolfgang Fänderl diesbezüglich: "Ich glaube wir müssen uns vor dem unwissenschaftlichen Dünpfiff dieser Queerphobie-Protagonisten_innen nicht verstecken! Aber wie das Zitat von Mark Twain (s.o.) schon sagt, braucht es viel Talent beim Moderieren und Inszenieren. Ich finde es schon mal klasse, dass sich überhaupt jemand traut, sich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit dem Thema diskursiv auseinander zu setzen. Wenn es nicht öffentlich geschieht, wabert es die ganze Zeit als Option mit und wenn die Protagonisten_innen für Homoheilung nicht eingeladen wären, würde der Diskussion 'Totschweigen' unterstellt. Das wäre genauso fatal!"

Kommentar von Wolfgang |

"Dispatches Hunted"

Diese Dokumentation von Channel 4 vom 6.2. ist einer der authentischsten Einblicke in die Innenansichten von Homophoben Aktivisten_innen in Russland. Die 49-Minuten-Doku zeigt die erschreckende Gewalt (nicht für Minderjährige geeignet) und die Hilflosigkeit, in der sich nicht nur schwule Opfer sondern auch aliierte Heterosexuelle befinden. Wirklich sehenswert, wenn es auch gute Nerven braucht: http://www.youtube.com/watch?v=Vy8tGBI5Kdk

Kommentar von Julian Klotz |

Lieber Wolfgang,

danke für den interessanten Filmtipp! Kann ihn nur weiterempfehlen. Meines Wissens ist das die erste Doku ihrer Art und in der Lage selbst notorische "Interessiert-mich-nicht-in-Deutschland-ist-eh-alles-in-Ordnung-Denker" wachzurütteln.

Kommentar von Wolfgang |

Ein gelungener Artikel der FAZ vom 15.2. zum Thema "Ende der Toleranz" von Stefan Niggemeier mit Hinweisen auf die Begrifflicheit, die Differenz zur Akzeptanz und eine Talkshow: "Ist das wirklich das Jahr 2014? Ist es wirklich wahr, dass Homosexualität zwar geduldet wird – aber nur dann, wenn Lesben und Schwule möglichst unsichtbar bleiben? Ein paar notwendige Worte zu einem Kulturkampf."

Kommentar von Wolfgang |

"Albtraum Homo-Ehe" Ein Konservativer wird im Traum heimgesucht von der Gleichstellung der Homo-Ehe. Für ihn ein Albtraum. Ein Kurz-Film von Oliver Durke und Marike Schmidt-Glenewinkel.

Kommentar von Wolfgang |

Wie Intellektuelle wie "Welt"-Autor Matthias Matussek sich offen zur Homophobie 'bekennen' ist erschreckend. Er glaubt an die Polarität der Schöpfung und daran, dass es für Kinder wichtig ist, diese Polarität zu erleben. Danach führt er den Antisemitismus als Beispiel an, der durch die Homophobie-Dabatte plötzlich weniger 'wert' sein soll. Damit versucht er dann eine 'natürliche' homophobe Diskriminierung zu legitimieren: "Was für ein Eiertanz um die einfache Tatsache, dass die schwule Liebe selbstverständlich eine defizitäre ist, weil sie ohne Kinder bleibt. Der Philosoph Robert Spaemann hatte es in einem Interview mit der "Welt" so ausgeführt: 'Das Natürliche ist auch moralisches Maß für die Beurteilung von Defekten. Nehmen Sie die Homosexualität: Die Abwesenheit der sexuellen Anziehungskraft des anderen Geschlechts, auf dem die Fortexistenz der menschlichen Gattung beruht, ist ein solcher Defekt. Aristoteles nennt das einen Fehler der Natur. Ich sage, es ist einfach ein unvollständig ausgestattetes Wesen, wenn es über die Dinge nicht verfügt, die zu einem normalen Überleben gehören.'" Kommentar am 13.2. Die Welt

In der Welt gibt es dann auch die Gegendarstellung von Lucas Wiegelmann: "Warum Homophobie unchristlich ist" 13.2. Die Welt: "Wer sich der Homophobie rühmt, verletzt nicht nur den Konsens der Gesellschaft. Er kann sich auch auf keine christlichen Grundsätze berufen."

Ein weiterer Artikel der Matussek entgegnet: Ich liebe, also bin ich. Und das ist auch gut so: "Die schwule und lesbische Liebe als defizitär zu betrachten, "weil sie ohne Kinder bleibt", ist eine Beleidigung nicht nur für Homosexuelle, sondern für die Liebe insgesamt." Die Welt 13.2.

Sehr differenziert geht das Nollendorfblog aus Berlin am 13.2. von Johannes Kram die Gegenargumentation an und entlarvt die 5 Tricks einzeln: Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber - “Homophobie für alle!” – Ein Volksbildungskurs mit Matthias Matussek.

Weitere Gegenargumente? (-> vgl. David Bergers Hinweis 4.2. auf heise.de, dass sich Homophobe zu Opfern stilisieren)

Kommentar von Wolfgang |

Blick nach Frankreich: Gegner der Gender-Theorie stürmen Büchereien. Katholische und muslimische Extremisten fordern die Reinigung der Kinderbibliotheken von Büchern, die ihren Vorstellungen von Moral nicht entsprechen; 12.2. Die Welt

Kommentar von Wolfgang |

"Im Sinne von Artikel 1 Grundgesetz darf man deshalb so wenig über die Wertigkeit von Homosexualität streiten wie beispielsweise über die Frage der Hautfarbe." meint Claudia Roth in einem Artikel in der Welt vom 18.2.

Kommentar von Wolfgang |

Alexander Marguier Chefredakteur von Cicero: "Wer die Möglichkeit zum Zeugen von Nachwuchs zur Voraussetzung für die Eheschließung macht, müsste konsequenterweise für vorstandesamtliche Fruchtbarkeitstests eintreten." Artikel vom 19.2.

Kommentar von Wolfgang |

"Die Männer, die in Moskau keine Arbeit fanden, hatten sich gezielt Schwule als Opfer gesucht, weil diese Scham hätten, zur Polizei zu gehen. Eines ihrer Opfer sagte im Prozess aber gegen sie aus. Die Täter gestanden die Tat, zeigten aber keine Reue." Bericht über Verhaftungen von Queerphobie-Tätern auf queer.de 18.2.

Hier wird deutlich, dass Queerphobie durch die schwache diskriminierende Gesetzgebung und queerphobe Polizei auch Täter mit völlig anderen Motiven einlädt gegen Queers, als "Underdogs" der Gesellschaft, vorzugehen.

Kommentar von Wolfgang |

"Schwule Sau - Der neue Hass auf Homosexuelle" lautet die Doku im WDR vom 13.02.2014: "Madeleine schreibt ihrer besten Freundin in einem Brief, dass sie nicht wisse, was mit ihr los sei: Sie verliebe sich immer nur in Frauen. Am nächsten Morgen hängt ihr Brief - vielfach kopiert - an den Wänden der Schule. 'Die Leute haben mich angeguckt wie ein Stück Dreck. Und so habe ich mich auch gefühlt', sagt Madeleine. In Studien geben immer mehr Jugendliche an, Schwule und Lesben eklig zu finden. 'Schwul' und 'Schwuchtel' sind wieder zu Standard-Schimpfwörtern auf deutschen Schulhöfen geworden."

Kommentar von Wolfgang |

In Insbruck gibt es gerade eine Umfrage zu Erfahrungen mit Diskriminierung, wo man_frau auch aus München noch mitmachen kann. Auch das Sub lädt auf seiner Homepage dazu ein: "20 Minuten für die Wissenschaft"! Carolin Pitthan, die die Studie fürs Institut der Psychologie an der Universität Innsbruck durchführt, ist glücklich über vollständige und ungeschönte Antworten.

Kommentar von Wolfgang |

Olympia-Demos sind vorbei, aber die Situation der Russischen Community noch lange nicht. Der Kurzfilm "Jagd auf Homosexuelle in Russland" fasst die Situation nochmal zusammen und wir müssen einsehen, dass Queerphobie in Russland nach wie vor stark an der Tagesordnung ist. Der Kurzfilm auf thinkoutsideourbox.net vom 23.2. zeigt die nach wie vor verherende Situation russischer Homosexueller in Russland und dass nach wie vor auch Unterstützung aus dem Ausland gebraucht wird. Die weltweite Aufmerksamkeit und notfalls ächtung darf jetzt nicht nachlassen!

Kommentar von Wolfgang |

Ein Video versucht zu hinterfragen, warum LGBTTI-Rechte in einem Bildungsplan höher bewertet werden als andere und ob es wirklich Aufgabe der Schule sei darauf hinzuwirken die sexuelle Entwicklung eines Kindes schon frühzeitig zu hinterfragen. Wenn ihr Euch mal den Animations-Film von Gabriel Stängle anseht, kommt der eigentlich ganz verständlich und nachvollziehbar vor. Worin liegt die versteckte Queerphobie? queer.de geht darauf in einem Artikel am 23.2. ein.

Kommentar von Wolfgang |

Ugandas Präsident Yoweri Museveni unterzeichnete am Montag trotz aller Warnungen und Proteste das umstrittene Gesetz, das lange Haftstrafen für Schwule und Lesben in dem ostafrikanischen Land vorsieht. Ein "gigantischer Rückwärtsschritt" für Uganda. (Artikel HuffPost 25.2.) Und die Presse spielt in Uganda ihre Rolle und outet bekannte Persönlichkeiten, die angeblich homosexuell sind. Die Hexenjagd ist eröffnet. Was bleibt da zu tun? (Artikel HuffPost 25.2.)

Der Anglikanische Bischoff Desmond Tutu aus Südafrika sieht Parallelen zur Verfolgung und Ermordnung ‪‎Homosexueller‬ während der Nazi-Zeit in Deutschland und der Apartheid in Süd-Afrika als Weiße und Schwarze verfolgt wurden, nur weil sie einander liebten. (Artikel in der Amerikanischen HuffPost 23.2.)

Kommentar von Wolfgang |

Ein schlechtes Zeugnis für Deutschland: Nicht nur Fremdenhass sei weit verbreitet, es gebe nach wie vor "erhebliche Diskriminierung" von Homo- und Transsexuellen, insbesondere an Schulen. Der Europarat lobte Bundesländer wie Berlin und Nordrhein-Westfalen, die bereits einen Aktionsplan gegen Homophobie beschlossen haben. In dem Bericht werden die Bundesregierung sowie andere Bundesländer dazu aufgerufen, "Programme ins Leben zu rufen, die die Toleranz gegenüber LGBT-Personen erhöhen und Homo-/Transphobie bekämpfen". (Artikel queer.de 25.2.)

Kommentar von Wolfgang |

Wäre Homophobie ein echtes Angst-Phänomen, dann könnten evtl. Lebensmittel helfen. Eier, Joghurt, Kamillen- und Grüner Tee wären da also die hilfreichen Mittel gegen Angstzustände. (Artikel in der HuffPost vom 25.2.)

Kommentar von Wolfgang |

In Replik zu Matusseks Artikel meint die taz: Es ist der alte Vulgärdarwinismus, der hier aus der Schublade gekramt wird, das 'survival of the fittest' für Leute, die nicht fit genug sind, diese ja nun auch schon wieder über 150 Jahre alte Theorie wenigstens in ihren Grundzügen zu durchdringen. Homohassender Vulgärdarwinist Matussek – ein Fehler der Natur? Er braucht dringend Nachhilfe in Biologie. Das beweisen Matusseks Äußerungen, in denen er Homosexualität mit Erbkrankheiten vergleicht. (Artikel auf taz.de vom 24.2.)

Kommentar von Wolfgang |

Interessant ist der Prozess in Arizona, wo ein Gesetz für 'religiöse Freiheit' es Geschäftsleuten erlauben soll homosexuelle Kunden nicht zu bedienen. Eigentlich von den Republikanern unterstützt legt die republikanische Gouverneurin Jan Brewer ihr Veto ein: Religionsfreiheit sei ein Kern der Werte in den USA und Arizona "und ebenso die Antidiskriminierung"! (Artikel in der Zeit vom 27.2.)

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/logo/huffpost_germany.jpgDas renomierte Huffington Post Online Magazin übernimmt seit 26.2. Teile unseres Themenblogs "Umgang mit Queerphobie" in Gastbeiträgen, welche ich ein wenig aktualisiert habe. Hier Teil 1 zum Thema "Die kulturelle Angst vor sexueller Freiheit": http://www.huffingtonpost.de/wolfgang-faenderl/umgang-mit-queerphobie-te_b_4852309.html?utm_hp_ref=germany

Kommentar von Wolfgang |

Dass ein Gericht in Taxas den landesweiten Bürgerentscheid vor 7 Jahren (keine Ehen für Homosexuelle) zu Gunsten eines Landesgesetzes (Gegen die Diskriminierung von Lesben und Schwulen) kippen kann, ist ein weiterer Meilenstein in der amerikanischen Demokratie-Entwicklung. Ober sticht Unter und bundesstaatliche Gesetze die Landesgesetze. (Artikel auf queer.de vom 27.2.)

Kommentar von Wolfgang |

Artikel auf tagesschau.de vom 28.2.Weltbank legt Uganda-Kredit auf Eis

Als Reaktion auf das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Uganda hat die Weltbank einen Kredit von 90 Millionen Dollar (66 Millionen Euro) für das zentralafrikanische Land auf Eis gelegt. "Wir haben das Projekt zurückgestellt, um sicherzustellen, dass das Gesetz die Entwicklungsziele nicht beeinträchtigt", sagte ein Sprecher der Weltbank in Washington. Der Kredit sollte dabei helfen, das Gesundheitssystem in Uganda zu stärken."

In 83 Staaten stehe Homosexualität unter Strafe und in mehr als 100 würden Frauen diskriminiert. In den kommenden Monaten will das Institut daher eine ausführliche interne Debatte über den Umgang mit Diskriminierung führen, hieß es in dem Schreiben, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. "Der Zeitpunkt für diese Diskussion ist gekommen."

Wie verrückt. Über die Diskriminierung von Homosexuellen kommt endlich mal die richtige Debatte in Schwung: Diskriminierung allgemein... auch von Frauen! Kann es sein, dass das bislang nicht diskussionswürdig war? Einfach unglaublich.

Einen Haken hat allerdings das Ganze: Die Gegenüberstellung von Religionsfreiheit und Antidiskriminierung kann neue 'unheilige' Allianzen fördern. Dabei gehen beide Menschenrechte doch Hand in Hand, wenn wir die Religionsgründer mal endlich richtig verstehen würden!

Kommentar von Wolfgang |

Gute Gedanken eines anonymen Kollegen, der sie als Anregungen verstehen möchte:

"Neulich fiel mir ein: Es gibt verschiedene Arten von „Toleranz“ und „Akzeptanz“. Aber vorher muss man noch sagen: Allein dass das so Fremdwörter sind, die akademisch klingen, zeigt ja schon, dass sie nicht der Seele nah sind, nicht alltäglich wie Brot und Mögen und Liebe.

Toleranz und Akzeptanz – Duldung und Annahme – gibt’s aus unterschiedlichen Beweggründen:

  • gesellschaftlicher Druck, weil „man“ halt jetzt die Schwulen toll finden soll (oder sich wenigstens nicht das Maul über sie zerreißen)
  • Langeweile und Gleichgültigkeit (was gehen die mich an)
  • echtes Interesse am Anderen und seiner Anderheit, seinem Anders-Sein
  • gespielte Toleranz, hinter der Ablehnung steckt
  • Pseudotoleranz, so lang einem das Thema nicht nah kommt
  • die andere Pseudotoleranz: so lang sich die Schwulen anständig benehmen (und was anständig ist, bestimme ich), sind sie ganz putzig
  • irritable Toleranz (die bilden aber schon irgendwie so Seilschaften und Netzwerke oder sogar Verschwörungen?)

Ich glaube, wir stecken in einer Phase zwischen gesellschaftlichem Relativismus (ist eh alles egal, Hauptsache, ich hab meine Ruh und mein Auto) und versteckten, im Untergrund wie Kriechstrom sich verbreitenden Vorurteilen."

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Sonstige Bildelemente/5 Jahre fuer einen Kuss.jpgDie Queerphobie in Uganda ist dermaßen haarsträubend, dass es nicht nur den Erlass eines neuen Anti-Homosexuellen-Gesetzes geben soll - trotz aller internationalen Kritik - sondern auch Exzesse bis hin zu Lynchjustiz stattfindet (vgl. Artikel vom 27.02.2014 in der NewYorkTimes oder bereits am 24.12.2013 bei Naja.com). Die Hinterfragung der Gründe führt die Dokumentation auf evangelikale Missionare aus den USA zurück!!! Den Trailer zum Film "God Loves Uganda" (auf YouTube am 25.09.2013) müsst ihr sehen!

Kommentar von Wolfgang |

Wie richtig wir bei der Namensdefinition lagen belegt der Artikel über eine Demonstration gegen den Bildungsplan in Baden Württemberg. Auf den Schildern stand u.a. "Nein zu Hetero-Phobie". Der Begriff steht - laut einleitender Definition - eigentlich für die "Angst vor Vielfalt"! Da er aber im Volksmund eher auf einen Gegensatz zu "Homophobie" hinzuweisen scheint, taucht er jetzt bei dieser Demo auf (Artikel auf queer.de vom 1.3.).

Kommentar von Robert |

Die Ablehnung einer queeren Lebensweise kann in der Unkenntnis über das Thema begründet sein.

Dieser Umstand zeigt sich beispielsweise immer wieder daran, dass von Heterosexuellen angenommen wird, dass queere Personen sich durch einen besonders auffälligen Kleidungs- oder Frisurenstil von der Masse abheben und somit einfach identifizierbar sind. In diesem Zusammenhang wird z.B. bei schwulen Männern generell davon ausgegangen, dass diese sich besonders feminin kleiden und dass lesbischen Frauen einen maskulinen Kleidungsstil bevorzugen. Dass diese Annahme nur auf einen eher kleinen Teil der queeren Gemeinschaft zutrifft, ist vielen nicht bewusst, da einfach mediale Bilder unreflektiert übernommen werden.

Problematisch an diesem weit verbreiteten Meinungsbild ist zudem, dass es damit auch für Personen, die selbst vor dem inneren Outing stehen, schwieriger werden kann zu sich zu stehen, falls sie sich nicht zu dem optisch auffälligeren Teil der queeren Gemeinschaft zählen und annehmen, dass alle so sind.

Ein prominentes Beispiel für ein derartig verzerrtes Bild über queere Personen war die Aussage vom damaligen CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, der Homosexuelle im März 2013 als eine „schrille Minderheit“ bezeichnet hatte (vgl. Welt am Sonntag Interview 10.03.2013). Auch wenn davon auszugehen ist, dass in diesem Fall politisches Kalkül ausschlaggebend war, bestärkt diese bewusste Diskriminierung Dobrindts jedoch diejenigen, die ein falsches Bild von queeren Personen haben.

Da es auch in der Schulbildung nach wie vor große Defizite in der Aufklärung über queere Lebensweisen gibt, ist ein auf Unkenntnis basiertes und damit verzerrtes Bild über Personen jenseits der Heteronormativität noch immer ein weit verbreitetes Phänomen.

Kommentar von Wolfgang |

Hallo Robert, danke für die Erweiterung unserer Thesen! Klischees über Queers, die wir auch als Medien bedienen, müssen differenziert werden. Das ist die Hauptforderung, stimmt's? Die Schulbildung als Ort der Aufklärung ist dann wohl die zweite Forderung. Du bist ja Politikwissenschaftler. Was kann die Politik tun, damit es nicht nach hinten losgeht, wie in Baden Württemberg? Was kann jeder Einzelne tun, um Unwissenheit - gerade bei jungen Queers im Coming Out - zu fördern? Wird nicht auch schon einiges erfolgreich gemacht?

Kommentar von Wolfgang |

Was unsere Recherche zu Queerphobie so alles zu Tage fördert:

Das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft folgert in einem Artikel einer Dr. Christl R. Vonholdt von 2005 aus den erhöhten Problemen, die "homosexuell empfindende Jugendliche" haben, dass
- dringend von frühen sexuellen Erfahrungen abzuraten ist.
- dringend von einer Festlegung (einem „Coming-out“) als homosexuell, bisexuell oder lesbisch im Jugendalter abgeraten werden muss.

"Jugendliche sollten in ihrer geschlechtlichen Identität als Junge oder Mädchen bestärkt werden, nicht im Annehmen einer irgendwie sexualisierten Identität. Jugendliche sollten unbedingt ermutigt werden, mit einem möglichen „Coming-out“ zu warten, bis sie erwachsen sind, bis sie alle Informationen kennen – auch die über die Möglichkeiten der Veränderung einer homosexuellen Neigung hin zur Heterosexualität, auch die über das höhere Risiko psychischer Erkrankungen bei homosexuell lebenden Männern und Frauen13 und nicht zuletzt die über das hohe Risiko physischer Erkrankungen durch männlichen homosexuellen Sex."

Geht's noch? Dieser Artikel kommt super wissenschaftlich daher und ist bei google der erste, wenn man_frau nach dem Thema Suizid bei Schwulen sucht. Die ganze Webseite ist eine echte Fundgrube queerphober Argumentationsstränge und damit für die Auseinandersetzung mit intellektuell verbrämten queerphoben Gedankengut hervorragend geeignet. Dabei gibt es - nicht nur in diesem Themeblog - weit nachvollziehbarere Thesen und Schlussfolgerungen bei Interpretation der Zahlen? Welche habt ihr?

Kommentar von Wolfgang |

Weniger ideologisierend ist eine Webseite auf Position 2 bei google: Coming-Out-Day

Die andere Interpretationsrichtung nimmt ein Beitrag auf "Der Freitag" vom 23.2.2013 ein: "Zur Senkung des sehr hohen Suizidrisikos sei es nach den Forschern der Universität Zürich unabdingbar, sexuelle Vielfalt bereits in den Schulen auf die Tagesordnung zu setzen." Weitere Studien aus Nordirland und den USA kommen zu vergleichbaren Ergebnissen.

Und in der Süddeutschen Zeitung vom 12.10.2010 wird die "gesellschaftliche Homophobie" für diese Suizide verantwortlich gemacht: "Das muss ein Weckruf sein - In den USA leiden Schwule zunehmend unter Gewalt und sozialer Ausgrenzung. Nach mehreren Teenager-Selbstmorden schreiten nun Prominente ein."

Kommentar von Wolfgang |

Das rechte Verschwörungsblatt Compact bietet zur Leipziger Buchmesse eine Lesung über ein angebliches "Schulfach Schwul". Neues Sonderheft zum Thema mit Vorstellung in Berlin (Artikel vom 4.3. auf queer.de)

Kommentar von Wolfgang |

Einer Zeitungsanzeige von Campact (JA, fast gleicher Name wie beim obigen Artikel, nur andere Zielrichtung!) wirft der Baden Württemberger CDU-Politiker Claus Paal "Missbrauch" des Landeswappens vor. Die Anzeige von Campact steht unter der Überschrift: "Wir kennen alles. Außer Homophobie." Dabei wird die offizielle Image-Kampagne des Ländle aufgegriffen ("Wir können alles. Außer Hochdeutsch!"). In dem darunterstehenden Text heißt es unter anderem: "Toleranz hat in Baden-Württemberg eine gute Tradition, sie hat unseren Mittelstand erfolgreich gemacht. Die Akzeptanz von Vielfalt auch bei der sexuellen Orientierung gehört heute genauso dazu. Auch im Bildungsplan" (Artikel auf queer.de vom 4.3.).

Kommentar von Wolfgang |

Dr. Tatjana Zimenkova vom soziologischen Institut der Uni Bielfeld richtete in ihrem Interview mit der Aidshilfe (4.3.2014) das Augenmerk auf die institutionellen Mechanismen hinter der Homo- und Queerphobie:

"Alle Institutionen streben nach Konsolidierung und verfolgen bestimmte Interessen: Politische Parteien z. B. wollen mithilfe von Homophobie eine konservative Wählerschaft gewinnen. Medien profitieren von der Kontroverse und wollen über das Publikumsinteresse vielleicht ihre Auflage oder Quote steigern. Der Kirche geht es um Normierung und Machtgewinn, und Vereine und Verbände wollen ihre Mitgliederzahl erhöhen und sich zugleich von anderen abgrenzen. Institutionen geht es also um Existenzsicherung und Machtausübung, und Macht ausüben heißt inkludieren und exkludieren. ...

Diese Mechanismen sind auf alle Formen von Diskriminierung und auf alle Gesellschaften übertragbar. Und wir müssen uns bewusst sein, dass Diskriminierung in alle Richtungen gehen kann. Auch innerhalb der Migranten-Community gibt es Gruppen, die sich von anderen abgrenzen wollen. ...

Schauen wir nach Russland: Beim Thema LGBT ist immer wieder von „westlichen Werten“ die Rede, von denen man sich abgrenzen möchte. Eigentlich geht es aber darum, im Land einen Patriotismus zu beschwören, indem man sagt, die anderen Länder sind absolut pervers, da sitzen pädophile Parteien im Parlament, und wir sind die letzte Festung der Normalität. Gegen einen Feind lässt sich eben am besten Politik machen. ...

Es gibt bestimmte Themen, bei denen Konsolidierung noch besser funktioniert. Wenn man sagt, es gehe um den Schutz der Kinder und der Familie, dann ist erst mal bei vielen eine große Bereitschaft da, sich damit zu beschäftigen. Bei diesem Thema können sich viele Akteure zusammentun. ...

Wo kann man ansetzen, um Homophobie entgegenzuwirken?

Ich bin Didaktikerin und glaube, dass man durch Bildung ganz viel erreichen kann. Was die Akzeptanz von Minderheiten angeht, wurde in Europa vieles über Bildung erreicht. [A.D.R.: Die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ im Bildungsplan verankern], das ist ein Weg, den Deutschland unbedingt gehen muss. Ich finde, Deutschland hat bei der Aufarbeitung des Nationalsozialismus eine gute didaktische Basis geschaffen, um über Diskriminierung aufzuklären. So kann auch Aufklärung über sexuelle Minderheiten funktionieren."

Kommentar von Wolfgang |

Und wo wird man mit Queerphobie unliebsame Oppositionsführer los? "Seit mehr als zehn Jahren gibt es Gerichtsverfahren gegen Anwar Ibrahim wegen seiner angeblichen Homosexualität – kurz vor einer Wahl erhält er wieder einmal eine Haftstrafe." (Artikel auf queer.de vom 7.3.)

Kommentar von Wolfgang Fänderl |

Da steht allen Ernstes oben auf dem Rednerpult ein Mann und fragt, ob wir denn nach der Homosexualität als nächstes die Sodomie anerkennen werden. Und keiner protestiert. Im Gegenteil, die CSU applaudiert. "Verfänglicher Applaus - Die CSU hat sich mit ihrer Reaktion auf die Rede des Dominikanerpaters Wolfgang Spindler keinen Gefallen getan", lautet der Kommentar in der SZ vom 6.3. Konkrete Hinweise, dass Queerphobie mit ihrem Mangel an Verständnis und Differenzierungsfähigkeit nach wie vor dumpfbackige Vorurteile hoffähig macht.

Kommentar von Wolfgang |

In Uganda herrscht Bürgerkrieg gegen die homosexuelle Bevölkerung. Nun bitten die LGBTI-Aktivisten_innen Ugandas um Unterstützung und schlagen 15 Aktionen dazu vor:
1) Sprecht Euch gegen das Antihomosexuellen Gesetz aus
2) Weltweite Demonstrationen
3) Ruft internationale Konzerne zum Boykott auf
4) Benennung der Gegenstatements bzgl. der Gesetzesvorlage
5) Unterstützung strategischer Kürzung von Entwicklungshilfe nicht allgemeiner
6) Unterstützung durch Asylpolitik für politisch Verfolgte
7) Information über Hilfsorganisationen die LGBTIs helfen könnten
8) Protest gegen Inhaftierungen von LGBTIs
9) Weitergabe von Reisewarnungen an Reisegesellschaften
10) Religiöse Führer dazu aufforden, sich gegen die Gesetzgebung auszusprechen
11) Rückruf von Botschaftern_innen
12) Ausländische Führer und VIPs bitten sich dagegen zu positionieren
13) Internationale Hilfsorganisationen aufrufen
14) die internationale Aufmerksamkeit auf weitere ugandische Themen lenken
15) Deinen Einfluss nutzen, die Botschaft zu verbreiten

Du hast eine Stimme, bitte nutze sie!
GayStarNews auf Buzzwok 09.03.2014

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/logo/huffpost_germany.jpgHeute erscheint Teil 4 unseres Themenblog-Intros in der Huffington Post. Dabei habe ich mit Hilfe aktueller Geschehnisse, bisheriger Beiträge in den Kommentaren und fachlichen Hinweisen von Dr. Hilmar Sturm, Dr. Julian Klotz und Christian Merten einige Ergänzungen und Verbesserungen vornehmen können. Wer mag, kann sich auch an den Diskussionen dort beteiligen. Herzlichen Dank dafür!

Kommentar von Wolfgang |

"Sexuelle Vielfalt in der Schule - Total Normal oder nicht?" ist der herzerfrischende O-Ton von Schülerinnen und Schülern zur Bildungsreform in Baden-Württemberg. (Die Rhein-Neckar-Zeitung 20.03.2014)

Kommentar von Wolfgang |

Eine ganz andere Art von 'Gegendemonstration': Christen, die zum CSD kamen, um sich für die Homophobie in ihrer Kirche zu entschuldigen. (Bild auf Have a Gay Day vom 22.3.)

Kommentar von Wolfgang |

Eine Transfrau und zwei heterosexuelle Männer, die offenbar für schwul gehalten wurden, wurden beim Hamburger CSD 2013 Opfer brutaler Schläger. Am Dienstag diskutierte die Community, wie man sich besser schützen kann. (Bericht auf queer.de vom 26.3.)

Kommentar von Wolfgang |

Eine Extremform von Queerphobie: eine Frau tötet ihr vierjähriges Kind, weil sie fürchtete es würde schwul werden. Eigentlich ist dies eher Schwachsinn als Queerphobie. (Bericht auf buzzwok vom 28.3.)

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Sonstige Bildelemente/Daddy is a gay dancer.jpgDiese Geschichte müssen wir kurz übersetzen, da sie zeigt, dass es schlimmere Ängste gibt, als Queerphobie:

Papa ist ein schwuler Tänzer

Eines Tages in der 4. Klasse, fragte die Lehrerin die Kinder wie sie ihr Geld verdienen. Die typischen Antworten kamen: Feuerwehrmann, Mechaniker, Geschäftsmann, Verkäufer... etc. Der kleine Justin hingegen blieb untypischer Weise recht ruhig, und als die Lehrerin ihn drängte auch zu seinem Vater etwas zu sagen, meinte er: "Mein Vater ist Tänzer in einem schwulen Cabaret. Er zieht seine Kleidung aus vor anderen männlichen Zuschauern, und sie stecken Geld in seine Unterhose."

Die Lehrerin war sichtlich mitgenommen von dieser Aussage und ließ die Kinder rasch an einer Übung arbeiten, bevor sie den kleinen Justin beiseite nahm: "Ist das wirklich wahr was deinen Vater betrifft?" "Nein," sagte der Junge, "er spielt Hockey für die Totonto Maple Leafs. Aber das kann ich doch nicht vor all den anderen Kindern sagen."

(Bild auf Have A Gay Day vom 29.3.) Und wenn die Geschichte auch nicht wahr sein sollte, so doch gut erfunden.

Kommentar von Wolfgang |

Saudi-Arabiens neues Gesetz stellt Atheisten mit Terroristen gleich. Ein Königreich für die Intoleranz. Wie die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtet, ist in Saudi-Arabien ein neues Anti-Terror-Gesetz verabschiedet worden, wonach sogenannte Ungläubige und Atheisten nun offiziell als Terroristen gelten - und bestraft werden können. Wenn aus dem Glauben eine Staatsdoktrin wird, sind Menschenrechte bereits ausgehebelt. (Artikel HuffPost 1.4.2014)

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Sonstige Bildelemente/Sympathie-Offensive St. Petersburg - Quarteera 2.jpgSympathie-Offensive in St. Petersburg

Im Rahmen der "Woche gegen Homophobie, Biphobie und Transphobie" verteilen Aktivisten_innen in Sankt Petersburg kleine Blumensträuße, umwickelt in Flyer. Und das städtische Fernsehen berichtet darüber, ohne Phobien! Hier zum Video und zur Webseite der Aktionswoche.

 

 

 

 

Kommentar von Wolfgang |

Porträt Binyavanga Wainaina ist eine der wichtigsten Stimmen des jungen Afrika. Als der Literat sich im Januar outete, ging diese Nachricht um die Welt. Hier ein Interview-Ausschnitt: „Wenn du hier der Mittelschicht angehörst oder internationale Freunde hast, kannst du mehr oder weniger so leben, wie du möchtest“, erzählt er. Für seinen jungen Freund war das aber nicht so einfach. Und in Uganda und Nigeria ist es zunehmend unmöglich. „Mein Freund arbeitete früher für eine NGO und erklärte den Menschen, wie wichtig es ist, offen und ehrlich zu sein, wenn es um Gesundheitsfragen geht. Er konnte uns aber nicht sagen, was er selbst durchmachte. Da dachte ich mir: Es ist Zeit. Ich muss darüber schreiben.“ (Artikel vom 2.4. auf der freitag)

Kommentar von Wolfgang |

Falk Schacht und ZDF-Moderator Tobi Schlegl diskutieren über Homophobie im HipHop. Während Falk Schwulenfeindlichkeit als gesamtgesellschaftliches Problem sieht und HipHop gegen Angriffe von außen verteidigt, betont Schlegl, dass Homophobie in Raptexten eine sehr große Rolle spiele. (Artikel auf rap.de vom 1.4.2014)

Kommentar von Wolfgang |

Ironisch gemeint, 5 Tipps wie man mit Homophobie reich und berühmt wird, von David Berger (6.4. Magazin Männer)

Kommentar von Wolfgang |

Ein absolut fantastisches Beispiel, wie man mit einem homophoben Shitsturm umgehen kann, kommt vom US-amerikanischen Cracker-Hersteller "Honey Maid". Unter dem Slogan "This Is Wholesome" hatte er zuvor in einem Werbespot homosexuelle Familien gezeigt. (Artikel vom 6.4. auf queer.de mit Link auf das Video)

Kommentar von Wolfgang |

Man sollte wachsam bleiben, aber die Landesregierung von Baden-Württemberg hat die Szene durch die Änderung des Strategischer Rückzug... klappt das?

Der Kommentator von queer.de meint, dass der Bildungsplan durch die Änderungen der Baden Württembergischen Regierung nicht verraten wurde. Dennoch braucht er vielmehr weiter Unterstützung im Kampf gegen Homo-Hasser (Kommentar von Norbert Blech 9.4. auf queer.de)

Kommentar von Redaktion |

tl_files/Sonstige Bildelemente/Fussreflexzonen - msbyd.jpgqueerelations-Kommentar zur Zeitgeschichte:

Keine Zeit um die Füße hochzulegen, aber eine für Fußreflexzonen-Massage an der Gesellschaft.

Nachdem die Anti-Homo-Welle aus Frankreich und Baden Württemberg am 10.05.2014 auch München erreicht (Ankündigung einer Demo gegen "Gender-Ideologie" im Beitrag von queer.de am 8.4.), die Landesregierung von BW Zugeständnisse machen musste (Artikel zu Pro und Contra beim Männer-Magazin vom 9.4.) auch eine Einschätzung von uns:

Lasst uns dran bleiben an den Verspannungen im Gemüt der radikalen Homogegner_innen, aber mit einer durchaus wohlwollenden, gar liebevollen Grundhaltung. Queerphobie in ihren verschiedenen Facetten ist gerade in unserer Gesellschaft (anders als in Uganda!) nichts was wir "bekämpfen" müssten, sondern etwas, dem wir mit einer guten Mehrheit im Rücken den Weg weisen sollten: "Entspannt Euch liebe Angsthaserl!"

Je weniger Häme und aggressive Gegenattacken wir aus queerer Sicht inszenieren, desto eher entlarvt sich die menschenverachtende Haltung der Queerphobie von sich aus. Gegenrede und Demos ja, aber dabei sachlich bleiben, selbst wenn's schwer fällt. Die anti-liberale Gegenbewegung aus Frankreich wartet nur auf heftige Gegenreaktionen, um stärker zu werden, und das sollten wir vermeiden.

Wie wir bei uns auf diesem Themenblog schon dargestellt haben, ist Queerphobie ein komplexes Feld, mit dem man_frau nur mit reflektiertem Vorgehen weiter kommt.

Bild: Must See Before You Die auf facebook

Kommentar von Wolfgang |

Der LSVD verabschiedete am 9.4.2014 das Berliner Manifest gegen Homophobie und Transphobie: "Nicht die Homosexualität ist eine Erfindung der Moderne, sondern die politische Aufladung der Homophobie. Die globale Antwort darauf muss die konsequente Förderung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechtsbildung sein." Das Manifest ist gut geschrieben und umfasst viele Aspekte von der Erziehung über gezielte Antidiskriminierung bis zum Umgang mit Queerphobie in den Medien. Auch queerelations könnte hier unterzeichnen!

Kommentar von Wolfgang |

Magazin Männer fragt in einem Artikel vom 16.4.: "Schwule als Untermenschen - Wie machtlos sind wir?"

Patrick ist ein Mann, der mit beiden Beinen fest im Leben steht – und dem jede Neigung zu grundloser Panikmache und Drama fremd sind. Dennoch wird ihm derzeit angst und bange, wenn es um die Rechte homosexueller Menschen geht. In 10 Punkten skizziert er den derzeitigen Rollback, mit dem Homophobie wieder hoffähig gemacht werden soll. Und fragt: Sind wir wirklich machtlos und können nur wütend dabei zusehen, wie derzeit mit uns umgegangen wird?

Kommentar von Wolfgang |

Nur acht Prozent der Deutschen halten Homosexualität einer Studie zufolge für inakzeptabel. 51 Prozent dagegen stehen dem Thema total offen gegenüber. Die übrigen Befragten gaben an, dass es sich bei dem Thema für sie nicht um ein moralisches handele. Spanien ist in der weltweiten Ergebnistabelle auf Platz 1, vor Deutschland (!) und Ghana auf dem letzten Platz. (Artikel in der HuffPost vom 17.4.2014)

Kommentar von Wolfgang |

"Queer Easter" auf dem Dorf

Es ist das europaweit größte Treffen dieser Art: Mehr als 130 junge Homosexuelle aus 16 verschiedenen Ländern sind über Ostern im kleinen Werftpfuhl (Barnim) zu Gast. Die 18- bis 26-Jährigen sprechen beim "Queer Easter" darüber, was sie nach ihren Outings in den Heimatländern erlebt haben. Vor allem aber versuchen sie gemeinsam, Strategien gegen Lesben- und Schwulenfeindlichkeit zu entwickeln. (Artikel auf rbb 16.04.2014)

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Sonstige Bildelemente/Homophobes Afrika.jpgDavid Signer geht in seinem Artikel "Homosexualität in Afrika - Der homophobe Kontinent" (der Neuen Züricher Zeitung vom 20.04.2014) auf die tieferliegenden Hintergründe dieser Argumentationen ein. "Es ist weniger die Homosexualität, die von den Weissen nach Afrika gebracht wurde, sondern die radikale Homophobie. Auch in Afrika wurden zwar je nach kulturellen und historischen Gegebenheiten sexuelle Abweichungen stigmatisiert. Aber im allgemeinen herrschte im Vergleich zu Europa ein eher liberales Klima. Weil Fruchtbarkeit so hoch geachtet wurde, kam es kaum zur Abwertung des Sexuellen per se wie in christlichen Ländern. Zwar wurden Praktiken, die nicht zu Nachwuchs führten, tendenziell abgewertet, aber man begegnete ihnen weniger mit Hass als mit Bedauern oder Kopfschütteln.

Die Ethnologen Murray und Roscoe zeigen in ihrem Buch «Boy Wives And Female Husbands: Studies of African Homosexualities», dass es ein koloniales Vorurteil war, den Afrikanern besondere Nähe zur Natur zuzuschreiben; infolgedessen sollte bei ihnen auch so etwas «Unnatürliches» wie gleichgeschlechtliche Liebe nicht existieren. Diese koloniale Argumentation wird heute von Politikern wie Museveni verwendet. Auch Forscherinnen wie die Uganderin Tamale oder die Nigerianerin Amadiume zeigen in ihren Werken, dass Homosexualität in Afrika auch vor der Ankunft der Weissen existierte."

Kommentar von Wolfgang |

Hier ein Fall von tötlicher Transphobie in der Türkei. In Istanbul ist es wahrscheinlich zu einem Hassverbrechen gegen zwei transsexuelle Frauen gekommen. Wie die Zeitung "Hürriyet" meldet, war Çağla Joker mit einer 45 Jahre alten Freundin unterwegs, als zwei Männer die Frauen angegriffen haben. Obwohl die nach Schüssen von Nachbarn herbeigerufene Polizei und Krankenwagen schnell zur Stelle waren, starb Joker noch am Tatort. Schwule, Lesben und Transgender beklagen in der Türkei offene und versteckte Diskriminierung, die teilweise von der konservativen Regierung gestützt wird. So erklärte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan vergangenes Jahr, dass Homosexualität der "Kultur des Islam" widerspreche. (queer.de Artikel 23.04.2014)

Kommentar von Wolfgang |

Was kann man dem sexistischen und homophoben Macho- und Gangster-Rap entgegensetzen, fragte ein Workshop mit Sookee und Refpolk in Münster. Zehn Menschen nahmen an dem Rap-Workshop teil, der sich den Bedürfnissen und Fragestellungen der 19- bis 53-Jährigen damit gut anpassen konnte. Manche wollten etwas über Homophobie in der HipHop-Kultur erfahren, andere konkret an ihren Texten arbeiten, wieder andere interessierten sich als Sozialarbeiter für die problematischen Aspekte dieser Jugend-Szene. (queer-Artikel 24.04.2014)

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/Stop Homophobia.jpgAus dem Berliner Aktionsbündnis "ENOUGH is ENOUGH! OPEN YOUR MOUTH!" kommen u.a. kleine Video-Spots mit Aussagen unterschiedlicher Leute zum Thema Queerphobie. "Stop Homophobia" ist die Devise und in Part 1 der Serie "Homophobie ist für mich..." gibt es relativ authentische Aussagen dazu.

Ein anderer Clip heißt "Gemeinsam können wir was verändern" mit dem Aufruf zu einer Demonstration am 17.5. in Berlin. 

 

 

 

Kommentar von Wolfgang |

Erschreckende Reportage, was heute in Deutschland noch gedacht und gemacht wird, auf Kosten der Krankenkassen und queerer Patienten: "Die Schwulenheiler" Bin ich krank? Christian Deker, schwul und Panorama-Reporter, besuchte Ärzte, die offenbar seine sexuelle Orientierung ändern wollen. Eine Reise in die homophoben Winkel der Republik. (auf YouTube NDR-Sendung vom 6.5.2014)

Kommentar von Wolfgang |

Ein Update zum Stand der Queerphobie schafft der Artikel von Sabine Hark im Tagesspiegel vom 6.5.2014:

"Homophobie: Die Angst des Alphatierchens um die alte Geschlechterordnung" (Auszüge aus dem Überblicksartikel)

Eine Antwort auf die Frage, woher Homophobie wirklich kommt. Und wie sie versucht, weiter gesellschaftsfähig zu bleiben. ...

Die Sorge um das Kindeswohl ist hier nur vorgeschoben. Sie soll den eigentlichen Zielen der Neokonservativen größere Wirkung verleihen. Ihnen geht es darum, die vermeintlich „natürliche Ordnung“ der Welt zu verteidigen. Diese findet ihren Ausdruck demnach zuallererst in der heterosexuellen Familie und den traditionellen Geschlechterrollen. Statt „Natur“ wird in der Debatte auch gerne der Begriff „Schöpfung“ verwendet. Wohl weniger aus echter religiöser Überzeugung, sondern weil die zusätzliche metaphysische Aufladung das Thema Homosexualität kritischen weltlichen Fragen nach Recht und Macht wirksam entzieht. ...

Homophobie ist darum weniger, wie das Wort nahelegt, eine Dimension des psychischen Lebens als eine gesellschaftliche Verteidigungsstrategie. ...

Wenn aber Frauen Kanzler sein können und Schwule nicht nur Regierende Bürgermeister, sondern auch mit einem harten Schuss ausgestattete Profifußballer, ist der Weg des Mannes zur Position des Alphatierchens deutlich komplizierter und unübersichtlicher geworden. ...

Und genau deshalb gehören Fragen wie, wer und was eine Familie ist, wie sie gelebt wird und gelebt werden soll, nach ‚angemessenen’ Geschlechterbildern oder welche Rechte lesbischen, schwulen und transgeschlechtlichen Lebensweisen zustehen, gegenwärtig zu den umstrittensten Fragen politischer, ethischer, juristischer und gesellschaftlicher Auseinandersetzung.

Der aktuelle heftige Widerstand konservativer bürgerlicher Kreise gegen die gesellschaftliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen verweist daher in der Tat wohl vor allem darauf, dass wir es mit nicht nur gefühlten Erosionen im Geschlechterverhältnis zu tun haben, sondern mit irreversiblen Eingriffen in die patriarchalen Tiefenstrukturen unserer Gesellschaften. Die homophobe Verteidigung von Heterosexualität, Ehe und Familie ist allerdings eine rückwärtsgewandte Antwort auf diese Veränderungen."

Die Autorin ist Professorin für Soziologie und Leiterin des Zentrums für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der TU Berlin

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Sonstige Bildelemente/Conchita Wurst.jpgGebt der Kaiserin, was der Kaiserin gebührt!

Conchita Wurst aus Österreich ist Siegerin des Europäischen Eurovision Song Contests und diese Tatsache hat sie nicht den Juries zu verdanken sondern vor allem der Abstimmung der Zuschauer_innen (spiegel online 12.5.). Selbst die Österreicher selbst waren so überrascht, dass sie im ORF gar nicht darauf eingestellt waren (Kurier 11.5.). Was uns dabei freut: auch und gerade in den osteuropäischen Ländern (incl. Russland) gibt es von den Zuschauern_innen einen großen Zuspruch für die Travestie-Künstlerin.

Auch die Kommentatoren in Österreich, Deutschland und weltweit sind begeistert, loben Europas Toleranz, aber zeigen auch die verbliebene Ressentimence (z.B. Katholisches.info 6.5.).

Tom Neuwirth - der junge Mann hinter Conchita - ist vor allem durch seine eigene Lebensgeschichte und Authentizität beim Umgang mit Diskriminierung so glaubwürdig und sympathisch (Reportage RTL 12.5.). "Wurst wie du aussiehst"... wertvoll sind wir alle! (um das Münchner CSD-Motto zum Regenbogen der Geschlechter aufzugreifen :-).

Wir gratulieren dem Künstler und Mensch und ebenso den Menschen in Europa, welche mit ihrem Voting einen Etappensieg beim Kampf gegen Queerphobie geschafft haben. Eine Schlacht gewinnen heißt aber nicht den Krieg gewinnen. Let's go on towards tolerance and acceptance.

Foto © NDR Fotograf: Rolf Klatt

Kommentar von Wolfgang |

Was Heterosexuelle gegen Homophobie tun können

"Ich selbst habe an mir gezweifelt, ich habe in der selben Nacht noch heulen müssen. ... Ich habe einen schwulen Freund, doch ich bin nicht schwul." Toller Erfahrungsbericht eines 17jährigen heterosexuellen Schülers aus Österreich über seinen Bewusstwerdungsprozess... auch für Queers lohnt es manchmal die Perspektiven zu wechseln! (Artikel in Der Standard 13.5.)

Kommentar von Wolfgang |

Antidiskriminierungsstelle besorgt

Eigentlich klingen die Beispiele von Christine Lüders nicht spektakulär, wenn sie vor "neuer Homophobie" in Deutschland warnt. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie und Transphobie, der alljährlich am 17. Mai veranstaltet wird, sagte die Chefin der 2006 eingerichteten Antidiskriminierungsstelle des Bundes, sie sehe "besorgniserregende Anzeichen" für schwulen- und lesbenfeindliche Tendenzen "in allen Bereichen der Gesellschaft". (Artikel queer.de 14.5.)

Eigentlich ist eher die weltweite Entwicklung besorgniserregend. Das Für und Wider queere Lebensformen stilisiert sich in manchen Ländern zum regelrechten Kulturkampf hoch. Also die Kultur der "Gottesfürchtigen" gegenüber der der "Gottlosen". Die Beispiele in Russland, Uganda, Nigeria, Brunei... aber auch Baden Württemberg... zeigen, dass die Welle der Humanisierung und Antidiskriminierung an eine (vor)letzte Mauer des Widerstandes konservativer Kräfte auftrifft. Das muss "klatschen" und weh tun. Allerdings steht zu hoffen, dass sich unter den Sandsäcken der Queerphobie-Mauer ausreichend Schwachstellen befinden, die sich von Liebe und Mitgefühl umspülen lassen.

Eigentlich sollten Menschenrechte nicht weh tun, selbst wenn sie an alten Privilegien kratzen. Dennoch muss man_frau sich vehement und weltweit dafür stark machen und einsetzen. Gesellschaftliche Veränderungen finden nicht im Kinder-Plansch-Becken statt!

Kommentar von Wolfgang |

10 Tipps auf dem Weg zur Normalität

Die schreibende Zunft der Journalisten kann viel zur Normalisierung beitragen. Zehn Tipps, wie man-frau jenseits von übereuphorischen Riesenschlagzeilen, Klischees und peinlicher Verschwiegenheit die Dinge beim Namen nennt. (Artikel auf Journalist 14.05.2014)

Kommentar von Wolfgang |

"Wie homophob sind wir?"

Bei der Fachdiskussion der Grünen im Bayerischen Landtag am 16.05.2014 waren als Referenten_innen Axel Hochrein, Bundessprecher LSVD und Vorstand Hirschfeld-Eddy-Stiftung, sowie Rita Braaz, Rosa Liste München und LeTra e.V., eingeladen. Claudia Stamm und den Diskutierenden ging es um die weltweite wie bayernweite Entwicklung der Queerphobie (also Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualitäts-phobie), zu der auch queerelations in seinem Themenblog "Umgang mit Queerphobie?!" seit Anfang des Jahres Expertise gesammelt hatte. Weitere Infos und Bilder in unserer Galerie.

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/Colbert-Zitat LGBT-News 18-5-14.jpgIn der Talkshow mit Neil Patrick Harris: "Sie lösen die größte Angst von allen bei mir aus... Sie sind eine schwule Person, die ich mag. Die Angst die Sie auslösen ist die Vorstellung, dass Schwulsein seinen Schrecken verliert. Es scheint beinahe so, als würde Ihr Glück meines nicht schmälern." Stephen Colbert (Bild: LGBT-News 18.05.2014)

 

 

Kommentar von Redaktion |

Neben der Freude über den Sieg von Conchita Wurst, sei eine berechtigte selbstkritische Frage am Rande erlaubt: "Hat am Ende die Toleranz diejenigen erreicht, die sie erreichen sollte?"(Beitrag vom MONO Magazin 15.05.2014)

Kommentar von Wolfgang |

Ein Kurzfilm der sehr eindrucksvoll Queerphobie in der Armee thematisiert ist "Homophobia" aus Österreich. Der Film ist mit Mitteln aus crowd funding finanziert worden und seit dem 14.05.2012 auf YouTube zu sehen. In 23'30'' führt er mit Spielfilmmitteln in die Ängste und Zwiespälte des Themas ein. Im Mai 2014 hat er bereits über 2 Millionen Zuschauer.

Kommentar von Wolfgang |

Der Historiker Paul Nolte, Professor für Geschichte an der Freien Universität Berlin (FU), erläutert in einem Interview in der aktuellen Ausgabe der ZEIT (Beilage “Christ und Welt”), warum viele Christdemokraten gegen eine rechtliche Besserstellung von LGBT-Menschen sind. Im Vergleit mit der Einführung der Rassengesetze fordert er: “Geduld und Toleranz” für diejenigen, die beim Tempo in Sachen Gleichstellung “Schwierigkeiten haben, so schnell mitzukommen.” Wenn Menschen diese Schwierigkeiten haben, dürfe man das “nicht gleich Homophobie nennen.” Unsicherheit sei “noch kein Menschenhass, aber sie darf nicht in Hass und Aggression umschlagen”, so Nolte. (queerpride 26.05.2014)

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/queerphobe Laender CSD Oldenburg 20.6.2014.jpgENOUGH is ENOUGH - OPEN YOUR MOUTH präsentiert tausenden Menschen beim CSD in Oldenburg am 20.6.2014 die weltweite Realität: In 77 Ländern werden Homosexuelle verhaftet, gefoltert und ihrer Würde beraubt. Nur weil sie so sind, wie sie sind. In 10 dieser Länder kann es ihnen ihr Leben kosten. Eine Message: STOP HOMOPHOBIA! (facebook-Bild 21.06.)

 

 

Kommentar von Wolfgang |

Jetzt zur CSD-Saison popt das Thema wieder auf. Hier ein Artikel von queerpride vom 25.06. "Homophobie – Bis zur Akzeptanz Homosexueller ist es noch ein langer Weg".

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/Call Me Maybe Prank.jpgEine tolle Art mit der Abwehr von "Anderssein" umzugehen zeigt das Video "Call Me Maybe Prank" von Donovan Picasso Hernandez auf facebook (bereits 27.02.2013, noch vor dem Conchita Hype!). Eine "Dancing Conchita Wurst" auf der rechten und diverse Reaktionen vor Webcam auf der linken Seite, zeigen die unterschiedlichen Reaktionen von "angewiedert" bis "begeistert". Tolles Video, in dem sich jeder wiederfindet und dennoch, zusammen mit der Musik, den diversen Personen die reagieren und der Selbstironie des Travestie-Künstlers, eine positive Grundstimmung verbreitet wird.

Kommentar von Wolfgang |

"7 Tipps, wie man mit Homophobie reich und berühmt wird" lautet der Perspektivenwechsel von Dr. David Berger in der Huffington Post vom 30.06.:
1. Werden Sie Autor!
2. Konzentrieren Sie sich auf Schwule!
3. Machen Sie den Leuten kar, dass sie Mut haben, ein Tabu zu brechen
4. Sie sind der Retter der Meinungsfreiheit!
5. Sie werden offiziell zum Märtyrer
6. Nutzen Sie Talkshows
7. Suchen Sie sich Verbündete bei den Schwulen selbst.

Kommentar von Wolfgang |

Mit einem Video relativiert Matthew Vines aus Kansas die Bibelstellen, mit denen die kirchliche Ablehnung von gleichgeschlechtlichen Paaren begründet werden: "6 Bibelzitate über Homosexualität und was sie wirklich bedeuten" (Artikel auf der Huffington Post 2.7.2014) Auch ein Weg, sachlich Queerphobie zu begegnen.

Kommentar von Wolfgang |

Zum ersten Mal in einem deutschen Parlament hat eine resolute Parlamentspräsidentin schwulen- und lesbenfeindliche Redner in ihre Schranken gewiesen und deutlich gemacht, dass Homophobie keine Meinungsäußerung ist. Die Landtagspräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern duldete keine homophoben Äußerungen, entzog einem NPD-Abgeordneten das Wort und schmiss einen anderen aus dem Saal. "Homoorden für Sylvia Brettschneider" heißt der Artikel vom 05.07. auf queer.de.

Kommentar von Wolfgang |

"Fünf Tage in New York" ist eine Dokumentation über den Beginn des Christopher Street Days in NY City. Die 51' wurden auf ARTE am 6. und 10.7.2014 gezeigt und ist ein paar Tage lang in der Mediathek zu sehen:

"... eine schrille und bunte Reportage, die – angereichert mit Stimmen homosexueller Vorkämpfer – an den Ursprungsort des Gedenkens zurückgeht. Die New Yorker Polizei überfiel am 28. Juni 1969 die Schwulen- und Transsexuellen-Kneipe „Stonewall Inn“ in der Christopher Street in Greenwich Village – und zur Überraschung der Polizei wehrten sich die dort feiernden Gäste zum ersten Mal und schlugen zurück."

Kommentar von Wolfgang |

Interessanten O-Ton aus dem Sultanat Brunei liefert ein Interview von queer.de am 19.07.2014 zur geplanten Todesstrafe für Homosexuelle. "Schwule in Brunei: Keine Angst vor Steinigung?" mit einem anonymen Studierenden aus diesem Land, das den Queerphobie-Blick aus dem Westen relativiert?

Tenor: "... unseren Sultan. Er ist jetzt 67 Jahre alt. Wenn er eines Tages vor Gott steht, will er zeigen können, dass er sein Land gut geführt hat. Deshalb wird das Gesetz erneut eingeführt, aber ich denke nicht, dass es tatsächlich praktiziert werden wird.

... Früher hatte man in Brunei keine Vorstellung von Homosexualität. Sex zwischen Männern war nicht unüblich, man sah sich aber deswegen nicht als schwul an. Diese Männer hatten Freundinnen bzw. waren verheiratet. Es waren die Briten, die 1888 hierher kamen und Brunei zu ihrem Protektorat machten. Mit dem britischen Einfluss kam auch die damalige negative Vorstellung von Homosexualität nach Brunei. Dies ändert sich nun erneut.

... Alle drei Monate gibt es eine große Party, an der fast alle Schwulen aus Brunei teilnehmen. Weil Brunei so klein ist, kennt sowieso jeder jeden. Dann gibt es noch kleinere Cliquen, die ihre eigenen Treffpunkte veranstalten. Wir nennen diese 'Chilling Sessions'.

...Im Westen sagt man vielleicht, dass die Sexualität in Brunei unterdrückt wird. Unsere Vorstellung von Unterdrückung sieht jedoch anders aus. Wir würden uns unterdrückt fühlen, wenn wir keine kostenlose Bildung oder Gesundheitsversorgung erhielten. Sein Schwulsein nicht gegenüber der Öffentlichkeit zeigen zu können, bedeutet für uns nicht Unterdrückung.

Die USA sollten uns nicht ihre Werte aufdrücken oder ihre Vorstellung von Freiheit. Dass die Hotels [bekannte Luxushotels im Besitz von Brunei, Anm.d.R.] boykottiert werden, hat man natürlich auch in Brunei mitbekommen. Wer weiß, womöglich verschlimmern sie unsere Situation damit sogar."

Kommentar von Wolfgang |

Eine 45'-Dokumentation von National Geografic von 2011 zeigt auf erschreckende Weise wie selbst ein schwuler Engländer in Saudi Arabien der Willkür von Behörden ausgeliefert ist: "DOKU 9 Horror Trips Ein Schwuler in Saudi Arabien". Die Ängste, die Selbstvorwürfe, die Bigotterie und menschenverachtenden Gesetze... es lässt sich dadurch nur annähernd einschätzen, wie es der Bevölkerung selbst - ohne diplomatischen Schutz europäischer Länder - gehen muss. Es wird auch deutlich, dass Homophobie letztlich auch ein Machtspiel ist, bei dem jene die 'Arschkarte' (im wahrsten Sinne) gezogen haben, die ohnmächtig sind.

Kommentar von Wolfgang |

Was für ein Kurzfilm... ohne Worte... über die Auswirkung von Queerphobie in Georgien und die Reaktion einer Mutter: "Das rote Kleid" von 2013.

Kommentar von Wolfgang |

In Erinnerung an die Zeit der Fluchthilfe von Schwarzen aus dem Süden in den Norden der damaligen USA, gibt es in Washington eine Gruppe Quaker, die als "Friends New Underground Railroad" (FNUR), LGBT-Menschen aus Uganda die Flucht ermöglichen. Die Newsweek berichtet auf Englisch am 11.7.2014.

Kommentar von Wolfgang |

"Homophobie in Russland: eine Bilanz" heißt der Artikel auf queerPride vom 23.07.2014. 17 Morde mit homophobem Hintergrund in einem Jahr! Und das Gesetz, ermöglicht radikalen Gruppierungen, nach ihren widerlichen Übergriffen auf Homosexuelle ungestraft davonzukommen. Brauchte es eine schwule Bürgerwehr? Wie können die LGBT-Gruppen in so einer Situation sinnvoll reagieren, ohne dass sich der Konflikt gegen staatliche Hilfe weiter aufschaukelt?

Kommentar von Redaktion |

Focus und Queer berichten am 27.07.2014 über eine Preisverleihung zum Thema: "Konsequent gegen Homophobie: Homo-Orden für den Friedrichstadt-Palast". Europas größtes Revue-Theater zählte im vergangenen Jahr knapp 520.000 Besucher bei den hauseigenen Showproduktionen. Auf einer "Pinken Liste" des Berliner Revue-Theaters stehen 83 homophobe Staaten, deren Botschafter_innen nicht mehr zu Premieren eingeladen werden. "Es ist niemandem zuzumuten, mit Menschen im gleichen Raum zu feiern, die Staaten repräsentieren, in denen manche von uns und manche von Euch hingerichtet, verstümmelt, gedemütigt oder eingesperrt würden."

Kommentar von Wolfgang |

Dass sich auch auf Ebene der anerkannten Inteligenzia eines Volkes tun muss zeigt sich derzeit in Russland. Dort sprechen bekannte Künstler für die "Normalität homosexueller Veranlagungen" (vgl. Artikel von queerPride 4.8.2014). Darüber hinaus fordert der englische Lord John Browne, der als BP-Chef zurücktrat, nachdem er als homosexuell geoutet wurde: "Wir müssen mehr Schwule nach Russland entsenden". Das sollte nicht nur für Firmen sondern wie im Beispiel der USA auch für Diplomaten gelten. (Artikel vom 23.07. in die Welt).

Kommentar von Redaktion |

Ein britischer Journalist - selbst aus Uganda - berichtet über die Entwicklung der Queerphobie in seinem Mutterland: "Buyondo, Gay and unapologetic - An insight of the journalistic and expository documentary of a gay Ugandan living in the UK. Through the eyes of Aizak we see a timeline of events in the making of Uganda's Anti- Gay Law. In this project I was a director and producer." (vimeo Juli 2014).

Kommentar von Wolfgang |

In der Zeitschrift "Männer" wird der Gedanke geäußert, sich doch bitte nicht für die eigene Sexualität zu rechtfertigen, sondern offensiv die Werte und Glaubenssätze der Unterdrückenden anzuprangern. "Queer Jihad" nennt das Mads Ananda Lodahl und anstatt sich heternormativen Zwängen zu beugen, greift er an. (Artikel bei Männer vom 4.8.2914)

Beim Umgang mit Queerphobie ist diese argumentative Angriffstechnik die er beschreibt durchaus wichtig. Der_die Unterdrückende muss mit den eigenen Argumenten (gottgewollt) überzeugt werden. Nicht immer gelingt das. Gerade in großen öffentlichen Diskussionen muss diese Angriffstechnik sehr sensibel eingesetzt werden. Denn dann ist immer Gesichtsverlust damit verbunden und der Konflikt kann eskalieren, der_die Kontrahent_in zieht sich zurück und sinnt auf Rache.

Manchmal verkehrt dann der_die eigentlich Unterdrückende die Situation zu seinen_ihren Gunsten: "Die greifen uns an, und deshalb müssen wir uns und unsere Kultur verteidigen". Die reale Opferrolle im Bewusstsein zu halten ist neben der Angriffstechnik also ebenso bedeutend. Nicht um sich klein und ohnmächtig zu machen, aber um sich die Unterstützung von gemäßigten Sympathisanten beider Seiten nicht zu verspielen. Allies sind in diesen Fällen der Hauptfokus jeder Rhethorik, da es sehr schwer ist, den_die direkte_n Gegner_in zu 'überzeugen'.

Der Vergleich mit dem religiös-islamischen Dschihad ist dabei nicht so glücklich. "(arabisch ‏جهاد‎ Dschihād  bedeutet „Anstrengung, Kampf, Bemühung, Einsatz“ und ist im Islam einer der Wege zu Gott. Im Koran und der Sunna bezeichnet dieser Begriff primär militärischen Kampf. Aus dem Koran geht nicht eindeutig hervor, ob es sich dabei um einen universellen Kampf gegen Andersgläubige handelt oder ob dieser Kampf nur defensive Ziele verfolgt." (Wikipedia)

Jedenfalls kann und sollte es nicht unser Ziel sein zu vermitteln, dass wir GEGEN Andersgläubige ins Feld ziehen. Diese Art von Kriegsrhethorik kann nicht das erwünschte Ziel bringen: miteinander auskommen und sich gegenseitig achten zu wollen. Dennoch ist wichtig, Verteidigungsbereitschaft zu signalisieren und für Freund und Feind respektvoll zu argumentieren.

Kommentar von Wolfgang |

"Echte Magie! Harry Potter lesen fördert die Toleranz gegenüber Homosexualität" Es ist wahr - der fleißige Zauberschüler kämpft nicht nur gegen finstere Mächte, sondern auch gegen Homophobie. Hinweis auf Studie auf viva vom 7.8.2014

Kommentar von Wolfgang |

Da passt das Wort "Würde" absolut nicht hin:

"... Christliche Würdenträger aus Westafrika haben in Monrovia eine Resolution unterschrieben, in der sie Homosexualität für den Ausbruch der Infektionskrankheit Ebola mitverantwortlich machen, berichtet die britische Zeitung Independent."

Schon in den 80er Jahren war Aids als "Schwulenseuche" verschrien, dabei ist es damals wie heute in jeglicher Beziehung übertragbar. Was die Kirchen dabei reitet die Plagen der Welt einer bestimmten Minderheit in die Schuhe zu schieben... es ist einfach nur queerphob und von tiefem Aberglauben geprägt.

Artikel bei queer.de vom 8.8.2014

Kommentar von Wolfgang |

Werbespot auf YouTube: "Wie wir es schaffen durch häufige Anwendung immer hässlicher zu werden!" Bei der scheinbaren Kosmetik-Werbung geht es um Rassismus, der sich aber auch gut auf Queerphobie übertragen lässt!

Kommentar von Redaktion |

"Rechtsextremismus Der Hass im Netz" lautet ein Beitrag des Deutschlandfunks vom 12.08.2014. Das Internet ist voll mit rechtsextremen Inhalten. Rassismus, Hass und Gewalt gegen Minderheiten und Andersgläubige werden immer unverhohlener auf Internetplattformen propagiert. In ihrem aktuellen Report "Rechtsextremismus online 2013" warnen die Jugendschützer von jugenschutz.net: "Das Social Web ist für den modernen Rechtsextremismus das wichtigste Mittel, um Jugendliche mit menschenverachtenden Ideologien zu beeinflussen."

Kommentar von Wolfgang |

Sind wir auf dem linken Auge blind? Was ist los bei der Linken?

Dr. David Berger schreibt in einem Artikel der Huffington Post am 12.08. über die antisemitischen und homophoben Entwicklungen bei der Partei "Die Linke". Nachdem wir auf diesem Blog häufig auf das rechtsextreme Spektrum achten, wollen wir zumindest davor warnen, dass auch linke Politiker_innen davor nicht gefeit sind.

Kommentar von Wolfgang |

Strategien, wie man aus ideologischen Gegnern Kooperationspartner macht (Harvard Business Review 12.08.2014):

  • den Status des anderen respektieren und das auch kund tun
  • etwas finden, das dem anderen wichtig ist und man selbst durchaus auch unterstützen kann
  • den gemeinsamen Wertehintergrund und sinnvollen Kontext der Zusammenarbeit immer wieder in den Blick bringen
  • nicht versuchen den anderen von der eigenen Meinung zu überzeugen, sondern Achtung vor der Meinung des anderen signalisieren
  • ehrliche Wertschätzung von Fähigkeiten und Kenntnissen, Handlungen und Einflüssen auch wenn es nur wenige sind
  • konkrete Beispiele angeben für die man den anderen schätzt
  • wertschätzende Signale kurz vor Äußerung des Wunsches nach Zusammenarbeit.

Kommentar von Wolfgang |

Auch in Russland wird von Gerichtsseite das Vorgehen gegen Schwule als Volksverhetzung verurteilt. Kuba lieferte den Anführer der homophoben Bewegung an Moskau aus und er bekam 5 Jahre Haft. Der Artikel auf queer.de vom 15.08. schreibt: "Der russische Neonazi Maxim Martsinkewisch ist am Freitag von einem Gericht in Moskau zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. ... Es ist die Höchststrafe für "Anstiftung zu Hass, Feindschaft oder Erniedrigung der Menschenwürde". ...

Der frühere Leiter der rechtsextremen Kampfgruppe Format 18 hatte sich in den letzten Jahren als Jäger auf vermeintliche Pädophile einen Namen gemacht. Nach dem Vorbild der von ihm gegründeten Gruppe "Occupy Pedophilia" hatten sich in ganz Russland und zuletzt in weiteren Ex-Ostblockstaaten weitere Gruppen gebildet, die vor allem einfach schwule Männer zu einem Date lockten, um diese dann per Videoaufnahme öffentlich bloßzustellen. ...

Zuletzt war es ruhiger geworden um die "Occupy"-Gruppen, auch wenn einige wohl noch aktiv sind. Selbst die deutschen Jugendschützer gingen in ihrem in dieser Woche vorgelegten Jahresbericht 2013 auf die Schockvideos ein. Während man bei vkontakte keine Erfolge habe erzielen können, habe Youtube auf die Beschwerde von jugendschutz.net zahlreiche der Foltervideos löschen können. Allerdings sind einige weiter online."

Diese Fälle von Menschenverachtung in Kombination mit der Gesetzeseinführung gegen "Homopropaganda" waren letztlich auch Grund für diesen Themenblog. Gut, dass dieses Kapitel vielleicht nicht geschlossen, aber zumindest auch von den Russischen Gerichten mit einem Ausrufezeichen gegen Queerphobie versehen wurde.

Kommentar von Wolfgang |

Die hohe Kunst der Charity hat die Magnus Hirschfeld Stiftung zelebriert und eine der schwulen Ikonen diesen Jahres an die Futtertränke der Reichen geführt um Spendengelder in Höhe von 20.000,- € zu generieren. Das ist schon "Homophobie-Bekämpfung" auf höchstem Niveau :-) Artikel vom 5.9.2014 im Magazin Männer

Kommentar von Wie homophob sind wir? 16.05.2014 |

Innerhalb von ein paar Tagen gab es mehrere Artikel, die die Legitimation von "religiöser Meinungsfreiheit" thematisiert haben:
a) Die Frage, ob ISIS mit seiner "gesetzestreuen" Auslegung der mohammedanischen Lehre die Religionsgetreuen nicht in einen Zwiespalt bringt: Glaube oder Menschenrechte? "Die Mörder des IS nehmen Mohammed eben wörtlich" (welt 10.09.)
b) In den USA verbreitet ein Star des Reality Fernsehns seine queerphobe christliche Glaubensbotschaft mit Hetro-Doktrin: "Ein sauberer Junge – also ein unverseuchter Typ – und eine unverseuchte Frau, die sollen heiraten und nur miteinander Sex haben. Dann kriegen sie keine Chlamydien, keinen Tripper, keine Syphilis und kein Aids" ... sagt der, der meint Jesus würde das heute auch so sehen. (queer.de 11.9.)
c) Die taz stilisiert Autorin Birgit Kelle zur „modernen Feministin“. In Talkshows unterstützt sie die erzkonservativen Legionäre Christi und u.a. auch die Demos gegen den Bildungsplan in Baden Württemberg: "Es sei das Ende der Meinungsvielfalt, wenn an den Schulen sexuelle Vielfalt gelehrt werde. Erziehungsrecht sei Elternrecht." (taz 8.9.)
d) Diesbezüglich wurde ein linker Stadtrat vom Amtsgericht Stuttgart verurteilt, da er eine angekündigte Demo von Bildungsplangegnern behindert habe. Auch wenn Fundamentalisten gemeinsam mit Neo-Nazis Homosexualität und Kindesmissbrauch gleichstellten, erklärte der Richter, dass die Demokratie "auch schlimmste Meinungen akzeptieren" müsse. (queer.de 11.9.)
In allen Fällen scheint die Religions- und Meinungsfreiheit gegen andere Menschenrechte gestellt zu werden. Kein leichtes Unterfangen hier immer rechtsstaatliche Schlüsse zu ziehen und gesundes Augenmaß walten zu lassen. Gleichzeitig wird deutlich, dass es weniger religiöse Freiheiten sind, die eingeschränkt werden müssen, als viel mehr extremistische Entwicklungen dieser Freiheiten. Es braucht eine Allianz der Religionsführenden, die Menschenrechte respektieren und sich dafür ohne Vorbehalte einsetzen.

Kommentar von Wolfgang |

Das Musikvideo von Marcus Wiebusch MÜSST ihr sehen! "Der Tag wird kommen!" ist ein Plädoyer für mehr Toleranz im Fußball... emotional, tolle Bilder, klasse Text! 7 Minuten plus 2 Minuten Nachspann auf YouTube, die mehr über den Zwiespalt der schwulen Fußballer und ihrer Fans aussagen als Worte es könnten!

Kommentar von Wolfgang |

Eine weitere Möglichkeit mit Queerphobie umzugehen wird derzeit in Amerika versucht: die persönliche Nennung und Anklage homophober Protagonisten_innen. Sie haben auch schreckliche Auswirkungen auf die Politik in Afrika und die Videokampagne dagegen auf YouTube heißt "Export des Hasses".

Kommentar von Redaktion |

Klasse Aktion: Als ein homophober Prediger sich an der Universität von Virginia mit seinen bigotten Aussagen an den Campus wenden wollte, versammelten sich die James Madison University Studierenden um ihn und sangen mit Hilfe einer Gitarre mit einem christlichen Lied von Liebe und Toleranz: 'How He Loves'. (YouTube 16.9.)

Kommentar von Wolfgang |

Was steckt eigentlich in der Schublade "schwul" alles so drin? Im Gay-Lexikon von queerpride die 14 überholten Vorurteile zur Erinnerung vom 17.2.2014.

Kommentar von Redaktion |

Nachdem die Bundeszentrale für Politische Bildung eine Broschüre mit dem Titel "Homophobie begegnen" herausgebracht hat (vgl. Bericht queer.de vom 8.10.), hagelt es auch Kritik z.B. Vice vom 9.10.. Schaut doch selbst mal rein: Download Flyer

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/galerie/Fotoshooting queerelations 31.03.2012/12-03-31 queerelations Fotoshooting HS - 013.jpgCastaneda: Die vier Feinde des Menschen

"Warum sollte die eigene "Weltsicht" einem selbst zum Feind werden? Dies kann nur geschehen, wenn wir eine Sicht auf die Welt entwickelt haben, die uns mehr behindert als nützt. Wenn wir Vorurteile haben, die uns die klare Sicht auf die Phänomene verhüllt. Castaneda versucht in diesem Kontext einige - seiner Meinung nach - allgegenwärtige Feinde der Weiterentwicklung zu beschreiben."

Carlos Castaneda war ein US-amerikanischer Anthropologe und Schriftsteller, der 1998 starb. Auf Philognosie fasst am 16.10. Tony Sperber die "vier Feinde des Menschen (Kriegers)" zusammen:

a) Furcht - sie lähmt uns, lässt uns in unserer Angst vor dem Unbekannten verharren.
b) Macht - lässt uns in der Illusion leben, dass wir die Welt kontrollieren können.
c) (Schein-) Wissen - lässt uns denken, dass wir schon "alles" kennen und es keine wirklich wichtigen Fragen mehr gibt.
d) Alter - zehrt uns aus, nimmt uns die Dynamik und Lebenskraft.

Kommentar von Wolfgang |

Kommunikation soll ja helfen. Doch in Berlin wurde ein Gespräch zwischen Homosexuellen und Muslimen abgesagt. Spiegel Online analysiert in einem Artikel vom 17.11. die Hintergründe von Homophobie bei Muslimen und Islamophobie bei queeren Communities. Es fragt sich, ob die gegenseitigen Schuldzuschreibungen helfen zum Miteinander zu finden. Auch die gegenseitigen Boykotte von neuen Gesprächsvorschlägen sollte den Dialog und die Medienaufmerksamkeit nicht torpedieren (queer.de berichtet am 18.11.). Schade, dass der Berliner Vorstoß zum Dialog in der Moschee gescheitert ist. Aber es wird dadurch deutlich, dass auch die Muslime eine ähnlich zwiespältige Haltungen zur Homosexualität vertreten wie die gläubigen Christen: gleichgeschlechtliche Liebe ist eine Sünde, aber Diskriminierung von Homosexuellen ebenso.

Kommentar von Redaktion |

Aus dem Bericht der HuffPost am 16.11. über die wunderbare Antwort des Studenten Cole Ledford aus Ohio, der wegen eines Kusses zusammengeschlagen wurde und dem queerphoben Angreifer antwortet:

"An den Typ, der mich heute Abend geschlagen hat, weil ich meinen Freund geküsst habe

Es tut mir leid, dass du mich eine Schwuchtel genannt hast. Es tut mir leid, dass du mich grundlos geschlagen hast. Es tut mir leid, dass du aufgrund deiner wie auch immer gearteten Unsicherheiten nicht in der Lage bist, andere so anzunehmen, wie sie sind. Es tut mir leid, dass ich dir Angst eingejagt habe.

Es tut mir NICHT leid, dass ich schwul bin. Ich bin stolz darauf, so zu sein. Ich bin stolz darauf, genug Selbstbewusstsein zu haben, um zu lieben, wen ich liebe, und um mich selbst zu lieben. Ich bin stolz darauf, Freunde und Familie zu haben, die mich so lieben, wie ich bin. Ganz im Ernst, das alles tut mir nicht leid."

Kommentar von Wolfgang |

"Homosexualität bald so belanglos wie Augenfarbe" zitiert die Welt (22.11.) den Essener Forscher Volker Heins. Während in vielen Staaten Homosexuelle heutzutage noch immer um ihr Leben fürchten, stellt sich laut Heins in anderen Ländern eine "Akzeptanzexplosion" ein. Wie kommen diese Unterschiede zwischen Nord/West und Süd/Ost?

Tja, wenn es auch noch nicht flächendeckend zur Akzeptanz gekommen ist (z.B. auf dem Land, in extremistischen Familien) und auch Rückschritte vorkommen (katholische Doktrin, Gegner Bildungsreform) ist die öffentliche Diskussion - insb. in Mainstream-Medien - noch nie so eindeutig für Akzeptanz und Gleichstellung queeren Lebens gewesen, wie derzeit. Im Verhältnis zur jahrtausendelangen Unterdrückung mutet das dann schon wie eine Explosion an.

Kommentar von Redaktion |

tl_files/Themen-Blog/hannover-regenbogenfahnen-470-.jpg"Flagge zeigen gegen Homophobie" zeigt den kreativen Umgang des Hannover SPD-Bürgermeistera Stefan Schostok mit der Demonstration von Bildungsplangegnern_innen. Er erlaubt die Demo und empfängt die Demonstranten_innen mit einem Meer aus Regenbogenfahnen. Mehr dazu im Artikel auf queer.de vom 23.11.

Bild: LSVD/Axel Blumenthal

Kommentar von Redaktion |

Auf der Webseite Das Ende des Sex wurde am 26.11. eine Liste von Artikeln und Webseiten zusammengestellt, die es in sich hat: "Überblick: Angriffe gegen Geschlechterforscher_innen und Sexualpädagog_innen und die Positionierungen von Fachgesellschaften".

Kommentar von Wolfgang |

Die Frage nach Queerphobie innerhalb den les-bi-schwul-trans Communities ist auch kein Tabu mehr. Auch hier kommt es zu Abwertungen der älteren, dicken, tuntigen, ausländischen, ärmeren... anderen Queers. Hierzu macht die Deutsche Aidshilfe u.a. mit der Aktion IWWIT (Ich weiß was ich tu!) aufmerksam. Hier ein Video, das darauf aufmerksam macht: "Jeder wie er will. Für mehr Akzeptanz in der Szene" (01.10.2014 YouTube) sowie ein Interview mit Marc Grenz, Projektleiter von Hein und Fiete in Hamburg, zum Thema "Ausgrenzung innerhalb der Community - was steckt dahinter?" (01.10. YouTube).

Kommentar von Redaktion |

Neue Reportage: Mein Leben unter Putin.

Queer.de schreibt am 1.12.: "Wie hat sich das Leben von LGBT verändert, seitdem es in Russland das Gesetz gegen 'Homo-Propaganda' gibt? Dieser Frage ist jetzt eine neue Online-Dokumentation von Hendrik Holdmann auf die Spur gegangen.

Er schneidet Filmdokumente über Gewalt gegen LGBT und die Unterdrückung ihrer Proteste zusammen mit Ausschnitten aus Video-Interviews mit Lesben und Schwulen. Einige sind inzwischen nach Gewaltandrohungen aus dem Land geflohen. Ilmira Shyakhraznova wird bei einer Arztuntersuchung an der Universität gefragt, ob sie nicht wisse, dass Homosexualität nicht mit Religion vereinbar sei. Woher kommt die breite Abneigung gegen Homosexuelle? Yuri Gawrikow, Veranstalter des CSD in St. Petersburg, erklärt, warum russische Politiker Schwule immer wieder als Feind präsentieren: 'Du brauchst einen Gegner, um von den ganzen innenpolitischen Problemen abzulenken.'"

Dem Video auf YouTube folgen in Kürze mehr.

Kommentar von Redaktion |

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat einen animierten "Erklärfilm" über Homophobie erarbeitet und am 02.12.2014 auf YouTube online gestellt. Homophobie und auch Transphobie findet man an vielen Orten. Dieser Film zeigt, was das eigentlich für die Betroffenen bedeutet.

Kommentar von Wolfgang |

Die Weihnachts Botschaft lautet: Akzeptanz! L-MAG stellt eines der besten LGBT-Akzeptanz-Videos 2014 vor. "Homophobie begegnen" von der Bundeszentrale für politische Bildung seit 02.12.2014 auf YouTube.

Kommentar von Wolfgang |

Nachhilfe für homophobe Muslime und jenen, die es dem Islam grundsätzlich unterstellen!

Amin K. Waltter widerlegt in seinem neuen Buch "Islam und Homosexualität im Qur'ân und der Hadît-Literatur" die gängige These, Homosexualität sei nicht mit dem Islam vereinbar. Es ist unbestreitbar: Viele gläubige Muslime vertreten eine homophobe Einstellung, doch Amin K. Waltters genaue Analyse der Quellen des Islams, des Qur'âns und der authentischen Haditen, zeigt, dass diese Meinung kein Fundament in den Schriften hat. Aus dem Qur'ân, dem offenbarten Wort Allahs und damit der eigentlichen Grundlage und Quelle des Islams, könne man eine Ablehnung gelebter Homosexualität nicht herleiten. Vielmehr lasse sich dem Qur'ân eher eine deutliche Billigung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften unter bestimmten Voraussetzungen entnehmen, ja sogar eine Gleichsetzung von homosexuellen und heterosexuellen Beziehungen. (Buchbesprechung queer.de 9.1.2015)

Kommentar von Redaktion |

tl_files/Themen-Blog/10898037_645286528910797_2892837333228474687_n.jpgHomophobie: die Angst, dass Männer dich ebenso behandeln, wie du Frauen behandelst.

Bild: Have A Gay Day 11.01.2015

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar von Redaktion |

"Gleichberechtigung queerer Menschen in Afrika" ist ein qualifizierter Bericht der Heinrich Böll Stiftung vom 11.02.2015 über die Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern und Intersexuellen im Jahr 2014 in afrikanischen Ländern. Mit welchen Schwierigkeiten haben die Aktivist_innen in ihren Ländern zu kämpfen und welche Fortschritte können sie feiern? Die auf Deutsch übersetzte Analyse befindet sich auf der Webseite von www.boell.de.

Kommentar von Wolfgang |

Ein ganz besonderer Fall von Hochzeit, der zeigt, dass Queerphobie mit der eigenen Homosexualität zu tun hat. Sie ermordeten beide schwule Männer und wurden zu lebenslanger Haft verurteilt, dann lernten sie sich im Full Sutton Prison in East Yorkshire kennen – und lieben. (Artikel queer.de 21.02.15)

Kommentar von Wolfgang |

Was für ein hilfreicher Blick in den Umgang mit Queers in der Vergangenheit: "Online-Bibliographie zur Homosexualität von 1418 bis heute" (queer-Artikel vom 13.02.2015). Kölner Diplom-Bibliothekar und Historiker Erwin in het Panhuis einen Namen gemacht. Jetzt ist sein neuestes Projekt online gegangen.

Kommentar von Wolfgang |

Eine gute Zusammenfassung von 5 Antworten auf religiöse 'Argumente' gegen Schwule. David Berger auf Gaytream am 05.04.2015

Kommentar von Wolfgang |

Welche Auswirkung eine systemische Diskriminierung von Queers in der Gesellschaft hat, beweist dieser Artikel am 4.4.2015 auf queer.de: "Jeder zweite Russe will keinen homosexuellen Nachbarn".

Kommentar von Redaktion |

Aufklärungsunterricht mal anders. Bundesweit konnen sich jetzt Lehrer das innovative Kabarettprogramm "Homologie" in die eigene Schule holen und somit ein deutliches Zeichen fur Akzeptanz setzen. Über 9.000 Euro wurden gespendet, um das kreative Projekt zu finanzieren. (Artikel auf queer.de 11.4.2015)

Kommentar von Redaktion |

Sie finden Schwule und Lesben irgendwie widerlich? Nur keine Scham! Sie können das jetzt wieder frei raus sagen - ohne gleich den Ruf einer asozialen Dumpfbacke angehängt zu bekommen. Das ist schön. Aber wollen Sie sich wirklich damit zufrieden geben? "7 Tipps, wie man mit Homophobie reich und berühmt wird" (Artikel vom 23.5.2015 auf gaystream.de)

Kommentar von Wolfgang |

Mal wieder was Historisches, zu den Ursprüngen von Homo- und Queerphobie auf Queerpride (Artikel 9.6.2015)

Kommentar von Wolfgang |

Lob des Unbehagens: "In der Debatte um Homo-Ehen geht es in Wahrheit nicht um Wahlfreiheit, sondern darum, ob gleichgeschlechtliche Vereinigungen es verdient haben, von der Gesellschaft geachtet und anerkannt zu werden." Der etwas differenziertere Blick auf die Queerphobie zum Thema Ehe für alle. (Zeit 13.6.2015)

Kommentar von Wolfgang |

Ein kleiner geschichtlicher Rückblick in die Anfänge der Queerphobie in Deutschland: "Die moderne Homophobie in Deutschland kommt nicht aus dem Nichts. Sie ist Folge und Ergebnis einer jahrhundertelangen Diskriminierung von religiöser wie auch staatlicher Seite, die bis zum Ende des deutschen Kaiserreichs eine unselige Allianz eingegangen waren. Im Art. 137 der Weimarer Reichsverfassung wurde daher 1919 definiert: »Es besteht keine Staatskirche.« (Art. auf queerpride 15.6.15)

Kommentar von Redaktion |

Wenn Christen den Begriff Homophobie erklären wird es interessant: "Homophobie, Annährung an einen Begriff", ein Beitrag zu der Frage, was das Wort eigentlich beinhaltet, wo seine Potentiale und Grenzen liegen. (Blogeintrag vom 24.7.2015 auf Kreuz und queer).

Kommentar von Wolfgang |

Ein Sprecher der Separatisten im Osten der Ukraine erklärte vor einiger Zeit, seine Leute kämpften auch gegen das «Europa der Schwuchteln». Autokraten und Islamisten in Osteuropa, Asien und Afrika teilen dieses neue Feindbild der Homosexuellen. Doch woher kommt diese Bewegung im Herzen der 'Westlichen Welt'? (Artikel der Neuen Züricher Zeitung vom 29.07.2015)

Kommentar von Redaktion |

"Respekt statt Ressentiment - Strategien gegen die neue Welle von Homophobie" Video zum Kongress‬ des LSVD mit der Amadeu Antonio Stiftung. Denn für eine demokratische Gesellschaft sollte es selbstverständlich sein, ‪LSBT‬ als gleichberechtigten Teil der Gesellschaft anzuerkennen. (28.7.15 YouTube)

Kommentar von Wolfgang |

Vom Ursprung der Homophobie, der Artikel von Matthias Gerschwitz auf queerpride fragt, woher die tief internalisierte Homophobie stammt und was sie über viele Jahrhunderte befördert hat? (Artikel vom 9.6.2015)

Kommentar von Redaktion |

Die italienische Wissenschaft hat festgestellt: "Homophobie ist eine Persönlichkeitsstörung. Aggressive, emotionslose, egozentrische und antisoziale Menschen sind überdurchschnittlich homophob." (Artikel bei L-MAG vom 15.09.15)

Kommentar von Wolfgang |

Die pauschalisierte Zuschreibung von Rückständigkeit ist gefährlich. So wir z.B. in Teil 4 der großen Serie "Gender in der Forschung" vom Tagesspiegel.de folgende Aussage getroffen:

"Die Debatte wirkt oft pauschalisierend, weil sie den Islam als rückständige Religion betrachtet, die per se nicht gendersensibel sein kann, oder weil sie die Kultur als Ursache für die Unterdrückung der Frau annimmt. Die konkreten Lebens- und Sozialisationsbedingungen der Migrant*innen werden dabei ebenso wenig berücksichtigt wie ihre wirtschaftlichen, sozialen und Bildungsressourcen."

Der Tagesspiegel.de veröffentlichte seit dem 01. September die Reihe.

Kommentar von Wolfgang |

Mit den Diskriminierungen in Russland fing dieser Themenblog an. Jetzt gibt es die ersten Gerichtsurteile gegen Homophobie durch die Russische Justiz: "Justiz trifft Selbstjustiz: Neun Mitglieder von 'Occupy Pedophilia' verurteilt" Ein Gericht in der russischen Großstadt Kamensk-Uralski hat am Mittwoch neun Männer verurteilt, die schwule Männer über soziale Netzwerke in eine Falle gelockt, sie misshandelt und Videos davon öffentlich verbreitet hatten. Sechs Männer erhielten Haftstrafen zwischen drei und sechs Jahren, drei weitere kamen mit Bewährung davon. (Beitrag auf queer.de 16.10.2015)

Kommentar von Wolfgang |

Paradoxien und Ursachen von Homophobie heute. Versteckte Formen der Homophobie sind das Thema des Gastbeitrages von Dr. Peter Rehberg, University of Texas at Austin. Orientiert an Foucault und Butler stellt er infrage, ob das Streiten für rechtliche Gleichstellung bei Ehe oder Adoptionen tatsächlich so eindeutig der emanzipative Königsweg ist: »(...) wir werden dem Phänomen von Homophobie nicht gerecht, wenn wir es allein auf der Ebene des Streits um rechtliche Gleichstellung diskutieren, da das Projekt der rechtlichen Gleichstellung der letzten 25 Jahre seinerseits auf einer Verdrängung von Sexualität beruhte.« Die Pfade dieser Desexualisierung als Preis für die scheinbar größere Toleranz und geringere Homophobie in westlichen Gesellschaften skizziert er in seinem Beitrag (PDF, 402 kB, erschienen im Newsletter des BBE-Bundesnetzwerk-Bürgerschaftliches Engagement vom 24.09.2015)

Kommentar von Wolfgang |

16 homophobe Activisten wurden selbst als schwul enttarnt. Eine Liste die wächst, da immer mehr dieser Prediger gegen Homosexualität sich outen oder geoutet werden. (27.10.2015 auf www.ranker.com)

Kommentar von Wolfgang |

Lesben- und Schwulenhasser sind oft psychisch krank

Wer eine Abneigung gegen Homosexuelle hat, leidet häufig unter seelischen Krankheiten. Psychotische Symptome wie Entfremdung und irrationale Vorstellungen treten besonders häufig zusammen mit einer homophoben Grundeinstellung auf. Das ergab eine Studie verschiedener italienischer Universitäten, veröffentlicht im "Journal of Sexual Medicine". Doch was man mit dieser neuen Erkenntnis anfängt, ist unter Forschern umstritten. (Artikel 28.10.15 auf Welt online)

Kommentar von Redaktion |

"10 Gründe, warum nicht nur Homosexuelle gegen Homophonie kämpfen sollten" führt die Webseite des Musikkanals VIVA ins Feld (Liste 3.12.2015).

Kommentar von Redaktion |

„Homosexualität kann islamkonform sein“ meint der Liberal-Islamische Bund e.V.: "Als muslimischer Verband gehen wir davon aus, dass vor Gott alle Menschen – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder anderen Merkmalen – gleich sind. Beim Coming-out kann im Einzelfall schon etwas Fingerspitzengefühl erforderlich sein. So sollte man zum Beispiel sein eigenes Umfeld (Familie, Schule, Freunde, Fußball usw.) realistisch einschätzen. Die diversen Beratungsangebote der sozialen Träger, die sich auf jene Thematik spezialisiert haben, können einem dabei helfen." (Artikel auf blu.fm am 3.7.2015) Hier direkt zu den Positionspapieren auf der Webseite des Bundes.

Kommentar von Wolfgang |

Homophobie muss nicht heißen, dass schwule Menschen darunter leiden, sondern auch jene, die ins Kreuzfeuer der Vermutungen geraten. Fußballstar Ronaldo wird von seinen Fans ausgepfiffen, weil ein Zeitungsartikel behauptet, dass er und der marokanische Kickboxer Badh Hari ‘more than friends’ seien. Ein Beispiel das zeigt wie heteronorme Erwartungen auf der ganzen Gesellschaft lasten... aber was dagegen tun? (GayStarNews 5.4.16)

Kommentar von Wolfgang |

Wenn der Täter in Orlando - nach letzten Augenzeugenberichten - selbst schwul gewesen war und seine Tat gegen einen schwulen Club islamistisch verbrämt hat, was sagt das über unsere eigene Ideologisierung des Massakers aus? Homophobie ist eben komplex und unser Kampf gegen Homophobie muss differenzierter sein. (vgl. Artikel: Je suis Charlie, but I'm not gay, queer.de 13.06.2016)

Kommentar von Redaktion |

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat die russischen Gesetze gegen sogenannte Schwulen-Propaganda unter Minderjährigen als Verletzungen der Europäischen Menschenrechtskonvention verurteilt. Das Straßburger Gericht, dem Russland wie fast alle übrigen europäischen Länder unterworfen ist, gab in einem Urteil vom Dienstag drei Homosexuellen-Aktivisten Recht. Das Urteil wurde mit sechs zu eins Stimmen gefällt, die Gegenstimme kam von einem russischen Richter am EGMR. (AZ: 67667/09, 44092/12 und 56717/12) (Tagesspiegel 20.06.2017)

Kommentar von Wolfgang |

Warum sich die meisten Länder einen Dreck drum scheren, wenn Queers verfolgt werden zeigt der Human Right Report 2017. Nach wie vor dramatische Zahlen bzgl. der Verfolgung und Verachtung von LGBT*I*Q weltweit. Lasst uns auch in Deutschland Zeichen setzen! (gayty 20.06.2017)