Queers und Kinder

von Wolfgang Fänderl

tl_files/Themen-Blog/papa-papa-Kiss-in.jpgtl_files/galerie/Screenshots_Halt_mich! 2012/HM David und Rene auf Schaukel.jpg

Mit der Dokumentation "Halt mich! David zwischen Patenschaft und Partnerschaft" (Bild rechts) haben wir am 06.07.2014 auch diesen Themenblog eröffnet. David, ein schwuler Mann um die 35, wurde vor 8 Jahren als Pate bei einer Patenschaftsbörse vermittelt. Zusammen mit seinem Patenjungen Rene, dessen Mutter Vera, Freund Torsten, Arbeitskollegen Urs und Vermittlerin Sabine wird diese Zeit reflektiert. Ein toller Einblick in ein förderliches Beziehungsgeflecht, in dem Queers bei der Erziehung von Kindern eine tragende Rolle spielen. Gleichzeitig ein Film, der die Frage aufwirft, ob Queers die Verantwortung für Kinder tragen können, dürfen und wollen?

Im Anschluss an die Filmpremiere diskutierten die Filmprotagonisten_innen, der Filmemacher und Fachleute diese Frage unter Moderation von Dr. David Berger (Chefredaktion Magazin Männer) -> Bildprotokoll auf Facebook. In diesem Blog wollen wir das Thema öffnen, für den allgemeinen Umgang von Queers mit Kindern, die damit häufig in den Verdacht geraten, Kinder für eigennützige Zwecke zu mißbrauchen.

Über den Blog wollen wir folgende Verantwortungsbereiche beleuchten:

  • Regenbogenfamilien, Adoption, Leihmutterschaft
  • Patenschaft, Mentorenrolle, Au-pair
  • pädagogische Betreuung

Themen können sein:

  • Unterschiede zwischen hetero- und homosexuellen Betreuenden
  • Förderliches Beziehungsklima für Kinder und Jugendliche
  • Körperlichkeit leben, mit erotischen Gefühlen umgehen
  • Pädophilie-Vorwurf und sexueller Missbrauch
  • Eltern- vs. Älterenschaft

Moderation

Wolfgang Fänderl Päd. M.A. ist Erziehungswissenschaftler und Diversity-Trainer. Die Meinungen, welche auf diesem Blog veröffentlicht werden, sollen unterschiedliche Sichtweisen zu Wort kommen lassen und kontrovers diskutiert werden können. Sie werden aber nur veröffentlicht, wenn sie argumentativ und mit eigener Namensnennung vorgetragen werden.

faenderl@vernetzungsberatung.com

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Kommentar von Wolfgang |

Eine australische Studie kommt zu dem Ergebnis: "LGBTI-Kinder sind glücklicher". Die Studie gilt als die bisher größte zum Thema LGBTI-Familien. In ihr wurden 315 Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern und 500 Kinder aus traditionellen Familien hinsichtlich der körperlichen und psychosozialen Gesundheit verglichen. Vor allem in der Kategorie „familiäre Bindung“ schnitten Kinder aus gleichgeschlechtlichen Beziehungen besser ab (vgl. Artikel vom 07.07.2014 auf m-maenner.de, vom 08.07. von queer.de und vom 12.07. auf welt.de) Woher kommt's?

Forschungsleiter Somin Crouch von der Uni Melbourne erklärt dieses Ergebnis damit, dass auf den Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern „weniger Druck herrsche, die traditionellen Geschlechterrollen zu erfüllen“. Das führe zu einer harmonischeren Atmosphäre in der Familie.

Kommentar von Fritz Letsch |

Das hysterisch aufgeladene Problem "Verantwortung für Kinder" betrifft inzwischen auch alle männlichen Erzieher, denen manche Mama die Windeln aus der Hand nehmen will:

Obwohl real weit besser für offene Türen und wachen Blick der Kollegen gesorgt ist, bauscht die Berichterstattung jeden Übergriff in wochenlangen Neufassungen auf ...

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/Themen-Blog/Waschhinweis China - Owassoism.jpgServus Fritz, na als Sexualpädagoge wird dir da sicher schon einiges an Vorurteilen begegnet sein. Aber woher kommt die Unsicherheit bei den Eltern? Warum fehlt Vertrauen?

Ich habe ein dazu passendes Wäsche-Ettikett aus China gefunden (Foto: Owassoism auf Facebook). Da fehlt der Kleiderfirma das komplette Vertrauen in die Elternschaft :-)

 

 

Kommentar von Wolfgang |

"Leben mit lesbischen Eltern: Das doppelte Muttchen" heißt der Artikel auf Spiegel Online vom 15.03.2013. Vanessa Klüber besuchte eine Regenbogenfamilie mit Tobias, 20, und Annika, 17. Sie leben mit zwei Müttern seit sie klein waren - in einer Gemeinde in Bayern. Was ihnen als Jugendliche zusetzte, waren Vorurteile gegen Homosexuelle und die dummen Sprüche in der Schule. Aber sonst?

Kommentar von Wolfgang |

tl_files/galerie/SUR CSD Muenchen 2014/14-07-19 CSD Muenchen SUR 2014 - 295.jpgIm Netz gabe es diverse Tipps zur Kindererziehung:

1. Kleiner Ratgeber für Eltern und alle die, in diese Rolle rutschen: "Wie Sie mit Ihrer Tochter über ihren Körper sprechen sollten" Huffington Post 16.07.
2. ... und das können Eltern tun, deren Sohn am liebsten Kleider anziehen will: "Mein Sohn trägt Kleider - und ich finde das völlig in Ordnung" Huffington Post 16.07.
3. ... last but not least 33 Tipps zur Kindererziehung auch jenen, die Onkel, Tante, Erzieher_in, Pate, Lehrer_in oder Adoptions-Mama oder -Papa sind: "33 Dinge, die Du Deinem Kind mit auf den Weg geben solltest" netmoms ?

Viel Spaß beim durchlesen!

Kommentar von Wolfgang |

Queere Vererbungslehre?

Im Bericht über neue und alte Forschungsergebnisse zur Zwillingsforschung auf queerPride vom 23.07.2014: "Eineiige Zwillinge und Homosexualität" berichtet Forscher Kallmann: "Bei 100 Prozent der eineiigen Zwillinge, ist der Bruder ebenfalls homosexuell gewesen." Kallmann wie zuvor Hirschfeld waren sich also einig, dass Homosexualität vererbt ist. Diese These vertritt auch Wissenschaftler Dr. J. Sanders 1934, mit der These "die Wahrscheinlichkeit sei sehr hoch, dass eineiige Zwillinge gerade dann beide schwul sind, wenn der Vater es auch ist und seine Homosexualität aus welchen Gründen auch immer unterdrückt."

Eine neue Studie des Evolutionsbiologen William Rice von der University of California zur Entstehung von Homosexualität - von der queerPride am gleichen Tag berichtet (Ist Schwulsein normal? Studie sagt: Ja!) - zeigt da eine andere Theorie: Schwulsein ist durch epigenetische Strukturen festgelegt. Männliche Embryonen erhalten eine Art “Programm”, das die Wirkung des später auftauchenden männlichen Geschlechtshormons Testosteron verstärken. "Wenn ein Junge das epigenetische Programm seiner Mutter oder ein Mädchen das des Vaters erbt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer bi- oder homosexuellen Veranlagung."

Kommentar von Redaktion |

Die Theorie eines amerikanischen Vaters in Michigan ist ja selbst für queerelations zu verrückt.

Unter dem Titel "Mord: Vater wollte Kleinkind lesbisch prügeln" berichtet queer.de am 22.07.2014 über einen bizarren Kindsmord in den USA. Ein Mann erhält eine langjährige Haftstrafe, weil er seine zweijährige Tochter verprügelte, um sie lesbisch zu machen. Mit der Gewaltaktion habe er verhindern wollen, dass das Kind im späteren Leben mit gewalttätigen Männern zusammen lebe. Er selbst habe oft Frauen misshandelt und durch seine Taten verhindern wollen, dass seine Tochter auf einen Mann wie ihn trifft.

So unglaublich schrecklich für andere kann Selbsterkenntnis sein!

Kommentar von Wolfgang |

Hat sich die Liebe der Eltern zu ihren Kindern verändert? Der Artikel der Huffington Post vom 28.07. stellt den Bericht einer Mutter online, die sich mit den Erzählungen einer Mutter früherer Generationen vergleicht. Eine Frage, die auch Regenbogenfamilien betrifft. Es hat sich was verändert, aber eher die Situation in der wir mit unseren Kindern leben.

Kommentar von Wolfgang |

Tipp 7: Vielleicht bist du schwul. Vielleicht bisexuell. Vielleicht weißt du es noch gar nicht. Und das alles ist gut so! Sei Du selbst und kümmere Dich um Vorureile. Erziehungstipps auf der HuffPost vom 12.08.2014: "10 Dinge, die Sie ihrem Sohn über Sex erklären müssen."

Kommentar von Wolfgang |

"Bei meinen heterosexuellen Freundinnen und Freunden ist der Babyboom inzwischen vorbei und sie sind wieder ansprechbar. ...Aber ausgerechnet jetzt beginnen meine lesbischen Freundinnen mit der Vermehrung." meint Tanja Witte in der Homokolumne des Zeit-Magazins am 24.09.

Kommentar von Wolfgang |

Lasst uns mal über Ideologisierung in Kindergarten und Schule reden. Der Vorwurf einer frühen Sexualisierung durch queere Aufklärungsprojekte ist ständig im Gespräch und in der Kritik. Doch unter der Decke gibt es 'Nazifizierungsprogramme', die nur selten Thema sind. Woher käme denn sonst die Queerphobie einiger Exemplare der nachwachsenden Generation?

Auslöser ist ein Artikel in der HuffPost vom 16.10.: "Partei 'Die Rechte' verbreitet rechte Ideologien in Kita"

Kommentar von Redaktion |

Nicht nur Kinder, sondern auch die Eltern und Erziehenden müssen dazu lernen... meint die Gesellschaft für Sexualpädagogik in einem aktuellen Statement vom September 2014:

"Die oft sehr unsachlich und hitzig geführte öffentliche Diskussion um die Thematisierung sexueller Vielfalt im schulischen Sexualkundeunterricht macht deutlich, dass nicht nur Kinder und Jugendliche Sexualerziehung benötigen, sondern sexuelle Bildung ein Angebot für alle sein muss, auch für Eltern und andere Erwachsene, die im Erziehungs- und Bildungswesen tätig sind".

Kommentar von Wolfgang |

Das Ende der Scham

44'-Doku bei Lebenslinien in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks

Seit seiner Jugend versucht der Münchner Bauernsohn Hans gegen seine Homosexualität anzukämpfen. Schamgefühle plagen ihn, sein Beichtvater droht ihm mit ewiger Verdammnis im Fegefeuer. Auf einer Orientreise sucht er Halt im Islam und wird Moslem. Er heiratet, hat vier Kinder, doch er ist schwul und zieht mit 63 mit seinem Freund zusammen, vor 9 Jahren. Eine echte queerelations-Geschichte, so sympathisch und gleichzeitig so dramatisch!

Kommentar von Wolfgang |

Das neue google-Twitter-Forum zum Mauerfall thematisiert mit Hanna und Karin aus Freiburg unser CSD-Thema: Familie!

Im Interview äußern sie auch ihre Wünsche für die Zukuft:

Karin: Ganz einfach: Dass es für gleichgeschlechtliche Paare wie uns einfacher wird, zusammen Kinder zu bekommen und heiraten zu dürfen und dass wir nicht nur die gleichen Pflichten, sondern auch die gleichen Rechte haben. Die Zeit, da sind wir sicher, wird das schon bringen. Für die Kinder unserer Freunde ist das jetzt schon ganz normal. Wir sind Karin und Hanna. Wir gehören zusammen wie Mama und Papa."

Kommentar von Wolfgang |

Wird "Vater, Mutter, Kind" zu einem Auslaufmodell?" fragt am 17.11. das Hamburger Abendblatt. Das Fazit von Prof. Ulrich Reinhardt: "Das Wichtigste im Leben bleibt das Zusammenleben mit denjenigen, die man liebt."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar von Wolfgang |

"Wir schenken dem Führer ein Kind!"... oder was für Gründe gibt es ein Kind zu wollen? Klasse Entdeckungsreise in die Frage, warum manche Frauen gar kein Kind wollen, ohne psychisch krank zu sein: "Kinderlos, meine Wahl" eine Dokumentation auf Arte vom 28.11.2014.

"Das Image kinderloser Frauen hat sich innerhalb weniger Jahre grundlegend verändert. Kürzlich wurde der englische Ausdruck „childless“, der Passivität und Mangel impliziert, durch den Begriff „childfree“ ersetzt, der die aktive Entscheidung für die Freiheit hervorhebt. Früher wurden kinderlose Frauen bemitleidet, heute eher misstrauisch beäugt. Als Vorreiterinnen der freiwilligen Unfruchtbarkeit stellen sie die Selbstverständlichkeit der Mutterschaft infrage. Sind kinderlose Frauen weniger weiblich? Was zeigt diese Entwicklung? Und wer sind diese Frauen, die sich diese früher unvorstellbare Freiheit herausnehmen?

Die Regisseurin beleuchtet ihre persönlichen Entscheidungen und stellt ihre vermeintliche Freiheit auch infrage. Dafür begleitet sie drei Frauen aus Frankreich, Deutschland und Israel; aus unterschiedlichen sozialen Schichten und Einkommensgruppen. Was gibt diesen Frauen den Mut, sich der gesellschaftlichen Norm nicht zu beugen und sich dem biologischen Ruf der Fortpflanzung zu widersetzen? Wie leben sie mit ihrer Entscheidung? Woher nehmen sie die Kraft, anders zu sein? Mit Sorgfalt und Feingefühl hinterfragt Colombe Schneck eines der letzten Tabuthemen unserer Gesellschaft."

Die Diskussion um Queers und Kinder sollte auch diese Frage nicht unberücksichtigt lassen, dass der Kinderwunsch auch eine sozial erwünschte Dimension hat, der man_frau sich nur schwer entziehen kann.

Kommentar von Wolfgang |

Superhelden erfrischend anders. Batman beim Kekse-Backen, Superman mit Kätzchen oder Catwoman mit Dragqueen-Freundin - die schwedische Cartoonistin Linnéa Johansson zeigt Superhelden mal von einer anderen Seite. Mit ihrem zwölfseitigen Kinder-Malbuch "Super Mjuka Hjältar" (Supersofte Helden) will Johansson gegen Gender-Stereotype ankämpfen. Das Malbuch kann auch als PDF heruntergeladen und ausgedruckt werden (Info 3.4. queer.de)

Kommentar von Redaktion |

tl_files/galerie/Vielfalt statt Einfalt 28.03.2015/15-03-28 Vielfalt statt Einfalt Demo - 188.jpgSeit Beginn des Jahres formiert sich auch in München ein Aktionsbündnis mit dem Namen "Vielfalt statt Einfalt", das sich für mehr Chancengerechtigkeit in der bayerischen Bildungspolitik einsetzt. queerelations als Medienpartner hat beeindruckende Bilder der Demonstration am 28.3.2015 am Sendlinger Tor festgehalten. Weitere Infos über die facebook-Seite des Bündnisses.

 

Kommentar von Wolfgang |

Hinweis auf Informationen und Bilder zum Münchner "Fachinformationstag Regenbogenfamilien" am 20.03.2015 auf unserer Webgalerie.(extra verlinkt: Webgalerie)

Kommentar von Wolfgang |

Wir müssen uns schon mal über diverse Praktiken bzgl. Wunschkindern austauschen. Die Leihmutter als 'Brutkasten' kann es ja nicht sein. Aber die Praktik ist ja nicht bei Homosexuellen alleine in der Diskussion... Heterosexuelle aus aller Welt praktizieren sie viel exzessiver. Warum die FAZ es nur auf Homosexuelle fokussiert? (faz 10.4.2015)

Kommentar von Redaktion |

Was haltet ihr von der amerikanischen "Willkommens-Schule", gesponsert von einer Stiftung? Gays with Kids Features All Children—All Families (10.4.2015 auf www.welcomingschools.org)

Kommentar von Wolfgang |

"Schweizer Kinder dürfen nicht zwei Väter haben"! Der Artikel (auf der Schweizer 20-Minuten-Plattform vom 21.5.15) über eine gesetzliche Regelung zur Adoption bei Leihmutterschaft betrifft auch unser Thema. Wie seht ihr das? Wird das Recht von zwei schwulen Papas eingeschränkt, wenn das Kind nur von einem anerkannt adoptiert werden kann? Wie seht ihr Leihmutterschaft an sich?

Kommentar von Redaktion |

Eine Broschüre der Rosa-Luxemburg-Stiftung positioniert sich gegen die "Unheilige Allianz - Das Geflecht von christlichen Fundamentalisten und politisch Rechten am Beispiel des Widerstandes gegen den Bildungsplan Baden-Württemberg." (PDF vom Mai 2015, 44 Seiten) Herausgeberin Materialien Lucie Billmann hat darin diverse Fachbeiträge zusammengefasst.

Kommentar von Redaktion |

Die 'Homolobby' ist der eine Kampfbegriff, der andere die 'Homolobby', die durch einen "Gender-Plan" in den Klassenzimmern Brainwashing betreibt. Schon verrückte Gedankengänge, die sich mit etwas Sachverstand gut widerlegen lassen. Leichtgläubige fühlen sich aber in ihrer Homophobie bestätigt und stringent aufklärt. Man_frau könnte dieses "Lobby-Konzept" auch ganz einfach auf den heteronormativen Kontext übertragen und dahinter einen großen Plan vermuten: “Der Gender-Plan – Revolution durchs Klassenzimmer” - eine 45-minütige Dokumentation in Zusammenarbeit mit der AfD-Niedersachsen und der Jungen Alternative Niedersachen.